Samstag, 4. August 2018

KAS Eupen - Sporting Charleroi 1:4


Jupiler Pro League
Kehrwegstadion
Zuschauer: 2150 (ca. 300 Gäste)

Das Hauptspiel des ersten Wochenendes im August sollte das niedersächsische Derby zwischen SV Meppen und dem VfL Osnabrück werden. Dieses wurde auf den Sonntag gelegt und so sollte am Samstag ein weiteres Spiel folgen. Schließlich ist Meppen nicht so schnell von Würzburg zu erreichen, sodass eine Tagestour dorthin für mich komplett sinnfrei gewesen wäre. Zuerst war ich auf Lippstadt fokussiert. Nachdem mir Tim von den Brückengängern aber einen Doppler mit einem neuen Länderpunkt angeboten hatte, wurde der ursprüngliche Plan problemlos über Bord geworfen. Als erstes Spiel wurde das Heimspiel des SV Straelen, der seit dieser Saison in der Regionalliga vertreten ist, angepeilt.
Die Stadt Straelen liegt in der Nähe der niederländischen Grenze. Landesweite Bekanntheit erreichte die Stadt am selben Tag, als wir dort das Spiel besuchten. Ein heftiger Waldbrand ereignete sich dort in der Nacht, sodass auch wir Zeugen des Löschvorganges durch Hubschrauber geworden sind. Sonst war das erste Spiel des Tages für mich persönlich eine echt üble Kiste gewesen. So ist auch meine fehlende Lust zu begründen, den Bericht zu verfassen. Wer es unbedingt braucht, kann es sich aber gerne bei den erwähnten Kollegen aus Osnabrück nachlesen.
Anschließend ging es also mit dem Auto weiter nach Belgien. Für mich war das zweite Spiel ganz klar das Highlight des Tages, denn endlich sollte auch der Länderpunkt fallen. Der westliche Nachbar, der von vielen Wessihoppern für die Pommes Frites beinahe vergöttlicht wird, war nie unbedingt mein großes Ziel gewesen, aber doch war ich schon froh es auch endlich besuchen zu dürfen. Der Länderpunkt sollte beim Heimspiel des KAS Eupen fallen. Eupen liegt unmittelbar an der Grenze zu Deutschland und gehört zu der sogenannten deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien. So wird hier teilweise perfektes Deutsch gesprochen, wie beispielweise auch der Stadionsprecher, welcher größtenteils die Ansagen in deutscher Sprache machte. Für je einen Zwanziger holten wir uns an den Kassenhäuschen Karten für die Gegengerade. Unbekümmert wollten wir diese betreten, als man plötzlich von Ordnern aufgehalten wurde. „Wegen dem Risikospiel heute seien generell keine Taschen zugelassen“ so lautete zumindest der Kommentar des Chefordners, dessen Sohn übrigens zu den Allesfahrern in der Kölner Szene gehört. Auf eine Diskussion hat sich der Herr nicht eingelassen, sodass wir unsere Kamerataschen noch zum Auto brachten. Auf dem Weg zurück wurden noch vier Dresdner in Trikots von Dynamo gesichtet. Später entdeckten wir diese auch noch auf der Heimtribüne direkt beim Fanblock. Einen Kommentar erspare ich mir lieber an dieser Stelle. Das Ganze konnten sich die Sachsen aber halt in Belgien bzw. vor allem bei dem überschaubaren Haufen der Heimszene erlauben. Witzig fanden wir, dass die Eupener wohl einen Fetisch für Tiere in schwarz-weißen Farben besitzen: Panda ist die „offizielle“ Bezeichnung für die Eupener sowie das Maskottchen des Vereins. Doch es gibt neben dem einem Panda-Fan-Club, auch eine Zebras Ultras-Gruppe. Die Ironie des Schicksals sorgte aber dafür,  dass der heutige Gastverein aus Charleroi den Namen Zebras trägt. Der Gästeblock war heute mit einer durchaus guten Ladung aus Charleroi gefüllt. Die Jungs zogen ihr Ding in Sachen Support stark durch und waren stets gut zu vernehmen. Daumen hoch! Auch die Gastmannschaft wirkte heute fitter und zerlegte die von der französischen Legende Claude Makélélé trainierte Mannschaft der Hausherren mit einem 4:1.
Nach dem Spiel musste für mich der Länderpunkt Belgien nochmal durch das Essen des belgischen Klassikers endgültig fallen. Dafür wurde von unserem Fahrer, dem Profihopper Tim ein perfekter Laden auf dem Weg nach Deutschland ausgesucht. Für 6,7 Euro gab es dort ein Menü mit Fritten, Frikandel Speziale und einer Dose Softgetränk. Trotz meiner anfänglichen Skepsis war das Essen dann doch schmackhaft. Es ist halt keine hohe Kochkunst und ist auf Dauer bestimmt nicht das Gesündeste, aber muss ja nicht immer sein…

Text/Fotos: Шаффи

zum nächsten Spiel des Wochenendes