Fortuna Liga
Doosan-Arena
Zuschauer: 10.753
Endlich stand auch für mich mal eine längere Auslandstour an. Schon lange wollte ich mir um die Europa-Quali-Spiele eine Tour basteln. Letztendlich entschied ich mich für einen neuen Länderpunkt, statt evt. etwas stimmungsvollerer Spiele in der Slowakei. Los gings Montag früh mit dem Bayern-Böhmen-Ticket, wollte man doch den Montagskick in Tschechien auf dem Weg noch mitnehmen.
In Cheb war genug Zeit zur Kronen und Pivo-Beschaffung und Nachmittags war man in Plzen. Den Rucksack schnell ins Schließfach und ab in die Stadt.
In Cheb war genug Zeit zur Kronen und Pivo-Beschaffung und Nachmittags war man in Plzen. Den Rucksack schnell ins Schließfach und ab in die Stadt.
Dank idealer Lage an den Handelswegen mauserte es sich zum Geschäftszentrum.
Die Stadt verdankt ihre Bekanntheit hauptsächlich der Brauerei Pilsner Urquell. Schon im Mittelalter braute fast jedes Haus in der Innenstadt sein eigenes Bier, allerdings in niedriger Qualität. Nachdem es als gesundheitschädlich deklariert wurde, gründeten die Einwohner 1842 eine moderne Brauerei.
Bis heute hielt das Gebräu seinen charakteristischen Geschmack dank geheimnisvoller Rezeptur und dem Hopfen aus Zatec.
Im übrigen sind die Tschechen mit 160 Litern pro Kopf die größten Pivo-Zecher worldwide. Und Ihr? Seid ihr drüber oder drunter mit eurem Konsum?
Wer in Tschechien ein kleines Bier bestellt, outet sich damit als Touri. Selbst die hübschesten der tschechischen Models spielen in der halben Liter-Klasse!
In den Skoda-Werken der Stadt werden bis heute Lokomotiven, Trolleybusse und Straßenbahnen gefertigt. Der Gründer Emil Ritter ist aber nicht zu verwechseln mit dem Autohersteller aus Mlada Boleslav.
In der Innenstadt stolpert man sofort über den zweitgrößten Marktplatz des Landes, dem Platz der Rebublik. Der Turm der Bartholomäuskirche überragt sogar den Prager Veitsdom und ist mit 102,6 Metern der Größte in Tschechien.
Zuerst gings in ein Brauhaus zu Gulasch und Pivo. Danach ging ich an der Kneipe vom Plzner Brauereimuseum vorbei. Da wäre ich ja nie rein, aber nachdem der Laden voll mit Einheimischen in Fußball-Devotionalien war, enterte ich den Laden für ein paar Halbe.
Zum Stadion sind es nur noch paar Meter über die Straße durch einen Park. Am Ticketschalter dann der Schock...Sold-out!
Dass es in Plzen eng werden kann dank dem Erfolg und dem kleinem Stadion wußte ich, aber Montags 18 Uhr gegen Liberec...???
Aber nach drei Minuten hatte ich ein Ticket für 10€ vom Schwarzmarkthändler in meinen Griffeln. Zwar das Doppelte, aber bei den Ticketpreisen ist das locker zu verschmerzen. Zur Not wäre man halt in den Gästebereich gegangen, denn dieser war natürlich nicht annähernd voll. Kurz vor Anpfiff waren immer noch viele Plätze frei und ich zweifelte schon an den Fähigkeiten der Tickettante, doch im Laufe des Spiels füllte sich das Stadion immer mehr und so dürften wohl nur einige Dauerkarten ungenutzt geblieben sein.
Der FC Viktoria Plzen war lange eine Fahrstuhl-Mannschaft. Bis nach dem Rückzug des 1. FK Drnovice aus der 1. Liga ein Platz frei wurde und man sich als Dritter dafür qualifizieren konnte. 2010 übernahm der Unternehmer Tomas Paclik die Eigentumsrechte an dem Verein und man wurde 2010/11 erstmals tschechischer Fußballmeister. Wichtige Rollen spielten dabei Spielmacher Pavel Horvath und Trainer Pavel Vrba. Sie gelten mittlerweile als Vereinslegenden. Auch international war man oft vertreten und verkaufte sich auch recht gut. Mittlerweile hat man fünfmal die Meisterschaft geholt. Das letzte Mal erst letzte Saison.
Drinnen wurde für unsere Seite erstmal ein Bild mit Bier (ca. 1,25€) gepostet. Kurz darauf setzte sich ein kräftiger junger Herr neben mich und fragte ob ich von der Expertenrunde wäre. So kam man mit Travis aus Hannover ins Gespräch. Shaffi hatte ihm wohl gezeigt wer ich wäre, da sich beide wohl in Polen mal über den Weg liefen. Freut mich immer wenn man Leute kennenlernt auf seinen Touren, also notfalls einfach mal ansprechen !
Zum Intro gabs bei Plzen eine kleine Choreo mit Meisterpokal. Nichts weltbewegendes, aber für Tschechien sicherlich in Ordnung. Mittlerweile ist die Fanszene auch auf der Hintertortribüne und nicht mehr, wie bei meinem ersten Besuch auf der alten Haupttribüne. Hatte ich sie damals noch als guten, pyrozündelten Haufen in Erinnerung, hat sich das den meisten, langweiligen Szenen in dem Land angepasst. Schade! Liberec stand auf unserer Tribüne und war auf dem selben Niveau. So wurde das Spiel mit Travis verlabert. Er hatte übrigens schon eine einwöchige Tour hinter sich. Nach dem Spiel noch das letzte Bier am Bierstand abgegriffen, für 96 gabs leider keins mehr :-( Alles leer getrunken. Ich merke die Tschechen tun was für Ihre Spitzenstellung im Bier trinken !
So setzte man sich noch zusammen bei Bier und Cider an den Bahnhof bis mein Zug nach Praha fuhr. Dieser hatte dann doch einige Verspätung bis er sich endlich mal in Bewegung setzte. Und viel zu spät lag ich dann in den Federn meines Bahnhofsnahen Hostels. Es sollte ja morgen früh weiter nach Litauen gehen...mit dem Bus.






























