Serie A
Stadio Olimpico
Zuschauer: 55.000 (ca 25.000 Gäste)
Wenn man früh um 4 Uhr im Urlaub aufsteht, hat man Schlafprobleme oder Termine. Dazu musste ich auch noch knapp 6 km zur Stazione Bergamo laufen. Kein Vergnügen ohne Frühstück. Dafür war man um 9 Uhr schon in der Ewigen Stadt.
Gegen Mittag sollte Carsten eingeflogen kommen, so hieß es für mich erstmal durchs Bahnhofsghetto zur gebuchten Unterkunft. Dort das Gepäck schnell abgestellt und weiter zum Kolosseum. Dort hatte ich online für 10:40 Uhr eine Besichtigung gebucht. Zum Glück ! Tut man dies nicht, muss man sich in eine ewige Schlange anstellen. Dauer der Warterei sicherlich 3-4 Stunden. So konnte ich lächelnd an den armen Touris vorbei ins Innere dieses faszinierenden Bauwerks marschieren.
Es ist das größte je gebaute Amphitheater der Welt. Zwischen 72 und 80 n. Chr. errichtet, diente das Kolosseum als Austragungsort zumindest höchst grausamer und brutaler Veranstaltungen, die von Mitgliedern des Kaiserhauses zur Unterhaltung und Belustigung der freien Bewohner Roms und des römischen Reichst bei kostenlosen Eintritt ausgerichtet wurden. Ob es einem das Geld wert ist es von innen zu sehen muss jeder selbst entscheiden.
Eine Stunde reicht vollkommen aus und danach konnte man mit Carsten das Zimmer beziehen. Ordentliches Hotel für nen Zwanziger mit Frühstück. Kann man nicht meckern !
Jetzt ging es erstmal Pizza essen. Fragen sollte man immer nach Coperto, der unsäglichen Tischgebühr. Ansonsten muss man was extra zahlen. Allerdings sollte man generell in Italien die Rechnung überprüfen. Hier wollte uns der Kollege um 10€ bescheissen. Aber da wir uns nicht verarschen lassen, korrigierte er die Rechnung nach unten und tat so als ob es ein Versehen war. Also aufgepasst. ist auch nicht das einzige Mal gewesen. Finde ich schon sehr unverschämt und nicht sehr gastfreundlich !
Nun wollte man eigentlich noch die Viertliga-Partie Albalonga - Lupo Rom anschauen. Doch den ersten Zug verpassten wir knapp und der, auf Aussage der Bahninfo, eine Stunde später fahrende, ist Sonntags nicht gefahren.
Somit wäre man erst zur 25. Minute vor Ort gewesen. Doch beim Studieren des Fahrplans stellte man fest, das man wohl nur mit viel Glück oder einem Taxi das Römer Derby pünktlich erreicht hätte. Somit hatte das Zugverpassen auch wieder was Gutes. Trotzdem ärgerte ich mich über das verpasste Spiel.
Also machte man sich auf Richtung Stadio Olimpico. Mit der Metro bis Flaminio und dann mit der Straba bis Mancini. Die Haltestelle ist übrigens nicht, wie oft fälschlicherweise behauptet wird, nach Roberto Mancini benannt. Sondern nach einer Römer Patrizierfamilie.
Dort war schon allerhand Treiben, allerdings sah man nur Roma-Fans. Denn die Haltestelle ist Ihrer Curva Sud am nächsten gelegen. Der Lazio-Mob traf sich wohl woanders. So kehrten wir erstmals auf einen Espresso in ein Cafe ein und tranken dann Bier. Ich mache sowas ja immer gern, einfach in Ruhe Bier trinken, die Atmosphäre genießen und aufsaugen.
Vor dem Laden lernten wir einen Schweizer Lazio-Fan mit seiner Frau kennen. Es war sein 28. Derby wie er meinte. Man unterhielt sich gut, aber da seine Frau in Lazio-Sachen gekleidet war, kam irgendwann ein AS-Ultra her und warnte sie das es wohl gleich krachen könnte. So drehte sie ihr Trikot rum und die Beiden gingen Richtung Nordkurve. Ciao, war ein nettes Gespräch mit Euch !
Kurze Zeit später liefen auch wir Richtung Stadion. Über der Brücke am Ufer des Tiber sind einige Bars. Dort waren wir mit Big John von Gate 13 verabredet.
Ihr erinnert euch ? Ein führender Kopf der Älteren, welcher uns im November Karten für PAO - AEK besorgte. Nun lernte ich ihn auch mal persönlich kennen. Sympathischer Typ, welcher mit seiner Frau und seinem Kumpel Dimi, der in Düsseldorf wohnt, aufgrund der über 40jährigen Freundschaft zum AS Rom angereist waren. So unterhielt man sich bei weiteren Bieren besonders über den griechischen Fußball und der schwierigen Situation bei PAO.
