II Liga
Stadion MOSIR
Zuschauer: ca. 350 (15 Gäste)
Nun ging es mit der Bahn über einen Vorortbahnhof von Katowice nach Rybnik. Das ist eine Großstadt von 140.000 Einwohnern im südlichen Schlesien an der Grenze zu Tschechien. Der Ortsname bedeutet "Fischteich" und beherbergt das größte Wärmekraftwerk Oberschlesiens.
Doch mein Ziel war das Stadion Mosir, welches auch für Speedwayrennen benutzt wird. Ein richtig geiles Teil, welches nur kleine Abzüge für die Hufeisenform bekommt. Das heißt eine Kurve ist nicht ausgebaut. Dort stehen Funktionsgebäude und Anzeigetafel. Auch die Haupttribüne hat nur ein Dach aus einer Stahlkonstruktion. Ansonsten komplett unüberdacht und schön abgeranzt.
Da Rybnik in früheren Jahren in unteren Ligen unterwegs war, entstand die Fanbewegung aus den Basketball- und Speedway-Abteilungen. Diese fuhren zuerst zu Gornik Zabrze und waren quasi ein Fanclub von ihnen. Irgendwann löste man sich von den anderen Sportarten und ging nur noch zum Fußball.
Der Klub wurde 1964 gegründet und erlebte seine Hochphase in den Jahren von 1968-1977 als man in der Ekstraklasa spielte und sogar Intertoto-Cup-Sieger (1973, 1975) wurde.
Mittlerweile spielt man in der dritten polnischen Liga. Kontakte beziehungsweise eine Freundschaft zu Gornik Zabrze bestehen aber bis heute, so waren heute auch viele Leute in Gornik-Sachen unterwegs.
Das Flair im Stadion und die Kundschaft hier war schon komplett anders wie vorhin in Tychy. Fast nur Hool/Ultras in selbstproduzierten Fanklamotten unterwegs. Diese wurden auch an einem Stand vor der Kurve angeboten. Eine Riesenauswahl von Tassen über Schlüsselanhänger, T-Shirts und Klopperhosen.
Auch interessiert es keinen wenn sich ein Hopper-Heinz das alles gemütlich anschaut. In Deutschland wären schon wieder welche Wichtigtuer gekommen und hätte dumme Fragen gestellt, woher, weshalb, warum und wieso.
Das ist im Ausland alles viel entspannter und lockerer, zumindest da wo ich bis jetzt war. Hier freut man sich wohl eher wenn Besuch aus dem Ausland kommt.Hier ist es zumindest von der Atmosphäre her, so wie ich mir es Polen immer vorstellte. Rau, hart und abgefuckt. Da merkt man das hier noch in einer ranzigen Ostblockschüssel gespielt wird und nicht wie vorher in Tychy in einem seelenlosen Neubau ohne Charakter.
Übrigens steht die Szene von ROW in der Kurve zur Haupttribüne und nicht mehr auf der Gegengeraden, wie beim Besuch von meinem Kollegen 2014.
Ich nahm gegenüber Platz und genoss bei einem Bier das ganze Szenario. Allerdings war das heute doch schon arg dürftig. Ab und an wurde mal was gerufen und getrommelt, aber größtenteils herrschte eisiges Schweigen im weiten Rund.
Schade. Denke beim demnächst anstehenden Derby gegen Ruch Chorzow dürfte das dann wieder anders aussehen.
Gäste waren 15 anwesend und sangen nur nach Eintreffen im Block ihren Vereinsnamen und ansonsten war auch hier Ruhe. Eine Zaunfahne hing auch nicht.
Auf das Spiel hätte man die Schablone vom vorherigen legen können. Erst führte der Gast 2:0, bevor ROW in letzter Minute noch ausgleichen konnte. Ob da nicht heute die Wettmafia mal so richtig abkassiert hat...????
Nach dem Abpfiff ging es noch was Essen bevor es weiter nach Tschechien ging. Legendär für die 58 Kilometer nach Havirov zweieinhalb Stunden zu brauchen und mit Schienenersatzverkehr satte viermal umzusteigen...
Text/Fotos: Pressi











































