Samstag, 31. August 2019

Tyresö FF - Enskede IK und Hammarby TTF - Sandvikens IF

Tyresö FF – Enskede IK  3:1                                                  
Division 2 Södra Svealand                                                      
Tyresövallen                                                                           
Zuschauer: ca.150                                                                   

Hammarby TTF – Sandvikens IF 2:3
P19 Dvision 1 – Region 5
Hammarby IP
Zuschauer: 20
Nachdem ich erst am Samstag aus Kroatien heim kam und fünf Tage gearbeitet hatte, war es wieder an der Zeit auf Tour zu gehen. Die Arbeit soll ja nicht gleich in Stress ausarten ;-) 
Generell wird diese ja überbewertet, aber ohne könnte man sich auch die Reisen nicht leisten.„And little girls from Sweden dream of silver screen quotation“
Mit dieser Textzeile der Chili Peppers im Ohr, der bei mir während der ganzen Tour in Dauerschleife lief, ging es ins Land der blondesten und schönsten Frauen der Welt.
Schon bei meinem ersten Besuch in Schwedens Hauptstadt 2015 beschloss ich, mal zu einem Derby zwischen AIK und DIF wiederzukommen.
So wurde Freitag etwas eher Feierabend gemacht und der Zug zum Frankfurter Flughafen hatte schon beim ausstechen 40 Minuten Verspätung. Irgendwann am Bahnsteig kam dann die Meldung das er ganz ausfällt. Zum Glück konnte ich einen nehmen, der eine halbe Stunde später fuhr. Das zeigte wieder, wie wichtig es ist ordentlich Puffer einzuplanen. Traditionell verkürzte ich mir die Fahrt mit alkoholischen Kaltgetränken und einem Fanzine. Der Flieger von SAS hob auch eine halbe Stunde später ab, sodass meine Entscheidung, eine Nacht am Flughafen zu verbringen, wieder mal goldrichtig war.
In Arlanda gibt es noch gepolsterte Liegen, auf denen man sich gemütlich ausstrecken kann. Um 6 Uhr bestieg ich den Flixbus in die City, welcher 40 Minuten braucht.
Nun lief ich bei Sonnenaufgang durch die fast menschenleere Stadt und konnte mir schon einiges anschauen. Um 10 Uhr startete meine über zweistündige Bootsfahrt. Ist sehr zu empfehlen die wunderschöne Stadt vom Wasser aus zu erkunden und ist auch seine 290 Kronen wert.
Anschließend ging es nach Tyresö. Die Gemeinde liegt an der Ostseeküste und hat auch Teil an der Schärenlandschaft von Stockholm und hat 47.000 Einwohner.
Es gab ja mehrere Spiele zur Auswahl. Ich suchte mir das größte Stadion aus. Zwar gibt es auf Europlan keine Bilder, aber das Foto in der App machte Appetit. Doch dieses ist entweder falsch oder die dort fotografierte Tribüne ist abgerissen worden. Steht dort doch eine einfache Stahlrohrtribüne, welche hinten mit Holz verkleidet worden ist.
Auf der Gegengeraden einige windschiefe Stufen. Passt schon !
Der übliche Kunstrasen ist zudem mit Markierungen für American Football ausgestattet, sowie auch die Anzeigetafel für den zweitbesten Sport der Welt geeignet ist. Das Spiel war natürlich harte Kost. Nach Abpfiff ging es weiter nach Södermalm. Da mich der Hunger plagte, ich aber erst nach dem nächsten Spiel in der Stadt was essen wollte, warf ich mir noch schnell eine Empanada ein. Hat geschmeckt !
Nun ging es zum kleinen Stadion von Hammarby, das am Rande eines Parks liegt. Hier haben sie echt einen ganz ordentlichen Ground hin gezimmert. Eine große Haupttribüne, eine etwas kleinere Gegengeraden, beide mit grünen Schalensitzen. Hinter einem Tor befindet sich noch eine mobile Tribüne, welche wohl für die meisten unterklassigen, schwedischen Grounds typisch ist.
Highlight ist das gelbe Landhaus, welches eine Art Vereinsheim ist. Dort befindet sich der Verkauf und allerhand Pokale und Fotos an den Wänden. Heute spielten die U19-Teams von Hammarby und Sandvikens gegeneinander. Bei dem Spiel konnte das Gästeteam durch einen blitzsauberen Konter in den Schlussminuten sogar noch den sensationellen Sieg einfahren. Diesen feierten die Spieler wie eine gewonnene Meisterschaft.
Für mich ging es in die Altstadt Gamla Stan, wollte ich doch endlich Köttbullar essen.
Vor dem von Shaffi empfohlenen Restaurant war eine lange Schlange, sodass ich ein anderes Lokal in der Östergatan aufsuchte. Hier würde mir das schwedische Nationalgericht endlich serviert. Hat top geschmeckt, war zwar etwas teuer und wenig, aber gut. Generell sind auf der Östergatan viele gute und exklusive Restaurants, bei denen man, abgesehen vom Preis, nichts falsch machen kann. Aber man kann sich auch mal was Gutes gönnen und muss nicht immer Dreck in sich reinstopfen.
Da ich nun genug Geld ausgegeben hatte, ging es in mein Hostel. Dies lag in Kungsholmen unweit des unweit von Stockholms Stadshuset. Gebucht hatte ich ein Hostel in der Handverkargatan, hier spielte sich eine kuriose Geschichte ab, welche zur Gründung von AIK führte.
Bei einem Spaziergang der Brüder Isidor und Emanuel Behrens durch eben diese Handverkkargatan bemerkten die beiden, dass sie von zwei Jugendlichen verfolgt wurde. Daher beschleunigten sie ihren Gang, jedoch taten dies ihr Verfolger auch. Als die vier durch die Stadt rannten, kam die Szenerie einem improvisierten Wettkampf gleich. Nachdem die Verfolger abgeschüttelt waren, beschlossen die Brüder einen Sportverein zu gründen. So entstand der Allmänna Idrottsklubben.
Zwar war das 12er-Zimner wieder sehr grenzwertig, aber sonst war es sauber und irgendwo muss man ja sparen.

Text/Fotos: Pressi