2.HNL (Druga Liga)
Stadion NSC Stjepan Spahic
Zuschauer: ca. 500
Die letzten zwei Tage hatten wir uns in Zagreb wieder bei einer Oma in deren Wohnung eingebucht. Auch sie war sehr herzlich zu uns. Nun hatten wir zwei Tage Zeit uns Zagreb anzuschauen, zwar war ich schon mal hier, doch außer Kneipen und Stadion hab ich nichts gesehen. Damals lagen die Prioritäten halt noch anders…
Die Hauptstadt Kroatiens ist eine europäische Hauptstadt. Ihr Kulturerbe und Geschichtsbewusstsein verbinden Einflüsse aus allen Himmelsrichtungen, Erfahrungen mit dem Balkan und dem Osmanischen Reich, dem Deutschen Reich und Österreich, Ungarn und Italien und formt sie zu einer eigenen Identität.
So sehr die junge Hauptstadt auch äußerlich durch die lange Zugehörigkeit zu Ungarn oder Österreich-Ungarn geprägt ist, so sehr war und ist sie Brennpunkt kroatischer Kultur zwischen pannonischer Tiefebene und Dalmatien, vermittelnd zwischen dem mitteleuropäischen Pol Varazdin und dem mediterranen Pol Dubrovnik.
en unterbrechen die regelmäßig angelegte Stadt. Die Save schlingt eine Kette von Grünzonen entlang ihrer Arme zwischen Zagreb und dem Viertel Novi Zagreb im Süden. Im Rücken der Stadt steigt das grüne Bergmassiv der Medvednica auf.
Zentral gelegen ist der Ban-Jelacic-Platz, an deren Ende liegt ein Hochhaus, auf dessen 16. Etage sich die Dachterrasse Zagreb 360-Zagreb Eye befindet. Dort hat man einen herrlichen Ausblick auf die ganze Stadt. Kostet zwar 8€, aber man kann den ganzen Tag wiederkommen. So das wir gegen Abend uns dort nochmal einfanden um die Stadt bei Nacht zu betrachten und dazu einen Cocktail zu schlürfen.
Interessantester Teil der Stadt ist die Gornji Grad (Oberstadt), diese kann man auch durch ein Funicular (Standseilbahn) erreichen. Sehenswert ist die Kathedrale von Zagreb (Cathedral oft he Assumption), die St. Markus Kirche. Auf deren Dach befindet sich das heutige Wappen Zagrebs und das historische Wappen des dreieinigen Königreiches Kroatien, Slawonien und Dalmatien.
Besonders schön, vor allem Abends ist die Strossmayer-Promenade. Diese Kastanienallee ist an sich schon wunderschön, aber der Blick auf die Dächer und gleichmäßig angeordneten Straßen der Unterstadt macht sie zu einem besonderen ästhetischen Erlebnis. Nicht weit davon entfernt liegt die Tkaliciceva Straße, auf ihr reiht sich ein Restaurant ans nächste. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Besonders empfehlen kann ich das „Ozujsko Pub“. Sehr preiswert und das Essen ist auch gut und reichhaltig. Besonders der Burger schmeckte erstklassig !
Am letzten Tag stand das letzte Spiel an. In der zweiten Liga hatte das beim ersten Spiel in Solin gesehene Team vom NK Hrvatski Dragovoljac heute ein Heimspiel. Der Verein wurde im Jahre 1975 als NK Trnsko 75 gegründet. Ein Jahr später nach einem Zagreber Stadtteil zunächst ONK Novi Zagreb und 1990 in NK Novi Zagreb umbenannt und erhielt 1994 schließlich seinen heutigen Namen. Der Name Hrvatski Dragovoljac bedeutet übrigens auf deutsch „kroatischer Freiwilliger“ und ist eine Reaktion auf den Kroatienkrieg.
1995 stieg man sogar in die erste kroatische Liga auf und spielte von 1997-99 sogar im UEFA-Intertoto-Cup. Das war ja der Vorläufer vom UI-Cup, schade das es diesen Wettbewerb nicht mehr gibt, so war mein HSV ja dort öfter zu Gast und gewann ihn sogar 2005 gegen den FC Valencia. Ach, waren das schöne Zeiten !
Seit dem Abstieg 2001/02 ist der Verein bestrebt, den Wiederaufstieg zu schaffen. Nachdem man noch in der Relegation gegen Croatia Sesvete scheiterte, gelang in der Saison 2009/10 nochmals ein einjähriges Intermezzo in der ersten Liga.
Das Stadion NSC Stjepan Spajic liegt im Stadtteil Novi Zagreb im Viertel Siget. Es ist benannt nach einem langjährigen Präsidenten, welcher 2004 verstarb. Bis 2006 lautete der Name des Grounds Stadion u Sigetu. Das Stadion besteht aus einer Haupttribüne mit Dach und einem Gästeblock hinter einem Tor. Ansonsten hat man freie Sicht auf modernere Häuser auf der Gegengeraden und den Plattenbauten hinter dem anderen Tor. Fassungsvermögen sollen 4.500 sein.
Übrigens bestritt im Jahr 2000 Kroatiens Fußball-Legende Robert Prosinecki 4 Spiele für den NK Hrvatski drgovoljac.
Im Eingangsbereich lockte ein Grillstand meine Tochter und mich lockte der Getränkestand. Denn es gab Bier. Für die Tochter gab es eine scharfe Wurst im Baguette. Ging so durch.
Das Spiel war recht unterhaltsam und endete mit einem Unentschieden, nach dem Schlusspfiff konnte ich noch die Tribüne im Ganzen ablichten, bevor es nochmals in eine nahegelegene Kneipe ging. Dann holten wir unser Gepäck aus der Wohnung und machten uns auf zum Busbahnhof.
Nachdem die ganze Tour ja wie am Schnürchen geklappt hatte, musste ja was passieren. So hatte der Bus erst Verspätung und auf einmal schaute ich in die App und war plötzlich statt auf 23 Uhr auf 7 Uhr morgens umgebucht. Schlussendlich fiel unser Bus ganz aus. Sich in einen anderen Bus nach München zu mogeln scheiterte natürlich und so blieb uns nur eine Nacht am Busbahnhof übrig. Geld hatte ich keins mehr und konnte nicht mal mehr was zu knabbern kaufen für die lange Fahrt. Ein Glück hatte die Tochter noch Euros und so konnten wir uns in Slowenien an der Tankstelle wenigstens eine Kleinigkeit kaufen.
Zu allem Überfluss war auch ständig Stau und an jeder Grenze mussten wir raus und Ausweise zeigen. In Deutschland wurden wir von den Bullen nochmals kontrolliert. Anscheinend suchten sie jemand. In München stiegen wir wegen des Urlaubsverkehrs dann in die Regionalbahn um. So waren wir spätabends endlich wieder zu Hause angekommen.
Schöner Urlaub mit einem Horrorabschluss!
Text/Fotos: Pressi
































