Divize A
Stadion Drahovice
Zuschauer: 110 (ca. 20 Hopper)
Ostersonntag ging es früh aus den Federn, aber
nicht wegen des Gottesdienstes, sondern, wie ihr wohl schon selbst denkt, weil
ein Viertligaspiel um 10:30 in Karlovy Vary (Karlsbad) anstand. Von Teplice, wo
ich die Nacht im Hotel nahe dem Bahnhof verbracht hatte, liegt zwar die
Touristenhochburg Karlsbad nicht allzu weit, aber aufgrund der Zugverbindung
ging es schon kurz nach 7 Uhr los. Kurz vor 9 Uhr war ich dann am Ziel.
Zunächst ging es in die schöne Innenstadt, die schon am frühen Morgen voll mit
russischen Touristen war. So sind auf den Straßen der Stadt viele russische
Angebotsschilder von Restaurants, Geschäften oder Reisebüros zu sehen. Darunter
nicht nur standardmäßige Tagesausflüge, sondern auch die Knallertour mit dem
Reisebus zum „Shoppen in Deutschland“. Im Osten also nichts Neues… Immer noch zum
Einkaufen in Westen sausen :)
Heute nahm ich mir übrigens fest vor zum ersten
Mal bei der Tour keine Klobasa beim Morgenspiel zu essen. 5 Stück in den
letzten zwei Tagen sind dann schon echt viel. Außerdem nervt auf Dauer diese
zwar meist gute, aber doch fettige Wurst dann schon. So begab ich mich in einen
vermeintlichen Hipsterladen mit Bagels, um den ich in Deutschland wohl einen
riesen Bogen machen würde. Die Preise waren aber hier typisch tschechisch
moderat: Für umgerechnet 4 Euro gab es dort eben ein Frühstücksmenü mit
Spiegelei, kleinem Bagel mit jeweils zwei Wurst- und Käsescheiben sowie Tee
oder Kaffee zur Auswahl. Gerade rechtzeitig mit dem Essen fertig geworden, ging
es zu Fuß flott weiter zum Ground im Stadtteil Drahovice.
Schon kurz vor Ankunft wurden die ersten deutschen
Hopper gesichtet. Insgesamt dürften sich dann, meiner Schätzung nach, knapp
unter 20 beim heutigen Viertligaspiel auf Kunstrasen eingefunden haben.
Viertligaspiel in Tschechien auf Kunstrasen klingt so als ob ich schon zu einem
Statistikhopper mutiert bin, aber um Gottes willen! Der Platz in Drahovice ist
ein ganz nettes Stadion, das vor einigen Jahren eben einen Kunstrasen verpasst
bekommen hat. Ausgebaut ist es auf beiden langen Seiten: Auf der einen ist eine
heruntergekommene überdachte Sitztribüne, welche mittig sogar einen
abgesperrten zweiten Rang hat. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich
ein größerer Stehrang. Also an sich eine interessante und definitiv
einzigartige Anlage hier! Im Sommer sollen aber die Heimspiele auf einem
unansehnlichen Ground ohne Ausbau im Stadtteil Dvory stattfinden. Letzte
Saison, als der heutige Gastgeber noch den Vereinsname 1. FC Karlovy Vary trug,
gab es eine kleine aktive Gruppe junger Kerle, die ich vor genau einem Jahr
noch bei Admira Praha in Aktion erlebt hatte. Schade zwar, dass es die heute,
aus welchem Grund auch immer nicht gab, aber das Stadion alleine hat es mir
schon angetan und so war ich erfreut das Spiel besucht zu haben.
Nach dem Abpfiff ging es dann auch schon zum
Bahnhof, wo in 40 Minuten schon der Zug zum nächsten und letzten Kick der Tour
nach Sokolov fuhr.









