UEFA-Champions-League Quali
Marijampoles sporto centro stadione
Zuschauer: 4020 (ca. 50 Gäste)
Früh um 8 Uhr startete der Bus vom Busbahnhof Florenc nach Warschau. Der dort pünktlich knapp 10 Stunden später ankam. Dort mußte ich quer durch die Stadt um zum anderen Abfahrtsort meines Busses nach Litauen zu kommen. Also hatte ich etwas Zeit zum Essen. Dank Kreditkarte auch ohne polnische Zloty, zwar habe ich auf dem Weg nur einen Hipster-Laden gefunden, das Essen war jedoch sehr gut. Das finden des Abfahrtsortes meines Nightliners stellte mich vor Probleme, dank netter Hilfe, meisterte auch ich das. Dzekuje!
In Bussen kann ich ja echt nix pennen, zudem zog ständig seine Rotze die Nase hoch. So ging es dösend Richtung Litauen.
Lietuva ist der größte und südlichste der drei baltischen Staaten und grenzt im Westen an die Ostsee und hat gemeinsame Grenzen mit Lettland, Weißrussland, Polen und der russischen Oblast Kaliningrad.
Mit dem südlichen Nachbarn Polen verbindet Litauen auch gemeinsame Geschichte, die Union beider Länder zwischen dem 14. und dem 18. Jahrhundert.
Das polnisch-litauische Herrschaftsgebiet reichte im 15. Jahrhunder zeitweise sogar bis ans Schwarze Meer
Im Unterschied zu den beiden nördlichen baltischen Republiken ist die litauische Vergangenheit weniger von fremden Herrschern, Deutschen, Schweden oder Russen, dominiert und Litauen vom Katholizismus geprägt.
Die litauische Sprache konnte sich gegen über dem von großen Teilen der Bevölkerung gesprochenen Polnisch aber erst im 19. Jahrhundert durchsetzen, als sich die litauische Nationalbewegung formierte.
Ankunft in Marjampole war wiederum pünktlich um 3:50 Ortszeit, hier herrscht eine Stunde Zeitverschiebung (+1h).
Da ich natürlich zu geizig für eine extra Nacht im Hotel war, erstmal am Bahnhof auf eine Parkbank gelegt. In Litauen kein Problem, denn das Volk der Bahnhofs-Assis und Lungerer scheint hier inexistent.
Marijampole ist eine Industrie- und Bezirkshauptstadt und hat 47.000 Einwohner. Sie liegt im Süden von Litauen, zu beiden Seiten der Scheschuppe. Rund 50 Kilometer südwestlich von Kaunas. Die Stadt beheimatet Produktionsstätten der Lebensmittel- und Maschinenbauindustrie, vor allem für landwirtschaftliche Nutzung.
So machte man sich gegen 7 Uhr auf um etwas die Stadt zu erkunden. In meinem Baltikum-Reiseführer stand über Marijampole...ihr werdet es ahnen... absolut nix!
Die Sonne brezelte schon ordentlich runter und ich suchte mir erstmal ein Frühstück. Der lokale Markt öffnete gerade und ich wurde irgendwann fündig.
Schon hier beim groben Stadtrundgang merkte ich, hier gibt es wirklich recht wenig Sehenswertes.
Da ich erst um 14 Uhr einchecken konnte, legte ich meinen Rucksack erstmal ins Hotel und setzte mein Sightseeing-Programm fort. Ein paar Kirchen, der Friedhof, einen Park, ein paar Statuen. Ja das wars so im Groben.
Erstmal gemütlich ein litauisches Bier getrunken. Bierpreis liegt im Durchschnitt bei 2,50€ im Lande für die Halbe.
So ging ich, wie immer wenn genug Zeit ist, vor dem Spiel mal zum Stadion. Auf dem Weg liegt das alte Stadion von Suduva. Dort wird wohl trainiert und wie ich Plakaten entnehmen konnte auch Rugby, was wohl auch sehr populär im Land ist, gespielt.
Finde den Ground ganz nett, schöne große Hauptribüne und allerlei liebevolle Details wie ein Fitnesspark stehen hier rum. Schaut euch die Fotos am Schluss der Strecke an.
Im heutigen Spielort wurde gerade der Rasen gemäht. Der Grund warum ich meistens vorm Spiel mir die Stadien anschaue, liegt darin, man kann meist Fotos vom leeren Ground machen und das von allen Seiten. Gestört hat es keinen, weder den Platzwart, noch den Securtity-Typen im Auto, noch die Putzfrau die rumlief.
