Camp Nou
Zuschauer: 69 544 (ca. 70 Gäste)
Nach einer Übernachtung in Girona startete ich am nächsten Morgen kurz nach 7 Uhr am Morgen wieder zurück in die Hauptstadt Kataloniens. Barcelona ist eins der Wahrzeichen Europas und wird jährlich von mehr als 8 Millionen Menschen besucht. Somit gehört es zu den meistbesuchten Städten der Welt. Selbstverständlich freute ich mich schon auf das Sightseeing, wobei ich gleichzeitig auch den Horror mit Massen an Touristen erwartete. Viel sollte ich aber an diesem Tag doch nicht sehen… Erstens spielte das Wetter ziemlich schnell nicht mehr mit, zweitens standen noch zwei Spiele auf dem Programm!
Nach der Ankunft aus der Stadt Girona an der Metro-Station Girona ging es die restlichen Meter gemütlich ins Hostel Fabrizzios Terrace. Anschließend verlor ich keine Zeit und bewegte mich ins gotische Viertel. Dort wurde auch in der Bar Joan auf dem Markt de Santa Caterina erstmal zum Frühstück gegessen: Botifarra negra (Schwarze Wurst), zucchini tortilla (Omelette mit Zucchini) und tripa (Kutteln). Alles lecker und schön katalanisch! Gut gefuttert lief ich dann weiter zur Basílica de Santa Maria del Pi, Kathedrale und die Rambla-Promenade runter bis zum Hafen. In dem Moment als ich den Hügel und zugleich Park Montjuïc ansteuerte, begann der Regen, der die kommenden 3-4 Stunden ununterbrochen vom Himmel knallte. Somit war die Aussicht vom Hügel wenig spektakulär, doch wenigstens konnte ich mich im Estadi Olímpic Lluís Companys bei einem wunderbaren Ausblick auf die Ränge des 55 000 Zuschauer fassendem Olympiastadion vom Regen verstecken. Zwar war noch genug Zeit bis zum ersten Spiel, aber ich entschied mich gleich zum Camp Nou zu fahren. So in etwa zwei Stunden vor dem Spiel war ich dann am größten Stadion Europas angekommen. Einen besonderen Eindruck macht es von außen jetzt nicht so wie das Estadio Santiago Bernabéu in Madrid und auch die Gegend außen gefiel mir jetzt nicht so wirklich. Im Gegensatz zu Madrid, wo der Ground mitten in einem Wohnviertel steht, ist das Stadiongelände hier sehr weitläufig und auch die Anzahl Kneipen und Bars hält sich vergleichsweise in Grenzen. Vorbei an den Touristenströmen drehte ich eine große Runde um das Camp Nou. Übersetzt vom Katalanischen heißt es ganz einfach „neues Spielfeld“. 1957 ersetze es das Les Corts, das mit seiner Kapazität von 60 000 zu klein für den damaligen 6-fachen spanischen Meister wurde. In den letzten Jahren gibt es aber Pläne das Camp Nou noch weiter auszubauen und die 100 Tausend Marke zu knacken. Klingt super, wobei damit anderseits ein Dach über die Ränge kommen soll, und das finde ich nun alles andere als super. Denn nur so wie jetzt, ohne eine komplette Überdachung, hat es den Stil der argentinischen Bauweise der Stadien. Mich trieb es in den höchsten Rang, innen beeindruckte mich der Ground natürlich doch. Zuerst war ich mir noch unsicher, ob ich das Spiel gegen Valencia noch auf Grund des hohen Ticketpreises von 90 Euro besuchen soll, aber am Ende gönnte ich es mir doch. Hätte es bestimmt noch bereut, dass ich in der Stadt war, aber nicht ein Spiel von Barca besucht hatte. Bei langweiligen Gegnern, sowie noch vielmehr im Pokal kommt man viel günstiger rein. Ich hatte eben das „Pech“, dass heute eine Top-Mannschaft zu Gast war. Auf die Stimmung hatte das Top-Match wie erwartet gar keine Auswirkung gehabt. Die Gäste waren in dem für Spanien typischen winzigen Gästekäfig eingesperrt und waren komplett nicht zu hören. Die Heimkurve bestand aus mehreren Grüppchen von bis zu 50 Mann, aber war jetzt auf Dauer wenig ernst zu nehmen. Dagegen fand ich die Stimmung beim Erzrivalen El Real deutlich stärker und interessanter. Ich finde es schon sehr krass und sogar typisch für modernen Fußball: Barca hat extrem viele Fans in der ganzen Welt und liefert dabei vergleichsweise keinen Support bei Heimspielen. Dabei ist der Club auch in der Stadt bzw. Region selbst sehr beliebt und steht symbolisch für ganz Katalonien. Durch die Kommerzialisierung der Liga und natürlich des Vereins geht dennoch das ganze Potential vollkommen verloren. Auch wenn immer wieder patriotische, prokatalanische Aktionen vom Verein getrieben werden, ist der Club trotzdem mehr auf Touristen und internationales Publikum ausgerichtet. Schade eigentlich…
Nach dem lockeren 2:1 Sieg der Katalanen gegen die Valencianistes ging es gemütlich mit der Metro ins Sant Andreu, wo um 20:00 die zweite Veranstaltung des Samstags anstand. Übrigens war das Viertligaspiel überraschenderweise auch das beste Spiel der Tour gewesen.
zum nächsten Spiel der Tour































