Samstag, 11. August 2018

Vanløse IF - Hillerød Fodbold 3:0

2. division Øst
Vanløse Idrætspark
Zuschauer: 500

Normalerweise bin ich wenig auf neue Länder fixiert, sondern beschäftige mich lieber intensiver mit den Ländern, wo ich schon gewesen bin. Doch ein paar neue Länderpunkte während des Kalenderjahrs dürfen schließlich trotzdem nicht fehlen, sodass nur eine Woche nach dem Besuch in Belgien auch schon der nächste deutsche Nachbar bereist werden sollte: Dänemark! Da der Fußball dort sehr organisiert zu sein scheint, wurde schon sehr frühzeitig, ich meine sogar noch im Juni, die Liga terminiert. Als Hauptspiel wurde das dänische New Firm Derby, das für Sonntag angesetzt war, rausgesucht.
Die Anreise aus Würzburg begann für mich schon am späten Samstagabend mit dem ICE nach Hamburg. Die Zugfahrt verging wie im Flug dank der Lektüre der neuen Ausgabe meines Lieblingshefts – Jottwede. In Hamburg musste noch der lange Umstieg von über zwei Stunden überwunden werden, bis der IC-Bus mich über die kurze Nacht nach Kopenhagen brachte. Sicherlich sind die Nachtfahrten mit dem Bus nicht jedermanns Sache, doch ich bevorzuge diese extrem, weil damit nicht die wertvolle Zeit des Tages vergeudet wird. Im Bus konnte ich wirklich gut pennen, auch wenn mittendrin bei der Überquerung der Meerenge Fehmarnbelt mit der Fähre der Bus für eine dreiviertel Stunde aus Sicherheitsgründen verlassen werden musste. Nun ja, gegen sieben Uhr früh war ich in der Hauptstadt des flächenmäßig kleinsten Staates Skandinaviens angekommen. Durch Grönland wäre Dänemark sogar unter den flächengrößten Staaten der Welt, doch nur die außenpolitische und militärische Vertretung des Landes gehören heutzutage noch zur dänischen Verantwortung. Für mich ging es direkt zum Hostel Bedwood, das in der schönsten Ecke der Stadt namens Nyhavn (neuer Hafen), liegt. Neben der perfekten Lage kann ich die Bleibe definitiv auch so weiterempfehlen! Der besagte Orte Nyhavn ist nur heutzutage zu einem Magnet für die Touristen geworden, noch im vorherigen Jahrhundert war an der Stelle ein total asoziales Hafenmilieu. Bevor ich mich auf eine einstündige Bootstour begab, schaute ich mir noch auf die Schnelle das Kastell, die Kleine Meerjungfrau, das Wahrzeichen der Stadt, sowie die Larsens Promenade an. Danach ging es, wie erwähnt, auf eine einstündige Tour in deutscher Sprache durch die Kanäle der Stadt. Für 95 Kronen (ca. 13 Euro) ist diese definitiv empfehlenswert, wobei es sogar noch für den halben Preis mit der anderen Firma machbar sei. Diese soll aber weniger gut sein und auch die abgeranzten Boote sind so was von überfüllt, dass es mir persönlich trotz dem besseren Preis keinen Spaß machen würde. Mit der Rückkehr nach Nyhavn wurde von mir auch schon mit der Metro das kleinste Viertel der Stadt Vanløse mit dem Ziel Fußball angesteuert. An der gleichnamigen Endhaltstelle deckte ich mich noch mit etwas Essen im Supermarkt ein und lief die restlichen Meter bis zum Ground. In dem 10.000er Stadion trägt der 1921 gegründete Stadtteilverein Vanløse IF seine Heimspiele aus. Für 50 Kronen (ca. 6 Euro) betrat ich das nette Stadion, das jeweils auf den beiden langen Seiten ausgebaut ist. Auf der einen Seite steht die große Tribüne mit Sitzplätzen, gegenüber sind ein paar Stufen auf Holzbalken. Für die 3. dänische Liga und meine Erwartungen mehr als in Ordnung. Der Verein hat übrigens nicht immer so tief gespielt, sondern war zwei Jahre seiner Geschichte in der ersten Liga sowie durch den Pokalsieg auch im Europapokal. Dort war man aber gleich in der ersten Runde nach einem Gesamtergebnis von 8:1 gegen Benfica ausgeschieden. Im Stadion herrschte heute eine völlig entspannte und angenehme Stadionatmosphäre à la Tschechien. An Bier und der gut aussehenden Wurst bediente ich mich nicht, weil ich eigentlich keinen Hunger mehr hatte. Der Preis von umgerechnet 4 Euro für die Wurst und 5 für das Bier eigentlich aber noch im Rahmen für die dänischen Verhältnisse.
Nach dem intensiven Spiel nahm ich wieder den gleichen Weg mit der Metro in die Innenstadt. Viel brauchte ich an diesem Samstag nach der kurzen Nacht nicht mehr, sodass ich nur noch am Torvehallerne (Hallen vom Food Market) vorbeischaute, den Rundetårn (Runder Turm) bestieg sowie mir noch ein kleines Abendessen im Restaurant gönnte. Da gab es für mich das traditionelle Mittagsessen der Dänen das Smørrebrød. Es ist an sich nur ein einfaches Roggenbutterbrot, das aber sehr reichlich belegt ist. Pro Portion durfte man zwei unterschiedliche auswählen, so wählte ich jeweils eins mit Garnelen und geräuchertem Lachs aus. Mit Bier und Trinkgeld kostete mich der Spaß 220 Kronen (30 Euro). An dieser Stelle möge aber gesagt werden, dass in der Altstadt von Kopenhagen auch günstiger gegessen werden kann. Wenn man mit Pizza oder Grillzeug zufrieden ist und dabei noch die Restaurantangebote zu bestimmten Uhrzeiten nutzt, bekommt man auch schon für 10-15 Euro sein Essen. Es ist aber eben nur das Standardzeug, das man überall bekommen kann, das ich aber auf den Auslandstouren fast kategorisch ablehne.

Text/Fotos: Шаффи

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