Sonntag, 2. September 2018

Wedeler TSV - FC Teutonia 05 1:3

Oberliga Hamburg
Elbestadion
Zuschauer: 120

Sonntag morgen ging es früh aus den Federn, denn Ziel war der traditionelle Hamburger Fischmarkt an der Hafenkante. Denn jeden Sonntag früh morgens um fünf Uhr startet ein reges Treiben auf dem Marktgelände (Nov-März erst ab 7 Uhr).
Dann steigt ein lautstarkes Spektakel bei dem die ansässigen Marktschreier sich an Dezibel übertreffen, wenn sie auf unterhaltsame Weise um die Gunst der Käufer buhlen.
Ausserdem ist in der Fischauktionshalle immer noch Live-Musik geboten, für diejenigen, welche nach einer Nacht auf dem Kiez, immer noch nicht genug haben !
Gegen 7 Uhr waren wir dort angekommen, das dürfte so die beste Zeit für Frühaufsteher sein. Es gibt dort allerlei Kram wie frischen Fisch, Obst, Süßigkeiten und sonstigen Kram den man von Märkten kennt und meistens nicht braucht.
Gesehen haben sollte man es schon wenigstens einmal. Highlights sind die Marktschreier wie Aale-Dieter, Bananen-Fred und der Schoko-Johnny...wie der Typ heißt der die Blumen verkauft, weiß ich leider nicht mehr.
Prozedere ist eigentlich immer gleich, er befüllt eine Tüte mit dem jeweiligen Material und zahlt dann einen Zehner (manchmnal auch 20€) und kann die Tüte oder Korb mit heim nehmen. 
Da ich ja in Begleitung meiner Tochter war, konnte ich natürlich auch nicht nein sagen und so schleppte Papa eine Obsttüte und eine Tüte mit Süßigkeiten (jeweils für 10€) rum.
Noch einen Kaffee und Frühstück eingeworfen ging es erstmal zurück um die Beute im Hotelzimmer zu verstauen. Stand doch heute ein Doppler an, den ich der Tochter als Papa-Tag verkaufte.
Zuerst ging es nach Wedel. Das liegt in der westlichen Agglomeration Hamburgs, im südlichen Schleswig-Holstein.
Es hat 32.000 Einwohner und seit 1993 lautet der offizielle Stadtname wieder Wedel, nachdem 30 Jahre lang der Zusatz Holstein  geführt wurde.
Vom Bahnhof läuft man noch etwa 20 Minuten zum Elbstadion. Das hat ausser 3 Stufen und einer Reihe mit einer Sitzbank auf der Gegengerade nicht viel zu bieten. Auf der anderen Seite ist ein Graswall mit ein paar Parkbänken und das wars. Wieder führt eine Leichtathletikbahn um das Spielfeld. 
Der Wedeler TS spielte in früheren Jahrzehnten kaum eine größere Rolle im höheren Amateurfußball. Erst Mitte der 70er-Jahre   spielte man in der Landesliga eine gute Rolle und so geht es in unregelmässigen Abständen zwischen Landesliga und Oberliga rauf und runter.
Am Bierstand gab es das schlechte Astra und am Grill eine ordentliche Schinkenwurst. Auf Bratwurst verzichte ich im hohen Norden lieber. Doch die Schinkenwurst finde ich meist recht lecker. Ärgernis wie immer diese Toastbrotscheiben, welche ja noch halbiert werden. Furchtbar ! Mich würde mal interessieren wie die Leute auf sowas in Franken reagieren würden, sollte statt einem Brötchen eine halbe Toastbrotscheibe zur Bratwurst gereicht werden...
Auch eine kleine Fanszene gibt es bei Wedel,auf der Gegengeraden wurden zwei Fahnen befestigt. Wovon die eine "Wedel Fans ? Immer dabei !" schon fast wieder kultig ist. 
Darunter sitzen dann 4-5 Mann und eine kräftigere Frau in Kutte. Was dort so alles gelabert wird...alter Falter...drei von den Männern dürften eine Pegel von über 2 Promille gehabt haben. Ein älterer Herr mit Tröte war noch der Normalste. Aber auch solche Leute machen den Fußball aus, vor allem im Amateurbereich. Wäre ja auch schlimm wenn hier irgendwelche Ultras den Ton angeben würden. Passt hier einfach nicht her. So beleidigten die Besuffskis den Schiri, die Spieler und auch sich selber. Herrlich ! Die Frau fand das alles witzig und der ältere Herr trötete ab und zu vor sich hin.
Im Spiel gewann der Aufstiegsaspirant aus dem Stadtteil Ottensen nach 0:1 Rückstand noch souverän mit 3:1 und setzte sich weiter oben an der Spitze fest.
Wir gingen pünktlich mit dem Schlusspfiff unseres Weges, der uns noch weiter nach Pinneberg führen sollte.
Spiel gestern im Stadion Hoheluft

Text/Fotos: Pressi