Samstag, 3. Oktober 2020

KS Kolejarz-Prokocim Krakow - LKS Piast Wolowice 2:1

Klasa okregowa, Krakow II

Stadion Prokocim

Zuschauer: 100

Nach dem Spiel bei Wieczysta hatten wir genug Zeit, so fuhren wir gemütlich mit Bus und Bahn in den südöstlich gelegenen Stadtteil Prokocim. Der Weg war uns ja vom Dienstag bekannt, wo wir aufgrund einer Spielverschiebung vor verschlossenen Toren standen. Heute wurde extra nochmal vorher genau gecheckt, denn einen weiteren Reinfall wollten wir uns nicht leisten. Erst kauften wir uns im nahegelegenen Supermarkt Bier und Verpflegung. Der Ground vom KS Kolejarz liegt wunderschön in einem Park. So genossen wir das Wetter mit einem kleinen Spaziergang und einem Umtrunk mit dem gekauften Tatra-Bier.
Von dem Spiel erwartete ich außer gemütlich Fußball gucken wiederum nichts. Der Ground besteht aus einer kleinen Stahlrohrtribüne mit drei Reihen blauen Schalensitzen. Oben am alten Vereinsheim sind noch einige gemütliche Holzbänke.
Als wir am Eingang aufliefen, sahen wir die junge Fanszene gerade am besprühen ihres Banners, welchen sie an der Rückseite der Tribüne hierfür aufgehängt hatten. Es waren meist Jungs im pubertären Alter, welche wohl der Cracovia-Fanszene zugehörig sind. Zumindest trug einer ein Cracovia-Shirt. Gehe mal davon aus, dass die Buben hier im Viertel wohnen und sich hier an ihrem lokalen Verein ihre Sporen verdienen wollen.
Wir setzten uns oben auf die Holzbänke um die jungen Chuligani im Blick zu haben. Der Grill war auch auf Betriebstemperatur und bot Kielbasa an. Doch darauf hatte ich irgendwie keine Lust. Wir genossen, wie viele andere auch unser selbst mitgebrachtes Bier.
Ein Opa kam vorbei und redete mich auf Englisch an und wollte wissen was wir hier machen. Nach der Antwort wechselte er dann ins Deutsche und lud mich dann noch auf „eine, kleine Schnaps vielleicht ?“ ein. Dies musste ich leider ablehnen. Denn es will keiner das ich Schnaps trinke…endet nur böse !
Die jungen Prokocim-Ultras waren wohl heute auch nicht sonderlich motiviert und Anfeuerungen gab es dann doch eher seltener, war aber für diese Liga vollkommen okay und erwartet hatten wir ja sowieso nichts. Auch brauche ich in solchen Klassen keinen Dauersupport, welcher doch meist sowieso nur nervt und nicht hierher passt.
Mitte der zweiten Halbzeit zündeten sie noch drei bis vier Bengalos, wofür wir wiederum sehr dankbar waren. War nett anzuschauen und rundete den schönen Tag beim Amateurfußball doch ab. Nachdem der Rauch verzogen war wurden sie von einem etwa zwei Jahre älteren Jugendlichen mit ihren Taschen voller Sprühdosen des Grounds verwiesen. Das nahmen die noch übrig gebliebenen zum Anlass nochmal etwas mehr Gas zu geben und ihre Stimmen nun im Dauersupport zu üben.
Nach Schlusspfiff ging es für uns zurück in die Innenstadt und wir schlenderten noch etwas durch die wunderbare Altstadt. Nachdem ich meinen obligatorischen Kühlschrankmagnet gekauft hatte, gingen wir in die polnische Restaurantkette „Sphinx“ essen. Danach ging es in unsere englischen Stammpub „Little Britain“ welcher mit günstigen Preisen für den halben Liter Tyskie lockte. Bibiana entdeckte das Somersby-Mango-Cider für sich, so war nach einigen Getränken heute jeder mit dem Tag zufrieden !

Text/Fotos: Pressi