2. division Øst
Vanløse
Idrætspark
Zuschauer: 500
Normalerweise
bin ich wenig auf neue Länder fixiert, sondern beschäftige mich lieber
intensiver mit den Ländern, wo ich schon gewesen bin. Doch ein paar neue
Länderpunkte während des Kalenderjahrs dürfen schließlich trotzdem nicht
fehlen, sodass nur eine Woche nach dem Besuch in Belgien auch schon der nächste
deutsche Nachbar bereist werden sollte: Dänemark! Da der Fußball dort sehr organisiert
zu sein scheint, wurde schon sehr frühzeitig, ich meine sogar noch im Juni, die
Liga terminiert. Als Hauptspiel wurde das dänische New Firm Derby, das für
Sonntag angesetzt war, rausgesucht.
Die Anreise aus
Würzburg begann für mich schon am späten Samstagabend mit dem ICE nach Hamburg.
Die Zugfahrt verging wie im Flug dank der Lektüre der neuen Ausgabe meines
Lieblingshefts – Jottwede. In Hamburg musste noch der lange Umstieg von über
zwei Stunden überwunden werden, bis der IC-Bus mich über die kurze Nacht nach
Kopenhagen brachte. Sicherlich sind die Nachtfahrten mit dem Bus nicht
jedermanns Sache, doch ich bevorzuge diese extrem, weil damit nicht die
wertvolle Zeit des Tages vergeudet wird. Im Bus konnte ich wirklich gut pennen,
auch wenn mittendrin bei der Überquerung der Meerenge Fehmarnbelt mit der Fähre
der Bus für eine dreiviertel Stunde aus Sicherheitsgründen verlassen werden
musste. Nun ja, gegen sieben Uhr früh war ich in der Hauptstadt des
flächenmäßig kleinsten Staates Skandinaviens angekommen. Durch Grönland wäre
Dänemark sogar unter den flächengrößten Staaten der Welt, doch nur die
außenpolitische und militärische Vertretung des Landes gehören heutzutage noch
zur dänischen Verantwortung. Für mich ging es direkt zum Hostel Bedwood, das in
der schönsten Ecke der Stadt namens Nyhavn (neuer Hafen), liegt. Neben der
perfekten Lage kann ich die Bleibe definitiv auch so weiterempfehlen! Der
besagte Orte Nyhavn ist nur heutzutage zu einem Magnet für die Touristen
geworden, noch im vorherigen Jahrhundert war an der Stelle ein total asoziales
Hafenmilieu. Bevor ich mich auf eine einstündige Bootstour begab, schaute ich
mir noch auf die Schnelle das Kastell, die Kleine Meerjungfrau, das Wahrzeichen
der Stadt, sowie die Larsens Promenade an. Danach ging es, wie erwähnt, auf
eine einstündige Tour in deutscher Sprache durch die Kanäle der Stadt. Für 95
Kronen (ca. 13 Euro) ist diese definitiv empfehlenswert, wobei es sogar noch
für den halben Preis mit der anderen Firma machbar sei. Diese soll aber weniger
gut sein und auch die abgeranzten Boote sind so was von überfüllt, dass es mir
persönlich trotz dem besseren Preis keinen Spaß machen würde. Mit der
Rückkehr nach Nyhavn wurde von mir auch schon mit der Metro das kleinste
Viertel der Stadt Vanløse mit dem Ziel Fußball angesteuert. An der
gleichnamigen Endhaltstelle deckte ich mich noch mit etwas Essen im Supermarkt
ein und lief die restlichen Meter bis zum Ground. In dem 10.000er Stadion trägt
der 1921 gegründete Stadtteilverein Vanløse IF seine Heimspiele aus. Für 50
Kronen (ca. 6 Euro) betrat ich das nette Stadion, das jeweils auf den beiden
langen Seiten ausgebaut ist. Auf der einen Seite steht die große Tribüne mit
Sitzplätzen, gegenüber sind ein paar Stufen auf Holzbalken. Für die 3. dänische
Liga und meine Erwartungen mehr als in Ordnung. Der Verein hat übrigens nicht
immer so tief gespielt, sondern war zwei Jahre seiner Geschichte in der ersten
Liga sowie durch den Pokalsieg auch im Europapokal. Dort war man aber gleich in
der ersten Runde nach einem Gesamtergebnis von 8:1 gegen Benfica ausgeschieden.
Im Stadion herrschte heute eine völlig entspannte und angenehme
Stadionatmosphäre à la Tschechien. An Bier und der gut aussehenden Wurst
bediente ich mich nicht, weil ich eigentlich keinen Hunger mehr hatte. Der
Preis von umgerechnet 4 Euro für die Wurst und 5 für das Bier eigentlich aber
noch im Rahmen für die dänischen Verhältnisse.
Nach dem
intensiven Spiel nahm ich wieder den gleichen Weg mit der Metro in die
Innenstadt. Viel brauchte ich an diesem Samstag nach der kurzen Nacht nicht
mehr, sodass ich nur noch am Torvehallerne (Hallen vom Food Market)
vorbeischaute, den Rundetårn (Runder Turm) bestieg sowie mir noch ein kleines
Abendessen im Restaurant gönnte. Da gab es für mich das traditionelle Mittagsessen
der Dänen das Smørrebrød. Es ist an sich nur ein einfaches Roggenbutterbrot,
das aber sehr reichlich belegt ist. Pro Portion durfte man zwei
unterschiedliche auswählen, so wählte ich jeweils eins mit Garnelen und
geräuchertem Lachs aus. Mit Bier und Trinkgeld kostete mich der Spaß 220 Kronen
(30 Euro). An dieser Stelle möge aber gesagt werden, dass in der Altstadt von
Kopenhagen auch günstiger gegessen werden kann. Wenn man mit Pizza oder
Grillzeug zufrieden ist und dabei noch die Restaurantangebote zu bestimmten
Uhrzeiten nutzt, bekommt man auch schon für 10-15 Euro sein Essen. Es ist aber
eben nur das Standardzeug, das man überall bekommen kann, das ich aber auf den
Auslandstouren fast kategorisch ablehne.
Text/Fotos: Шаффи
zum nächsten Spiel der Tour