Jupiler Pro League
Kehrwegstadion
Zuschauer: 2150 (ca. 300 Gäste)
Das Hauptspiel des ersten
Wochenendes im August sollte das niedersächsische Derby zwischen SV Meppen und
dem VfL Osnabrück werden. Dieses wurde auf den Sonntag gelegt und so sollte am
Samstag ein weiteres Spiel folgen. Schließlich ist Meppen nicht so schnell von
Würzburg zu erreichen, sodass eine Tagestour dorthin für mich komplett sinnfrei
gewesen wäre. Zuerst war ich auf Lippstadt fokussiert. Nachdem mir Tim von den
Brückengängern aber einen Doppler mit einem neuen Länderpunkt angeboten hatte,
wurde der ursprüngliche Plan problemlos über Bord geworfen. Als erstes Spiel
wurde das Heimspiel des SV Straelen, der seit dieser Saison in der Regionalliga vertreten ist, angepeilt.
Die Stadt Straelen liegt in der Nähe der
niederländischen Grenze. Landesweite Bekanntheit erreichte die Stadt am selben
Tag, als wir dort das Spiel besuchten. Ein heftiger Waldbrand ereignete sich
dort in der Nacht, sodass auch wir Zeugen des Löschvorganges durch Hubschrauber
geworden sind. Sonst war das erste Spiel des Tages für mich persönlich eine
echt üble Kiste gewesen. So ist auch meine fehlende Lust zu begründen, den
Bericht zu verfassen. Wer es unbedingt braucht, kann es sich aber gerne bei den
erwähnten Kollegen aus Osnabrück nachlesen.
Anschließend ging es also mit dem
Auto weiter nach Belgien. Für mich war das zweite Spiel ganz klar das Highlight
des Tages, denn endlich sollte auch der Länderpunkt fallen. Der westliche
Nachbar, der von vielen Wessihoppern für die Pommes Frites beinahe vergöttlicht
wird, war nie unbedingt mein großes Ziel gewesen, aber doch war ich schon froh
es auch endlich besuchen zu dürfen. Der Länderpunkt sollte beim Heimspiel des
KAS Eupen fallen. Eupen liegt unmittelbar an der Grenze zu Deutschland und
gehört zu der sogenannten deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien. So wird
hier teilweise perfektes Deutsch gesprochen, wie beispielweise auch der
Stadionsprecher, welcher größtenteils die Ansagen in deutscher Sprache machte.
Für je einen Zwanziger holten wir uns an den Kassenhäuschen Karten für die
Gegengerade. Unbekümmert wollten wir diese betreten, als man plötzlich von
Ordnern aufgehalten wurde. „Wegen dem Risikospiel heute seien generell keine
Taschen zugelassen“ so lautete zumindest der Kommentar des Chefordners, dessen Sohn
übrigens zu den Allesfahrern in der Kölner Szene gehört. Auf eine Diskussion
hat sich der Herr nicht eingelassen, sodass wir unsere Kamerataschen noch zum
Auto brachten. Auf dem Weg zurück wurden noch vier Dresdner in Trikots von
Dynamo gesichtet. Später entdeckten wir diese auch noch auf der Heimtribüne
direkt beim Fanblock. Einen Kommentar erspare ich mir lieber an dieser Stelle.
Das Ganze konnten sich die Sachsen aber halt in Belgien bzw. vor allem bei dem
überschaubaren Haufen der Heimszene erlauben. Witzig fanden wir, dass die
Eupener wohl einen Fetisch für Tiere in schwarz-weißen Farben besitzen: Panda
ist die „offizielle“ Bezeichnung für die Eupener sowie das Maskottchen des
Vereins. Doch es gibt neben dem einem Panda-Fan-Club, auch eine Zebras Ultras-Gruppe.
Die Ironie des Schicksals sorgte aber dafür,
dass der heutige Gastverein aus Charleroi den Namen Zebras trägt. Der
Gästeblock war heute mit einer durchaus guten Ladung aus Charleroi gefüllt. Die
Jungs zogen ihr Ding in Sachen Support stark durch und waren stets gut zu
vernehmen. Daumen hoch! Auch die Gastmannschaft wirkte heute fitter und
zerlegte die von der französischen Legende Claude Makélélé trainierte
Mannschaft der Hausherren mit einem 4:1.
Nach dem Spiel musste für mich der
Länderpunkt Belgien nochmal durch das Essen des belgischen Klassikers endgültig
fallen. Dafür wurde von unserem Fahrer, dem Profihopper Tim ein perfekter Laden
auf dem Weg nach Deutschland ausgesucht. Für 6,7 Euro gab es dort ein Menü mit
Fritten, Frikandel Speziale und einer Dose Softgetränk. Trotz meiner
anfänglichen Skepsis war das Essen dann doch schmackhaft. Es ist halt keine
hohe Kochkunst und ist auf Dauer bestimmt nicht das Gesündeste, aber muss ja
nicht immer sein…
zum nächsten Spiel des Wochenendes














