Samstag, 31. Oktober 2020

1.Suhler SV - FSV Eintracht Hildburghausen 2:1

Landeskasse Staffel 3 Thüringen

Auenstadion

Zuschauer: 156

 

Nach und nach trudelten in der Woche die Spielabsagen und Generalabsagen von Verbänden ein. Bei uns in Würzburg dürfte der Ball wohl nirgendwo gerollt sein. So versprachen wir uns die größten Chancen auf stattfindende Spiele im Osten der Republik.

Da wir nicht allzu weit fahren wollten, fiel die Wahl auf das benachbarte Bundesland Thüringen. Der Plan dort zu übernachten scheiterte letztendlich an den horrenden Preisen für irgendwelche Absteigen. So wurde der Beschluss gefasst daheim zu übernachten, ist auch nicht teurer und man weiß wo man schläft.

Erstes Ziel war das Spiel der zweiten Mannschaft des VfL Meiningen auf dem Kunstrasen-Nebenplatz des Stadions am Maßfelder Weg. Danach zog es uns in die Partnerstadt Würzburgs, nach Suhl.

Suhl war über die Jahrhunderte eine vom Bergbau geprägte Stadt. 1952 wurde sie Bezirksstadt und es wurde beschlossen die Stadt umzugestalten und zu vergrößern. Dabei wurde die alte Bausubstanz der Innenstadt abgerissen und durch moderne, von der Plattenbauweise geprägte Architektur ersetzt. So wuchs Suhl innerhalb weniger Jahre von etwa 25.000 Einwohnern auf über 56.000 an. Nach der Wende 1990 verzeichnete Suhl allerdings mit knapp 40 Prozent den mit Abstand größten Bevölkerungsrückgang unter allen kreisfreien Städten Deutschlands.

In der Vergangenheit wurde Suhl sowohl für die seit Jahrhunderten ansässige Waffenherstellung als auch durch den Kraftfahrtzeug- und Zweiradhersteller Simson bekannt.

Für einen Besuch im Waffenmuseum blieb aufgrund unseres vorherigen Spielbesuches leider keine Zeit, steht allerdings jetzt auf unserer to-do-Liste.

Unser Weg führte uns sofort in das am Stadtrand gelegene Stadion, dort wartete bereits der Erfurter Max, welcher auch aus Würzburg angereist war auf uns.

Wie bei manch anderen Stadien der DDR wechselte auch der Sportpark der Freundschaft in Suhl nach der Wende den Namen: Er heißt nun Auenstadion.

Eine Spielzeit lang, 1984/85 , gehörte die BSG Motor Suhl der höchsten Spielklasse an. Den Verein gibt es unter dem Namen nicht mehr, er wurde in 1. Suhler SV umbenannt.

Das mit einer Aschenbahn ausgestattete Oval verfügt über ein Fassungsvermögen von 15.000. Es war aber nie ausverkauft, denn der Rekordbesuch in der DDR-Oberliga-Saison lag dreimal bei 13.000 Zuschauern. Es gibt keine überdachte Tribüne, dafür aber einen Turm mit Kabinen für Stadionsprecher und Reporter, dazu 15 überdachte Sitzplätze für Journalisten, sowie eine wunderschöne, elektronische Anzeigetafel.

Unser erster Gang führte uns natürlich an den Verpflegungsstand zum Bier gab es natürlich die in diesen Breitengraden obligatorische Thüringer Rostbratwurst.

Diese schmeckte so genial, das Bibiana und ich uns jeweils drei Stück reinknallten. Mega !

Nach meiner Stadionrunde gab man sich zusammen mit Max dem Suff hin und es wurde unter den Augen vieler anderer Hopper noch ein recht lustiger Tag, sogar ein ehemaliger HSV-Weggefährte aus Bad Hersfeld gab sich die Ehre. Diesen hatte ich auch schon Jahre nicht mehr gesehen.

Lustigerweise stehen auch im Damenklo Pissoirs…oder ist das für eventuelle Transgender gedacht ? 

Masken wurden hier keine  getragen und auch sonst war von Coronaregeln nichts zu spüren, einfach herrlich !

 

Text/Fotos: Pressi