Oberliga Baden-Württemberg
Etzwiesenstadion-Kunstrasen
Zuschauer: 241
Auch am dritten Tag der ersten Urlaubswoche sollte wieder der Ball rollen. Diesmal ging es die A 81 runter nach Backnang. Da ich ja eher selten auf Autobahnen unterwegs bin, fielen mir auf dem Weg die lustigen Bezeichnungen für die einfachen Rastplätze auf. Mein Favorit: „Löchle“ !
Ist das überall so, oder nur auf dieser Autobahn ?
Backnang liegt etwa 30 Kilometer nordöstlich von Stuttgart. Vorbei geht es hier auch an Großaspach. Dort bin ich auch schon viermal gewesen und mir hat es dort eigentlich immer gut gefallen. Doch unser Ziel war die viertgrößte Stadt des Rems-Murr-Kreises. Sagt Euch wahrscheinlich genauso viel wie mir.
Die Stadt hat gut 37.000 Einwohner und war von uns heute als Tagesausflug auserkoren. Zuerst steuerten wir das Stadion an um schonmal bei Tageslicht Fotos zu machen und die Lage zu checken.
Als wir in Bahnhofsnähe parkten, fiel mir ein das ich hier sogar mal umgestiegen bin und ein Kollege hier Geocaching gemacht hatte. Auch so ein Hobby mit dem ich absolut nichts anfangen kann. Aber wem es gefällt, besser als den ganzen Tag vor der Glotze zu hocken.
Wir schlenderten gemütlich durch die ganze Stadt. So sind an verschiedenen Stellen noch Überreste der Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Ansonsten gibt es ein paar Kirchen, einen Stadtturm und etliche Fachwerkbauten wie das Rathaus zu sehen. Prädikat, kann man mal anschauen.
Für mich fiel in einem Sportgeschäft noch eine Jacke fürs Fahrradfahren zum Schnapperpreis ab und gegen spätnachmittag kehrten wir in einen asiatischen Imbiss ein. Dieser war stark frequentiert und so bekam er den Zuschlag. Für Bibiana und mich gab es jeweils Ente. Diese war echt lecker und preisgünstig, sodass wir unsere Wahl nicht bereuten.
Als wir wieder am Etzwiesenstadion parkten, brannte auf dem Hauptplatz kein Flutlicht, während etwas weiter der Nebenplatz hell erleuchtet war…
Da ist mir doch glatt ein Anfängerfehler unterlaufen und ich habe nicht nach vorhandenem Flutlicht auf dem Hauptplatz geschaut. Selbst heute Mittag fiel mir das fehlende Flutlicht nicht auf.
Gut, die Alternativen heute wären Platzmäßig nicht besser gewesen und immerhin wird hier gepflegter Oberliga-Fußball gespielt. Das eigentliche Etzwiesenstadion ist definitiv eine Reise wert. Ein kleines, aber feines Stadion, das unwahrscheinlich viel Ruhe ausstrahlt. Mit viel Grün umfasst bietet das Etzwiesenstadion ausreichend Platz zum entspannten Fußball gucken. Die kleine Haupttribüne bietet Platz für etwa 500 Zuschauer und ist das Herzstück des Grounds. Mit altehrwürdigem Charme bietet es einen guten Blick auf das Spielgeschehen, natürlich überdacht. Die stillgelegte Laufbahn bietet den Gästen den direkten Genuss am Spielfeldrand. Auf der gegenüberliegenden Seite der Tribüne befindet sich eine Anhöhe die mit Rasen bewachsen ist. Dort laden einige Bänke zum sitzen ein, auch sind unten drei Reihen Betonstufen angebracht. Eine Verpflegungshütte mit dem seltsamen Namen „Bienenstand“ gibt es auch, ob man sich verschrieben hat, es dort Honig gibt oder ob es sich um einen Insiderwitz handelt, konnte ich leider nicht klären.
Das Highlight ist aber noch der Blick auf das Murrtalviadukt, das sich majestätisch direkt neben dem Stadion präsentiert. Sicherlich eine Besonderheit.
Für uns ging es an der gut besuchten Stadiongastronomie vorbei zum Nebenplatz. Ein Kunstrasen, der zumindest zwei Betonstufen auf einer Längsseite bietet. Ob uns die auch in der Verlosung gewesenen Grounds in Frankfurt solch bombastischen Ausbau hätten bieten können ???
1946 wurde die Sportvereinigung Backnang neugegründet. 1967 wurde der Verein neu strukturiert und in TSG Backnang umbenannt. Grund für die Neustrukturierung war der Aufstieg in die Regionalliga.
Am hinteren Ende des Kunstrasens hingen einige Zaunfahnen und eine Trommel, ließen mich auf eine kleine Szene hoffen. Kurz vor Anpfiff kündigte der emsige und doch recht lustige Stadionsprecher die zwei Fans an, welche auf dem Platz die großen Schwenker wedeln durften. Genau diese zwei Unikate bildeten dann auch die Fankurve von Backnang. Ihr ahnt was geboten war…Ich sag es mal so. Er und sein Kumpel hatten Spaß. Natürlich war es zum fremdschämen und Kopfschütteln. Aber Respekt zolle ich Ihnen doch. Denn 90 Minuten wurde durchgesungen und alle Register gezogen. Die Flasche Pfeffi und der Kasten Bier werden ihr übriges dazu getan haben.
Lustig war es schon und nicht ganz so nervig wie schon woanders erlebt. Allerdings frage ich mich mit wieviel Promille man da am Start sein muss um so ein Programm abzureißen….? Ich denke auch mal die ganzen Zaunfahnen hat er in Eigenregie bemalt. Die Leidenschaft ist dem trommelnden, trötenden Dauersupporter mit Sicherheit nicht abzustreiten !
Zu Bibiana sagte ich mal nebenbei, das diese zwei wohl in der Cannstatter Kurve Hausverbot haben und sich nun hier betätigen müssen.
Das Spiel war flott und torreich und der Stadionsprecher drehte mit jeder Tordurchsage mehr auf. So wurde es in Kombination von Spiel, Support und Sprecher doch ein recht unterhaltsamer Abend und am Ende konnte man zufrieden feststellen, das man trotz des Flutlicht-Fauxpas doch alles richtig gemacht hatten heute.
Text/Fotos: Pressi




















