UEFA-Euro-League-Quali
LFF Stadionas
Zuschauer: 1980 (ca. 50 Grobari)
Morgens nach dem Aufstehen ging es direkt zum Busbahnhof, dort wurde ganz easy beim Busfahrer für 10€ das Ticket nach Vilnius gekauft. Herrlich unkompliziert ! Die Fahrt in die Hauptstadt, welche nur 20km von der weißrussischen Grenze entfernt liegt dauerte 2 Stunden. Beim Gepäck ausladen traf man auf Philipp, welcher im gleichen Bus saß, man sich aber irgendwie nicht gesehen hatte. Schnell noch Nummern ausgetauscht und fürs Spiel verabredet.
Vilnius hat über eine halbe Million Einwohner und gilt als “Perle des Barocks“. Mit ihren allein 40 Kirchen in der Altstadt erinnert sie mich an Italien. Meine Bleibe “Hostelgate“ lag genau am Tor der Morgenröte, das einzig noch erhaltene von einst neun Toren der Stadtmauer. Über dem Torbogen ist in der klassizistischen Kapelle das Bildnis der “Barmherzigen Muttergottes“, sie ist eine der bedeutendsten Pilgerstätten osteuropäischer Katholiken.
Die “Pilies gatve“ ist die Ausgehstraße in Vilnius und hat zahlreiche Bars, Restaurants und Cafes. Dort aufgrund der Hitze erstmal einen Frappe gegönnt, bevor es ins gotische Viertel aus Annen- und Bernhardinerkirche ging. Weiterhin schlenderte man etwas planlos aufgrund der üblen Hitze durch die Altstadt, nicht ohne sich noch weitere Frappe`s zu genehmigen.
Gegessen wurde diesmal in einem litauischen Restaurant. Und zwar einen “Gipsy Pancake“, mit Salami, Karotten, Kraut und saurer Sahne. War saulecker !
Nach der dringend nötigen Dusche holte mich Philipp ab und es ging den kurze Fußweg zum Stadion. Ich hatte mir mein Ticket kurz vor Abreise online gezogen. Philipp bekam aus einem Auto ein noch häßlicheres Print-in-the-car-Ticket verkauft.
Das LFF-Stadion, ist das Nationalstadion mit angeschlossener Akademie. Um den hier typischen Kunstrasen gibt es drei Tribünen, wobei nur die Haupttribüne überdacht ist. Die Hintertortribüne mit bunten Sitzen, wurde heute von 25 Grobari bevölkert. Etwa gleichviel dürften noch auf der Haupttribüne gewesen sein. Drei Zaunfahnen hingen heute vorm Gästeblock.
“Grobari to smu mi“ (Wir sind die Grobari) , “Navijaci Partizani“ (Fans von Partizan) und noch eine für den im letzten Jahr von Zvezda getöteten “Demir Jukic“.
Waren schon ein paar gute Kanten dabei und selbst mit so geringer Anzahl zeigten sie das Balkan-Kehlen deutlich lauter sind als deutlich mehr westeuropäische Ultras ! Trakai liegt 27km westlich von Vilnius und trägt hier seine Heimspiele aus. Trakai war übrigens, bevor ab dem 14. Jahrhundert die litauischen Großfürsten in Vilnius residierten, die Hauptstadt von Litauen.
Erst 2005 wurde der Klub gegründet, um Kindern, Jugendlichen und der breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit zu geben aktiv ihre Freizeit und Sport zu gestalten. Erst ab 2010 setzte der Aufstieg von der 4.Liga in die A-Lyga ein und nun spielt man schon Europapokal. Ob da jetzt ein großer Sponsor hintersteckt kann ich leider nicht sagen.
Der Heimblock der “Trakai Knights“ war direkt neben uns. Etwa zehn Leute in neongelben Trikots. Auffallend und wohl die Capos, zwei Mädels. Die eine klapperdürr in Reiterhose mit Trommel. Ihr Trikot hatte sie hochgeschoben, damit man ihren wirklich vorhandenen Sixpack sehen konnte. Die andere war etwas molliger, mit großem Vorbau. Beide gaben mit ihren markanten Stimmen den Takt vor. Wenn man sich die männlichen Pendants ansah, wußte man auch warum. Diese weden daheim sicher nichts zu sagen haben !
Zudem gabs noch einen Block mit Soldaten, die ebenfalls eine Trommel dabei hatten . Also der Fußball-Support steckt hier definitiv noch in den Kinderschuhen.
Im Spiel konnte der FK Trakai den Ausgleich erzielen und somit für ein kleines Erfolgserlebnis sorgen.
Am Bierstand das gleiche Szenario wie gestern, lange Schlangen und überfordertes Personal. Danke nochmal an Philipp für die Geduld uns je zwei lauwarme Bier zu holen.
Kurz vor Abpfiff kam jemand auf uns zu und fragte ob er uns ansprechen darf. So kam man mit dem im Wiener Exil lebenden Augsburger Tony in Kontakt. Ein witziger Typ und so zog man, als schon das Flutlicht ausgeknipst war, weiter um noch gemeinsam in einem Biergarten an einer Flussschleife der Vilnia was zu tinken. Philipp verabschiedete sich irgendwann, da er frühmorgens weiter nach Kiew flog. Schön dich getroffen und kennengelernt zu haben !
Übrigens sein Instagram-Account “Philipp_be96“ ist folgenswert !
Mit Toni gabelte man irgendwie noch einen Litauer auf, der uns noch in eine Disco/Bar schleppte und dort der örtlichen Damenwelt vorstellte. Irgendwann lag ich dann doch total voll in meinem kargen Hostelbett und bekam die Nacht nicht mehr so richtig zusammen....vielleicht auch besser so !!!
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Text/Fotos: Pressi



















































