ČFL
Městský stadion
Zuschauer: 160
(6 Gäste und 10 Hopper)
Eigentlich
wollte ich es mit Tschechien nach der Tour an Ostern in diesem Jahr sein
lassen, aber dadurch, dass ich trotz langer Suche nichts passendes für das
letzte August-Wochenende gefunden hatte, wurde eben wieder mal die Tschechische
Republik angesteuert. Als einen großen Tschechien-Fan würde ich mich jetzt
nicht bezeichnen, denn mir persönlich ist es in tschechischen Stadien ehrlich
gesagt einfach zu ruhig, aber ab und zu ist diese Entspannung gar nicht mal so
verkehrt. Mit dabei war bei dieser Tour ein armenischer Arbeitskollege. Am
Freitag ging es direkt von der Arbeit mit seinem Auto in den Osten. Unser Ziel
war der Ort Hořovice, der lediglich knapp 8000 Einwohner hat. Die Kleinstadt
liegt ungefähr zwischen Plzeň und Praha. Hier stand auch kein Fußball mehr an,
sondern sie sollte nur zu Übernachtung dienen.
Wir schauten noch kurz in der
Innenstadt vorbei, die trotz der Größe der Stadt mit der Burg und dem Rathaus
zwei wirklich nette Bauten zu bieten hat. Danach wurde im Restaurant unseres
Ranch Hotels jeweils leckeres Wild zum Abend gegessen und schon war es mit dem
Anreisetag. Der zweite Tag startete nach dem Frühstück mit der weiteren Anreise
in das 20 km entfernte Králův Dvůr. Die Stadt ist nur ein Tick größer als
Hořovice. Der Kollege ließ mich am Stadion ab und fuhr dann weiter in die
Stadt. Für 50 Kronen (ca. 2 Euro) betrat ich den Ground des Drittligisten. Ein
Ausbau befindet sich nur auf der einen langen Seite. Diese überdachte Tribüne mit
alten Holzbänken wirkt ganz cool, vor allem aber der Mittelteil, der mich an
eine Schiffsbrücke auf dem Deck erinnert, macht das Ganze recht ansehnlich bzw.
einzigartig. Die Aussicht drum herum ist auch nicht verkehrt, sodass es
insgesamt doch nett ist. Das Bier für 25 Kronen (ca. 1 Euro) und eine Klobasa
für 50 Kronen machte es mir umso angenehmer hier. Die beiden Bewertungen aus
der bekannten Gruppe „Klobása - heimliche Königin Böhmens“ kann ich nur
bestätigen: Die pikante Klobasa ist extrem lecker und vielleicht auch unter
meinen Besten. Den Meerrettich sowie Senf durfte man übrigens zudem noch sich
selbst drauf tun. In dem Moment war ich dann doch glücklich genug wieder einmal
in Tschechien zu sein. Aus dem 140 km entfernten Živanice waren 6 Gästefans
angereist, die immer wieder ein paar Laute von sich gaben, wobei noch häufiger
nur auf die Trommel geschlagen wurde. Tschechien eben! Nach dem Abpfiff wurde
ich abgeholt und wir fuhren weiter zu der Burg Karlštejn. Wie ich erst im
Nachhinein erfahren habe, ist dieser gotische Bau nach der Hauptstadt der
meistbesuchte Ort des Landes. Die Burg an sich ist wirklich klasse und auch
sehr schön gelegen, aber auf dem Weg dorthin herrscht, wie sich eben bei
solchen Orten gehört, das Übliche… alles von Menschenmassen überlaufen sowie
Touriabzocke an jeder Ecke. In der Burg selbst stehen einem drei Führungen zur
Auswahl. Für stolze 10 Euro gab es für uns die Tour Nr. I, die durch das
Burginnere führte. Diese ist aber nicht unbedingt zu empfehlen. Anschließend
ging es schon in die Bergbaustadt Příbram, wo um 17 Uhr für mich das zweite
Spiel des Tages auf der Agenda stand.
Text/Fotos: Шаффи