Montag, 26. Oktober 2020

TuS Mechtersheim - FC Arminia Ludwigshafen 0:0

Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Gruppe Süd

Stadion an der Kirschenallee

Zuschauer: 487

 

Eigentlich sollten diese Zeilen von meinen geplanten Mexico-Urlaub handeln. Doch diesen lange geplanten Ausflug muss ich dank Corona erstmal hinten anstellen. Irgendwie hoffte ich etwas kleineres im benachbarten Ausland zu machen, doch nun kommt der Virus überall noch stärker zurück. So lag die Hoffnung nun auf Spiele in näherer Umgebung in Deutschland.

Gottseidank wird in Baden-Württemberg einigermaßen stabil gekickt. Ein Blick auf den Spielplan und die einzige sinnvolle Möglichkeit in nicht allzu weiter Entfernung stellte das Montagsspiel der TuS Mechtersheim dar.

Mechtersheim ist einer von drei Ortsteilen der Gemeinde Römerberg im Rhein-Pfalz-Kreis. Von Würzburg ist man in etwas weniger als zwei Autostunden im etwa 6.000 Seelendorf. Wie immer waren wir rechtzeitig vor Ort, denn man weiß ja nie wie das Zuschaueraufkommen ist und hier gab es keine Möglichkeit des Onlinekaufs. Was ich eigentlich ganz gut finde.

Kurz hinter dem Ground parkten wir ab und wir sahen ein Leuchtreklameschild einer Gaststätte. „Bei den Hasen“ lautete der etwas seltsame Name. Da zwei Frauen draußen rauchten, vermuteten wir erstmal den örtlichen Swinger-Club hier. Wir traten durch die schwere Tür ein, und waren sofort in einer anderen Zeit. Die Einrichtung rustikal und wohl noch aus den Siebziger-Jahren. Die örtliche Rentner-Prominenz blickte von ihrem Stammtisch auf und wir waren sofort im Mittelpunkt des Ladens. Man konnte förmlich die Fragezeichen in ihren Gesichtern sehen. „Was machen denn die Fremden hier ?“ werden ihre Gedanken gewesen sein.

Wir tranken hier nur etwas und vertrieben uns etwas die Zeit, denn zwei Stunden vorher muss ich noch auf keinem Sportplatz stehen und das auch noch bei der heutigen Kälte.

Der TuS Mechtersheim wurde 1914 im Gasthaus zum Stern als Viktoria Mechtersheim gegründet. Der nach dem Ersten Weltkrieg als Sportverein Mechtersheim wiedergegründete Verein erhielt 1930 den heutigen Namen Turn- und Sportverein 1914 e.V. Mechtersheim. 

Als wir eine gute halbe Stunde vor Anpfiff den Ground betraten herrschte schon reges Treiben, denn heute stand mit dem Besuch von Arminia Ludwigshafen so eine Art Derby an. Die Städte trennen gerade mal 26 Kilometer. Nachdem der 1914 gegründete Verein zunächst ein Gelände auf den Lingenfelder Wiesen gepachtet hatte, zog er 1924 auf den neuen Sportplatz „in den Kieslöchern“ an der heutigen Kirschenallee um. 1931 entstand hier ein erstes Vereinsheim, das später vielfach erweitert und umgebaut wurde. Dort war schon viel los und eine Art Biergarten gibt es hier auch noch, dazu noch eine Sitzecke aus Paletten. Auch eine Art Pavillon, der sogenannte „TuS-Treff“ steht hier hinter dem Tor.

Mit dem Aufstieg in die Oberliga Südwest 2004 wurde der Sportplatz ausgebaut und erhielt die niedliche Haupttribüne mit etwa 200 Sitzplätzen, welche mit blauen und weißen Sitzschalen einen „TuS“-Schriftzug bilden. Die steht deutlich vom Spielfeld zurückgesetzt, so dass zwischen den Tribünenplätzen und dem Spielfeldrand ein gut zehn Meter breiter Grünstreifen liegt. Ein Autohaus stellte hier nochmal drei Autos zu Werbezwecken hin. Platz genug ist ja.

Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es einen niedrigen gegrünten Wall. Hier und auf der westlichen Hintertorseite stehen Sitzbänke. 

Dort nahmen auch wir Platz, da wir satt waren kann ich leider nichts vom angebotenen Catering bewerten. Die meisten Zuschauer waren um den Bierstand bzw. Biergarten auf der Hintertorseite gruppiert. Das man in der Pfalz war, merkte man an dem in Pöbellaune gewesenen Mob Einheimischer. Erinnerte mich irgendwie an die Stimmung früher auf dem Betzenberg. Dazu noch dieser unmögliche Dialekt. Hier tobte Volkes Seele, man fühlt sich hier ja immer benachteiligt. So war der Hass auf die spielstärkere Mannschaft aus der großen Stadt Ludwigshafen natürlich groß. Die Heimelf setzte nur Kampf dagegen und war spielerisch doch stark limitiert. Nichtsdestotrotz endete die Begegnung mit einem torlosen Unentschieden der langweiligeren Sorte.

Nix wie ins Auto und ab in die Heimat, dank Urlaub konnte man sogar ausschlafen.

 

Text/Fotos: Pressi