Divize E
Fotbalovy Areal Pavla Srnicka
Zuschauer: 250
Nach dem schönen Frühschoppen in Havirov ging es mit der Cesky Drahy nach Bohumin. Das ist eine 20.000 Einwohner Stadt im Okres Karvina in Tschechien. Sie liegt in Schlesien an der Grenze zu Polen. Die Stadt ist, wie ich gestern schon feststellen konnte, ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt an einer der wichtigsten europäischen Eisenbahnmagistralen.
Die Mehrzahl der Einwohner sind Tschechen, viele haben schlesische Vorfahren, jedoch ist der Anteil der polnischen Minderheit eher gering. In der heutigen Zeit ist besonders der hohen Anteil an Roma auffällig.
Ich ließ mich direkt am Bahnhof in einem Restaurant nieder, hatte ich doch etwas Hunger und auf noch eine Klobasa im Stadion hatte ich nach dem Reinfall in Havirov keine Lust mehr.
Danach ging es gemütlich zum Ground, welcher hinter dem Petra Bezruc Park liegt. Und dieser war heute mal ein Schuss ins Blaue. Konnte ich selbst auf Europlan keine Bilder von Ihm finden, nur eine Kapazitätsangabe von 1.000. Es hätte also auch bloß ein einfacher Kunstrasen ohne Ausbau sein können. Doch hatte ich Glück und es stand eine Tribüne neueren Baudatums für 250 Leute. Am Kassenhäuschen den Eintritt abgedrückt und noch ein Spieltagsflyer vom netten Opa erhalten.
Gleich am Eingang fällt ein Grabstein für den Namensgeber dieser Anlage auf. Pavel Srnicek war Torwart und 49maliger Nationalspieler Tschechiens. Er wurde in Bohumin geboren und ging von dort aus über Ostrava nach Newcastle. Danch wurde er zum Wandervogel (Sheffield, Brescia, Cosenza, Portsmouth, West Ham, Beira-Mar) bevor er in Newcastle seine Karriere beendete.
Er starb 2015 nach einem Herzstillstand beim Joggen, als er im Koma lag und nach neun Tagen wurden die lebenserhaltenen Maschinen abgestellt, da er irreparable Hirnschäden davon getragen hatte.
Der FK Bosopor Bohumin entstand 2006 aus der Fusion vom TJ Bohumin und dem FC Sokol Rapid Skrecon und kickt nun auch in der viertklassigen Divize E.
Ausser der Tribüne gibt es noch hinter einem Tor einen Hügel auf den einige zweibeinige Bänke angebracht sind und eine kleine Anzeigentafel. Um das Spielfeld sind ebenfalls noch einige Bänke dieser Art zu finden.
Einen kleinen Biergarten an dem auch gegrillt wurde gibt es auch noch. Dort wurden neben Klobasa auch die in dieser Region üblichen Cigaros angeboten. Aber wie gesagt, darauf verspürte ich keine Lust mehr. Eine Wurst am Tag reicht ja auch.
Zum Abschluss der Tour gab es mal wieder ein 2:2. War jetzt schon das dritte auf dieser Reise, ich konnte mich also nicht über mangelnde Tore beschweren.
Von Bohumin ging es über Prag wieder in die Weltstadt mit Herz am Main. Das Hauptziel mit wenig Kohle viel zu sehen wurde voll erfüllt und es liegen somit immer noch übrige Kronen und Zloty in meiner Geldkassette zuhause.
In Tschechien bin ich ja sowieso Stammgast, aber auch Polen wird mich mit Sicherheit nochmal sehen. Und ich hoffentlich mal ein Spiel in dem dort auch was geboten wird.
Text/Fotos: Pressi





























