Fortuna Liga
Stadion ve Štruncových sadech
Zuschauer: 10 532 (ca. 25 Gäste)
Am zweiten Tag
in Tschechien stand nur ein Spiel in Plzeň um 16 Uhr auf dem Plan. So wurde
nach dem Abendspiel in Pribram am Samstag die Stadt Spálené Poříčí angefahren,
wo im Hotel Brdy übernachtet wurde. Der Arbeitskollege, den ich diesmal
mitgenommen hatte, steht nämlich mehr auf ländliche Umgebung, sodass wir uns
gezielt ein Hotel im Kaff und nicht in der „Metropole“ Plzeň ausgesucht hatten.
Am nächsten Tag ging es gemütlich aus der Kiste zum Frühstück, um anschließend
noch kurz die Stadt selbst anzugucken. Dabei wurde auch der dortige Ground
begutachtet. Danach ging es weiter mit dem Auto ins 25 km entfernte Plzeň.
Der
Namensgeber des berühmten Pilsner Biers ist mit seinen 170.000 Einwohnern schon
die viertgrößte Stadt der Republik. Neben dem Bier ist der Ort für seine
Škoda-Werke bekannt. Das Zentrum ist ganz nett, aber kann schnell angeschaut
werden. Es ist jetzt also keine Stadt für mich, wo man lang verweilen könnte.
Das Highlight war dann für uns das Besteigen des Turms der gotischen
St.-Bartholomäus-Kathedrale, wovon man einen wunderbaren Blick auf die Stadt
inkl. Stadion bekommt. So rückte die Zeit des Anpfiffs näher und ich bewegte
mich zum Stadion im Štrunc-Park. So lautet die inoffizielle Bezeichnung der
Heimstätte der 1911 gegründeten Viktoria. Seit 2011 trägt der Ground einen
Sponsorennamen und ist damit eines der wenigen Stadien mit verunstalteten
Bezeichnungen im Land. Mit den vier Meisterschaften von Viktoria in den letzten
sieben Jahren kamen auch viele Veränderungen: So wurde das Stadion nicht nur
unbenannt, sondern in mehreren Bauabschnitten erheblich modernisiert. So ähnelt
es inzwischen mehr einer holländischen Arena als einer tschechischen Bruchbude.
Auch die Einheimischen, die in Tschechien bekanntlich eher auf Eishockey als
Fußball stehen, sind mit dem Erfolg massenhaft ins Stadion gewandert. So sind
inzwischen immer wieder Ligaspiele selbst bei langweiligen Gegnern ausverkauft.
So ging es auch meinem Kollegen Ende Juli als er an einem Montag keine Karte an
der Tageskasse ergattern konnte. Aus diesem Grund wurde das Ticket von mir
schon vorab für 10 Euro online besorgt. Selbst unter der Berücksichtigung der
kleinen Kapazität von 11 722 Plätzen, stellt die Stadionauslastung und das
Ticketproblem als solches für die tschechischen Verhältnisse ein Novum dar. Auf
die Stimmung wirkt sich die Fußballbegeisterung der Stadt aber nicht besonders
aus. Die Fanszene von Viktoria mag zwar fantechnisch immer wieder was
probieren, aber die Erfahrung fehlt denen anscheinend immer noch. So sollte das
heutige Spiel wohl im argentinischen Stil durchsupportet werden, doch aufgrund
der schwachen Mitmachquote, zu wenigen Konfettischnipsel sowie Luftballons
wirkte für mich ihr Block heute recht unseriös. Wenigstens gab es mit 7 Toren
ein ordentliches Spektakel auf dem Platz zu sehen, sodass der Besuch nicht
allzu langweilig war und sich schon gelohnt hatte. Nach dem Schlusspfiff traf
ich mich wieder mit dem Kollegen und die Fahrt nach Deutschland konnte
angetreten werden.
Text/Fotos: Шаффи



























