Serie B
Stadio Pierluigi Penzo
Zuschauer: ca. 4000 (ca. 100 Gäste)
Nach 2 Jahren Abstinenz geht es endlich wieder in den Süden, Heimat der Pizza, Pasta und der Ultras. Heute ging es in die traumhafte Lagunenstadt Venedig um uns das heutige 2. Ligamatch gegen Pescara anzuschauen.
Stadio Pierluigi Penzo
Zuschauer: ca. 4000 (ca. 100 Gäste)
Nach 2 Jahren Abstinenz geht es endlich wieder in den Süden, Heimat der Pizza, Pasta und der Ultras. Heute ging es in die traumhafte Lagunenstadt Venedig um uns das heutige 2. Ligamatch gegen Pescara anzuschauen.
Die Geschichte des erfolgreichsten Fussballvereins Venedigs beginnt im Dezember 1907 und ist gepflastert von Triumphen, Niederlagen, Fusionen, Vereinsumbenennungen und Insolvenzen. Letztmalig gingen sie 2015 pleite und mussten in der Serie D neu anfangen. Mittlerweile sind sie wieder zurück in der Serie B und kämpfen hier gegen den Abstieg. Einmalig dürften auch die Vereinsfarben in schwarz-grün-orange sein.
Nachdem wir die Altstadt Venedigs erkundet haben machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Stadion. An der Rialtobrücke kauften wir uns an einem Ticketschalter die Karten für das heutige Match. In Italien ist am letzten Heimspieltag öfter einmal eine Aktion für die Fans geplant. Auch heute hatten wir Glück und bekamen für 5 Euro Karten auf der Gegengerade. Alleine die Lage auf der Insel Sant‘ Elena dürfte dieser Ground einmalig und zu einem Muss machen. Lediglich das ein Großteil des Stadions aus Stahlrohtribünen besteht trübt das Erscheinungsbild aber ist in Italien nichts ungewöhnliches. Benannt ist es nach Pierluigi Penzo, einem Piloten im Ersten Weltkrieg. Es ist das, nach dem 1911 eingeweihten Stadio Luigi Ferrari in Genua, zweitälteste Stadion eines italienischen Profivereins. Im Jahr 1966 gab es beim Spiel gegen den AC Milan die Rekordbesucherzahl von 26.000 Zuschauer.
Schon länger gibt es Pläne für einen Neubau mit Einkaufszentrum auf dem Festland und soll demnächst auch durchgeführt werden. Naja Italien ist immer noch Italien, abwarten bis wann da wirklich etwas passiert. Leider aber auch unverzichtbar um im kapitalistischen Fussball weiter mithalten zu können, kommen hier immer mehr Neubauten in Planung die früher oder später auch durchgezogen werden.
Die Curva Sud war nicht ganz so gut besucht, aber die Lautstärke wusste zu überzeugen und ab und an wurde auch ein Böller gezündet. Schöne melodische Gesänge wie ich sie auf dem Stiefel erwarte. Eine Freundschaft gab es einst zwischen den 2006 aufgelösten Ultras Unione und den Ultras Rapid. Kontakte gibt es nach wie vor noch, aber ob die Freundschaft noch sehr intensiv gepflegt wird, kann ich jetzt nicht sagen. Gekriselt hat es da auf alle Fälle schon das ein oder andere mal.
Die gut 500 km Anreise nahmen etwa 100 Tifosi aus Pescara auf sich. Optisch waren da zwar immer so um die 80 Mann am supporten, aber hören konnte ich sie nur selten.
Nach dem Spiel ging es zu Fuß quer durch die Altstadt zurück und wir fuhren mit dem Bus schließlich rüber auf das Festland zu unserm Auto. Hier würde ich jedem empfehlen ausserhalb zu parken und mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln in die Lagune zu fahren. Die Parkhäusser direkt an der Altstadt langen mit etwas über 20 Euro ordentlich zu.
Text/Fotos: Harry