Wie meinte mal ein Kumpel: Fussball-Assis treffen sich immer und überall, manchmal auch durch Zufall.
Rechtzeitig ging man ins Innere und ging dort ohne Probleme auf die noch besseren, gepolsterten Sitze. Wenn man schon viel Geld zahlt , sollte man es auch ausnützen ;-)
Beide Kurven waren gefüllt und es knisterte schon in der Luft und man war gespannt auf die Choreos. Über das Stadion hat ja vor kurzem mein Kollege geschrieben. Ich finde es ist halt ein typisches Olympiastadion, welches mir nicht sonderlich gefällt. Ausser die Aussenanlagen die an die antiken Olympischen Spiele erinnern gefallen mir gut.
Zu Beginn wurde bei Lazio eine blau-weiße Pappenchoreo mit dem Gründungsjahr des Vereins 1900 und dem Vereinswappen gezeigt. Dazu gabs einen super gemalten Adler in der Mitte zu sehen. Darunter stand das Spruchband: "Ciò che nasce puro più grande vivrà" (in etwa: Was rein geboren wird, wird Großes ereichen/erleben). Dies ist ein Zitat aus einem Lied der extrem rechten Gruppe "La Compagna dell´Alen" (Gefolgschaft des Ringes).
In der Curva Sud gabs eine Choreo in der die römische Mythologie im Mittelpunkt stand. Darunter stand: "Una lupa i gemelli nutre e si chiama Roma la sovrana del mondo" ( Eine Wölfin, die Zwillinge säugt und Rom genannt wird, beherrscht die Welt)
Der Choreopunkt ging meiner Meinung klar an Lazio, da ich kein Freund von Choreos bin bei denen mit Stangen Choreoteile in die Höhe gehalten werden, da sie seitlich nie straff und fest gezogen werden können und es somit nie ein perfektes Bild abgeben kann.
Akkustisch hatte hier aber klar die Roma das Zepter in der Hand, denn das was von Lazio kam war schon gut, aber die Curva Sud war heute eine Klasse für sich. Alles in allem fand ich das Römer-Derby klasse, mit einer sehr guten Atmosphäre, allerdings ist das Preisniveau schon beachtlich und ich kann mir nicht vorstellen solche Schweinepreise von 90€ ein zweites Mal zu zahlen. Immerhin saß man auf der Haupttribüne und bekam einiges geboten.
Auch sportlich ging es in den letzten Minuten nochmal rund, doch leider blieb es bei einer Nullnummer.
Am nächsten Tag ging es erstmal in die Vatikanstadt. Das ist der kleinste allgemein anerkannte Staat der Welt und der einzige mit Latein als Amtssprache. Der Stadtstaat, ist eine Enklave innerhalb des Stadtgebiets von Rom, hat eine Fläche von 0,44 Quadratkilometern und ist mit rund 1000 Einwohnern auch der Staat mit den wenigsten Einwohnern. Allerdings kann man nur den Petersplatz und den Petersdom besichtigen. Die Vatikanischen Museen kosten Eintritt und die Kirche bekommt von mir seit Jahren keinen Cent, da ich aus dem Verein ausgetreten bin. Da die Schlange am Petersdom noch länger als am Kolosseum war, verzichtete ich auf eine Besichtigung und lief einfach noch etwas durch den Vatikan.
Danach traf ich mich mit Carsten am Kolosseum und klapperte die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie Foro Romano, Palatino, Palazzo del Quirinale, Pantheon,Trevi Brunnen und Spanische Treppe ab.
Rom gehört sicherlich zu den schönsten und interessantesten Städten auf der Welt und hat einiges zu bieten und wenn dann noch die Sonne scheint...herrlich !
Highlight heut war der beste Job der Welt am Trevi Brunnen. Ein Polizist pfeift mit Trillerpfeife Touris zurück, die an der falschen Stelle des Brunnens sitzen oder zu lange...ein Spaß als Carsten ihn imitierte und ebenfalls Touris zurückpfiff.
Auch mein vom Frühstück mitgenommenen Zwieback konnte ich nach dutzenden Anläufen endlich an die Frau bringen.
Abends gönnte man sich noch ein Menu für 10 Euro. Bruschetta, Pizza, dazu Wein und als Aperitif Nuttenbrause (Sekt). Man sollte einfach seine Augen offen halten und man kann in Rom auch günstig essen.
Nach ein paar Bier ging es ins Bett, da man morgen früh weiter nach Bari fuhr.
Arrivederci Roma !
Text/Fotos: Pressi
































































