Sonntag, 2. September 2018

FC Luzern - Grasshopper Club Zürich 2:1


Super League
Stadion Allmend
Zuschauer: 10 005 (ca. 600 Gäste)

Nach der Übernachtung in Tessin startete ich am nächsten Morgen mit dem Zug gegen Norden. Für einen fairen Preis von umgerechnet 16 Euro brachte mich der Intercity in die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons Luzern. Die siebtgrößte Stadt der Schweiz liegt sehr mittig im Land. Luzern ist durch seine Lage und Sehenswürdigkeiten ein extrem beliebtes Reiseziel. Ich hatte schon über 5 Stunden Zeit mir die Stadt genauer anzuschauen. Und ich muss sagen, dass ich ohne große Eile dann doch extrem schnell damit durch war… Nach der Ankunft ging es zunächst zum Wahrzeichen der Stadt, der Kapellbrücke, danach die Museggmauer abgelaufen und anschließend lief ich entlang dem Luzerner See bzw. Vierwaldstättersee bis zum Verkehrshaus. Es ist das meistbesuchte Museum der Schweiz, wo, wie der Name schon erahnen lässt, verschiedene Verkehrsmittel ausgestellt sind.
Ein Besuch dort fiel aber aufgrund beschränkter Zeitspanne bei einem mäßigen Eintrittspreis dann aber doch aus. Insgesamt ist Luzern schon eine nette Stadt, aber doch extrem überlaufen. In Lugano waren zwar beispielsweise auch nicht wenig Touristen, aber dort waren diese mehr verteilt, während sie sich in Luzern gefühlt auf einem kleinen Raum aufhalten.
Mit der S-Bahn wurde dann frühzeitig das Stadion des FC Luzern angesteuert. Dieses wurde anstelle des alten Allmends im Jahr 2011 eröffnet. Vom alten Stadion, das 1934 eröffnet wurde, blieb nur die alte Hintertortribüne, die sich direkt hinter der Fankurve der heutigen Arena befindet. Der aktuelle Ground ist ein typisches Gut der modernen Stadionarchitektur ohne jeglichen Charme. Da genug Zeit war drehte ich eine Runde und konnte auch das Stadion der Reserve direkt hinter der Gegengeraden begutachten. Vor dem Spiel traf ich mich mit Andi, einem einheimischen Fan sowie Hopper zugleich. So konnten wir uns sowohl vor als auch nach dem Spiel noch gut austauschen. Veli Grüess! Meine Eintrittskarte holte ich bereits online für 34 Franken, was für mich das bis jetzt teuerste Ticket in der Schweiz bedeutete. Und dabei saß ich wohl gemerkt auf der Hintertortribüne direkt am Gästeblock. Der Platz stellte sich auch extrem ungünstig heraus, denn natürlich wurde ich recht bald misstrauisch von den angereisten Zürchern angestarrt. So wurde der Standort beiden Seiten zu Liebe doch lieber schnell gewechselt. Auf den Auftritt der Gäste war ich gespannt, denn für mich war es ihr erstes Auswärtspiel. Bei Heimspielen im „fremden“ Letzigrund fallen die Auftritte der Grasshoppers, wie viele wissen sollten, extrem mager aus. Leider brachte diese Situation in den letzten Jahren völlig klar auch Auswirkung auf die Szene als solche, denn im Gästeblock konnte ich fast nur sehr junge Leute beobachten. So richtige ältere Kunden konnte man zumindest bei diesem Spiel leider nur an einer Hand abzählen. Der Support der Hoppers ging insgesamt dann schon in Ordnung. Wie schon am Vortag konnte ich auch hier einige für mich neue und nette Melodien wahrnehmen, doch die Gesänge beim FCZ gefallen mir, ehrlich gesagt, doch deutlich mehr.


Für Luzern sind die größten Gegner aus Fansicht aktuell der FC St. Gallen und der FC Zürich. Bei den Zürchern entstand die Rivalität wohl aufgrund der sportlichen Situation und der geographischen Nähe. St. Gallen ist zwar ein Stück weiter, aber ist von der Stadtgröße her ähnlich und auch die Fanszene ist in etwa auf Augenhöhe mit Luzern. Die Hausherren hinter der großen Leuchtenstadt-Fahne waren an meinem Standort relativ selten zu vernehmen, was aber teils auch der Lautstärke der Hoppers zuzuschreiben ist. Mit dem Ausgleich in der 84. Minute und bis zum Abpfiff waren aber nur noch die Luzerner zu hören. Diese wurden dann auch in der letzten Minute der Nachspielzeit mit dem Entscheidungstor belohnt. Sehr leidenschaftlich und emotional feierten die Luzerner den verdienten, aber einen schwer herausgespielten Sieg gegen den Rekordmeister aus Zürich.
Nach dem Spiel wurde Proviant für die Rückfahrt im Supermarkt Coop besorgt, damit konnte auch die lange Rückreise durch die Nacht angetreten werden. Um 6 Uhr früh war ich in Würzburg angekommen und nach einem kurzen Zwischenstopp zuhause ging es direkt weiter ins Büro.

Text/Fotos: Шаффи