Auch den Bus von Zvezda entdeckte ich vorm Marriot-Hotel. Meins hieß Hotel Keta und war echt in Ordnung. Das suchte ich dann auf um mein Zimmer zu beziehen und eine Dusche zu nehmen.
Dann ging es auf Nahrungssuche. Ein Lokal mit litauischer Küche suchte ich sogar bei Trip-Advisor vergeblich. Sushi, Pizza, Burger und das ganze andere moderne Zeug gibts wie überall.
Ich nahm das Lokal welches noch am ehesten so aussah als würde es was Lokales geben. Am Ende gabs dann Kartoffelsuppe mit Speck und einen Fleischteller. Allerdings war der Service der hübschen Dame, eher davon geprägt so wenig wie möglich zu tun. So musste man recht lange auf die Getränke warten. Highlight als ich beim Bezahlen auf meinen Zwanziger, statt 5€ stattliche 15€ zurückbekam. Dėkoti !
Nun ging es endlich zum Spiel. Im Vorfeld hatte ich mir übelste Gedanken über Tickets gemacht. Ich dachte wegen Sicherheitsauflagen gibt es vielleicht am Spieltag keine mehr. Kurz vor Abreise bekam ich doch noch eine Mail, das es kein Problem am Spieltag darstellt. Am Ticketschalter wusste weder die Dame noch der Herr, wo Heim- und Gästefans untergebracht sind. Also nahm ich für 10€ die Haupttribüne.
Suduva wurde 1968 gegründet und spielte während der Sowjetzeit in der regionalen, litauischen Meisterschaft.
Nach der Unabhängigkeit startete der Klub unterklassig und spielte ab der Saison 1995/96 in der zweiten Liga. Dann gelang der Aufstieg, nach der Erstligasaison gab man allerdings die Lizenz zurück und spielte weiterhin zweitklassig.
Als 1998/99 auf den Kalenderjahr-Rhythmus umgestellt wurde, war man sogar nur noch drittklassig.
Ab 2000 gelang der Durchmarsch in die erste Liga. 2006 gewann man erstmals den litauischen Pokal und im letzten Jahr sogar die Meisterschaft.
Suduva (Sudauen) ist im übrigen eine historische Landschaft in Ostmitteleuropa.
Am Stadion war schon ordentlich was los, verglichen mit dem was sonst im Litauen beim Fußball so geht. Zwar kommen bei Spitzenspielen auch mal 2.000, aber ansonsten eher so zwischen 500-700 Zuschauern. Denn der Volkssport ist nunmal Basketball !
Im Vorfeld wurde bekannt das Crvena Zvezda aufgrund einer UEFA-Strafe nicht fahren darf. Wie ich solche Kollektivstrafen hasse. Dennoch dürften sich so etwa 50 Serben hier eingefunden haben. Auf der Gegenseite sammelten sich ein paar Aktive um etwas zu supporten. Davon eine Handvoll Freunde von Spartak Moskau, was man auch an deren Banner "Russian Support" erkennen konnte.
Natürlich war der Support heute nicht sonderlich erwähnenswert. Durch solche Strafen wird halt auf Dauer alles kaputt gemacht, was den Fußball so ausmacht.
Auf Heimseite gab es auch so etwa zwanzig Fans, die sich "Suduvos Sakalai" nennen. Den Rest könnt ihr euch sicherlich denken.
Catering gabs auch, doch waren diese hinter dem Stand aufgrund der Massen heillos überfordert und man mußte lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Als ich sah das auf den Bier-Dosen 0,0% stand, nahm ich lieber ein Cider. Komischerweise war das mit voller Prozentzahl. Dazu holte ich mir das im Baltikum beliebte Knoblauchbrot im Becher.
Als ich damit die Treppen hochlief wurde ich erstmal vom größten Casual, der anwesenden deutschen Hoppermeute kritisch gemustert. Übrigens verliessen diese das Spiel in der Halbzeit. Dazu sag ich mal nix, muß jeder selber wissen wie ernst er sein Hobby nimmt !
In der zweiten Halbzeit wechselte ich meinen Standort. Als man sich dann hinsetzte fragte mich Jemand imn Zvezda-Trikot auf Deutsch ob ich den mal von Ihm ein Foto machen würde. So kam man mit Philipp aus Gladbach ins Gespräch und verabredete sich für morgen in Vilnius, da er auch dorthin fahren würde.
Für mich ging es nach dem Spiel noch in eine Bar und nach einem Absacker ins Bett.
Text/Fotos: Pressi


















































