Sonntag, 26. August 2018

FC Viktoria Plzeň - FK Mladá Boleslav 6:1

Fortuna Liga
Stadion ve Štruncových sadech
Zuschauer: 10 532 (ca. 25 Gäste) 

Am zweiten Tag in Tschechien stand nur ein Spiel in Plzeň um 16 Uhr auf dem Plan. So wurde nach dem Abendspiel in Pribram am Samstag die Stadt Spálené Poříčí angefahren, wo im Hotel Brdy übernachtet wurde. Der Arbeitskollege, den ich diesmal mitgenommen hatte, steht nämlich mehr auf ländliche Umgebung, sodass wir uns gezielt ein Hotel im Kaff und nicht in der „Metropole“ Plzeň ausgesucht hatten. Am nächsten Tag ging es gemütlich aus der Kiste zum Frühstück, um anschließend noch kurz die Stadt selbst anzugucken. Dabei wurde auch der dortige Ground begutachtet. Danach ging es weiter mit dem Auto ins 25 km entfernte Plzeň.
Der Namensgeber des berühmten Pilsner Biers ist mit seinen 170.000 Einwohnern schon die viertgrößte Stadt der Republik. Neben dem Bier ist der Ort für seine Škoda-Werke bekannt. Das Zentrum ist ganz nett, aber kann schnell angeschaut werden. Es ist jetzt also keine Stadt für mich, wo man lang verweilen könnte. Das Highlight war dann für uns das Besteigen des Turms der gotischen St.-Bartholomäus-Kathedrale, wovon man einen wunderbaren Blick auf die Stadt inkl. Stadion bekommt. So rückte die Zeit des Anpfiffs näher und ich bewegte mich zum Stadion im Štrunc-Park. So lautet die inoffizielle Bezeichnung der Heimstätte der 1911 gegründeten Viktoria. Seit 2011 trägt der Ground einen Sponsorennamen und ist damit eines der wenigen Stadien mit verunstalteten Bezeichnungen im Land. Mit den vier Meisterschaften von Viktoria in den letzten sieben Jahren kamen auch viele Veränderungen: So wurde das Stadion nicht nur unbenannt, sondern in mehreren Bauabschnitten erheblich modernisiert. So ähnelt es inzwischen mehr einer holländischen Arena als einer tschechischen Bruchbude. Auch die Einheimischen, die in Tschechien bekanntlich eher auf Eishockey als Fußball stehen, sind mit dem Erfolg massenhaft ins Stadion gewandert. So sind inzwischen immer wieder Ligaspiele selbst bei langweiligen Gegnern ausverkauft. So ging es auch meinem Kollegen Ende Juli als er an einem Montag keine Karte an der Tageskasse ergattern konnte. Aus diesem Grund wurde das Ticket von mir schon vorab für 10 Euro online besorgt. Selbst unter der Berücksichtigung der kleinen Kapazität von 11 722 Plätzen, stellt die Stadionauslastung und das Ticketproblem als solches für die tschechischen Verhältnisse ein Novum dar. Auf die Stimmung wirkt sich die Fußballbegeisterung der Stadt aber nicht besonders aus. Die Fanszene von Viktoria mag zwar fantechnisch immer wieder was probieren, aber die Erfahrung fehlt denen anscheinend immer noch. So sollte das heutige Spiel wohl im argentinischen Stil durchsupportet werden, doch aufgrund der schwachen Mitmachquote, zu wenigen Konfettischnipsel sowie Luftballons wirkte für mich ihr Block heute recht unseriös. Wenigstens gab es mit 7 Toren ein ordentliches Spektakel auf dem Platz zu sehen, sodass der Besuch nicht allzu langweilig war und sich schon gelohnt hatte. Nach dem Schlusspfiff traf ich mich wieder mit dem Kollegen und die Fahrt nach Deutschland konnte angetreten werden. 

Text/Fotos: Шаффи