Klasa A, grupa: Warszawa I
Stadion Marymontu
Zuschauer: 250
Am Sonntag bin ich dann aus Białystok wieder mit dem Zug zurück nach Warszawa gefahren. Endlich konnte ich meinen Koffer loswerden, denn eine Tour mit Koffer statt einem Rucksack war für mich schon Hölle. Ich muss ja sagen, dass ich noch keine einzige echte Hopping-Tour mit Koffer absolviert hatte und dies Mal war es eben der Dienstreise verschuldet. Am Hotel, den mein Arbeitgeber für die nächsten zwei Nächte gebucht hatte, habe ich den Koffer abgeliefert und konnte mich wieder dem Fußball widmen.
Um 11 Uhr habe ich mir ein Spiel in der siebten Liga ausgesucht, zwar war der Kick ohne jegliche Kibice-Szene, doch man sollte dafür ein historisches Stadion bekommen. Das Stadion Marymontu liegt im gleichnamigen Stadtteil und ist die Heimat vom Stadtteilverein RKS Marymont, welcher eine Liga tiefer als der heutige Gastgeber Weszło spielt. Während Marymont ein traditioneller Verein ist, wurde Wesło erst letztes Jahr von einer ambitionierten fußballbegeisterten Gruppe neu gegründet. Hintergrund ist unter anderem die Bekämpfung der Bürokratie im Fußball, denn selbst in solchen tiefen Ligen ohne Eintrittsgelder müssen die Vereine schon eine Menge an Gebühren bezahlen. Man will aber auch die Leute an Amateurfußball begeistert und so finanziert man nicht nur die Mannschaft, sondern auch organisiert Freibier oder Freiwurst im Stadion. Die Ambiente wirkte familiär und auf dem Platz konnte man zudem ein wahres Torspektakel seitens der Hausherren beobachten. Das Freibier hatte zwar 3.8 %, aber zeigte bei der Masse dennoch seine Wirkung. So habe ich erst am nächsten Tag den Spielstand (8:0) richtig wahrgenommen. Der Ground fasste in seiner Glanzzeit um die 10 000 Zuschauer. Während die Tribüne, die seit 2016 unter Denkmalschutz steht, nur von irgendwelchen Graffiti beschmiert ist, befindet sich die Kurve und die Gegengerade im schlechteren Zustand - die Ränge sind sehr stark verpflanzt. Somit ist auch dringend Nachholbedarf vorhanden, da die Wurzeln der Pflanzen schon erheblich den Grund zerstören können. In diesem Stadion kickte übrigens 1987 bei einem Jugendturnier namens Puchar Syrenki der zukünftige Weltstar. Zinédine Zidane war nämlich im Kader der U15 Nationalmannschaft gestanden, die das Turnier auch noch gewinnen konnte.
Text/Fotos: Шаффи
Stadion Marymontu
Zuschauer: 250
Am Sonntag bin ich dann aus Białystok wieder mit dem Zug zurück nach Warszawa gefahren. Endlich konnte ich meinen Koffer loswerden, denn eine Tour mit Koffer statt einem Rucksack war für mich schon Hölle. Ich muss ja sagen, dass ich noch keine einzige echte Hopping-Tour mit Koffer absolviert hatte und dies Mal war es eben der Dienstreise verschuldet. Am Hotel, den mein Arbeitgeber für die nächsten zwei Nächte gebucht hatte, habe ich den Koffer abgeliefert und konnte mich wieder dem Fußball widmen.
Um 11 Uhr habe ich mir ein Spiel in der siebten Liga ausgesucht, zwar war der Kick ohne jegliche Kibice-Szene, doch man sollte dafür ein historisches Stadion bekommen. Das Stadion Marymontu liegt im gleichnamigen Stadtteil und ist die Heimat vom Stadtteilverein RKS Marymont, welcher eine Liga tiefer als der heutige Gastgeber Weszło spielt. Während Marymont ein traditioneller Verein ist, wurde Wesło erst letztes Jahr von einer ambitionierten fußballbegeisterten Gruppe neu gegründet. Hintergrund ist unter anderem die Bekämpfung der Bürokratie im Fußball, denn selbst in solchen tiefen Ligen ohne Eintrittsgelder müssen die Vereine schon eine Menge an Gebühren bezahlen. Man will aber auch die Leute an Amateurfußball begeistert und so finanziert man nicht nur die Mannschaft, sondern auch organisiert Freibier oder Freiwurst im Stadion. Die Ambiente wirkte familiär und auf dem Platz konnte man zudem ein wahres Torspektakel seitens der Hausherren beobachten. Das Freibier hatte zwar 3.8 %, aber zeigte bei der Masse dennoch seine Wirkung. So habe ich erst am nächsten Tag den Spielstand (8:0) richtig wahrgenommen. Der Ground fasste in seiner Glanzzeit um die 10 000 Zuschauer. Während die Tribüne, die seit 2016 unter Denkmalschutz steht, nur von irgendwelchen Graffiti beschmiert ist, befindet sich die Kurve und die Gegengerade im schlechteren Zustand - die Ränge sind sehr stark verpflanzt. Somit ist auch dringend Nachholbedarf vorhanden, da die Wurzeln der Pflanzen schon erheblich den Grund zerstören können. In diesem Stadion kickte übrigens 1987 bei einem Jugendturnier namens Puchar Syrenki der zukünftige Weltstar. Zinédine Zidane war nämlich im Kader der U15 Nationalmannschaft gestanden, die das Turnier auch noch gewinnen konnte.
Text/Fotos: Шаффи














