Samstag, 24. Oktober 2020

FV Erkner - Kolkwitzer SV 0:0

Landesliga Süd Brandenburg

Erich-Ring-Stadion

Zuschauer: 46

 

Durch die ständigen, kurzfristigen Spielausfälle wegen Corona, war dieses Wochenende besonders viel Sorgfalt in den Planungen gefragt. Morgens wurden schon die Ansetzungen gecheckt und eventuelle Alternativen gesucht. Immer mit dem Blick doch irgendwie Grounds aufzutun die zumindest etwas Ausbau haben oder dass das Spiel nicht ganz so tiefklassig ist. Im Endeffekt war ich dann doch zufrieden mit meiner Auswahl.

Da das Stadion in Erkner Ausbau versprach und bei fussball.de noch nicht abgesetzt war, ging es vom Poststadion schnell nach jwd.

Das ist die Berliner Abkürzung für „Janz weit draußen“ oder auf Deutsch gesagt: Am Arsch der Welt!

Vom Hauptbahnhof ging es mit dem Regionalexpress ganz weit hinaus in den Berliner Osten. Auch in Köpenick rauschte der Zug vorbei, wo gerade Union Berlin den SC Freiburg empfing.

Erkner ist eine Kleinstadt mit knapp 12.000 Einwohnern im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg und grenzt südöstlich an die Hauptstadt. Sie liegt in waldreicher Umgebung zwischen dem Dämeritzsee, einer Ausweitung der Spree, und dem Flakensee.

Vom Bahnhof dort, ging es schnellen Schrittes am Dämeritzsee entlang zum Erich-Ring-Stadion. Von draußen hörte ich schon den Anpfiff, welcher zu meinem Pech sogar noch vor 15 Uhr erfolgte. An der Kasse wurden saftige 8€ fällig und ich betrat den bereits 1927 eröffneten Platz.

Blickfang war sofort der gegenüberliegende Graswall, auf dem eine Tribüne mit 640 Sitzplätzen angelegt wurde. Besonderheit ist die Distanz der Reihen voneinander. So gibt es lediglich vier Reihen und viel Platz zwischen ihnen. In der heutigen Zeit würde man sagen, die Tribüne ist Corona-konform!

Auf Eingangsseite wurde 2016 ein neues modernes Funktionsgebäude errichtet, in diesem befand sich auch ein Kiosk. Dort orderte ich erstmal eine Bulette und ein Bier. Die Bulette schmeckte super, bin ich ja generell ein Fan von und hier macht man eigentlich nie was verkehrt.

Auf der Anlage befindet sich noch ein Kunstrasen, welcher vom American Football Team der Erkner Razorbacks genutzt wird. Ich verbrachte die erste Halbzeit auf der genialen Sitztribüne und genoss das Wetter und das mitgebrachte Bier, welches ich mir noch am Späti in Berlin mitgenommen hatte.

In der Halbzeit war dieses leer und ich wanderte wieder an den Stadionkiosk und verbrachte die zweite Halbzeit mit Blick auf die Tribüne, welche ich echt gelungen fand.

Das Spiel war eher von der schlechteren Sorte und  als vor mir an der Eckfahne ein Gästespieler einen Ball so klärte, dass sein Gegenspieler ihn ins Toraus beförderte,  flippte mein Nebenmann aus und beschimpfte wild den Linienrichter. Da ich es genau gesehen hatte, machte ich ihn drauf aufmerksam, dass er es falsch gesehen hatte. Daraufhin entbrannte natürlich ein wildes Wortgefecht und er hielt mich sicher für einen Kolkwitzer.

Gottseidank machte er sich dann vom Acker, denn hätte die Heimequipe noch getroffen, hätte er mich sicher Freudentänze vor mir veranstaltet.

So ging es nach dem Schlusspfiff nochmal zum Essen in den Prenzlauer Berg. Irgendwann fand ich dann einen koreanischen Imbiss der mir zusagte und ich beobachtete den Hipsterauflauf. Absolut nicht meine Welt und ich war froh  als ich wieder in den Hecht nach Charlottenburg konnte, wo ich mich dann wieder absolut wohl fühlte und mir die nötige Bettschwere antrank !

 

Text/Fotos: Pressi