Samstag, 25. Mai 2019

Tennis Borussia Berlin - FC Viktoria 1889 Berlin 0:1

Landespokalfinale Berlin
Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Zuschauer: 2712

Dieses Jahr wollte ich auch mal wieder zum DFB-Pokalfinale nach Berlin, also vorm Viertelfinale um Tickets gekümmert und eine Zusage bekommen.

Mit leicht mulmigen Gefühl bestieg ich den pünktlichen Flixbus. Ist ja erst eine Woche her, als auf gleicher Strecke ein Bus verunglückte. Wer weiss wie die armen Fahrer da ausgebeutet werden und das die teilweise schon Stunden vor ihrer Fahrt im Einsatz sind und von irgendwelchen Orten zu den Abfahrtsorten gebracht werden, kann verstehen, das gerade lange Nachtfahrten sehr gefährlich sind. Leider ist ja der Preis heiß und ein Verzicht auf dieses Unternehmen aus finanzieller Sicht nicht möglich für mich.
Auch in Berlin waren wir püntlich und so konnte ich mein Gepäck noch schnell im Hostel abgeben, bevor es in den Ostteil der Stadt ging.
Gegen 10 lief ich am Jahnsportpark auf und eine ewig lange Schlange am Tickethäuschen zeugte vom regen Interesse m Spiel heute, obwohl die später durchgesagten 2712 Zuschauer, jetzt doch nicht so der Brüller für ein Finale sind.
Allerdings mussten die ganzen Zuschauer nochmals alle durch das selbe Tor um auf ihre Plätze auf der Gegengerade zu kommen, was wiederum für Stau sorgte. So war man leider erst zur dritten Spielminute im Ground. Bei dem Chaos noch vollkommen akzeptabel.
Erstmals seit zehn Jahren hat sich TeBe wieder für das Berliner Landespokalfinale qualifiziert. Dennoch bleibt die TeBe-Fanszene leider dem Finale fern, wie auch bei allen anderen Partien der vergangenen Monate.
Grund für den Boykott ist das angespannte Verhältnis zum Hauptsponsor und Vereinsvorsitzenden Jens Redlich. Das Tischtuch zwischen beiden Parteien ist spätestens seit der letzten Mitgliederversammlung endgültig zerschnitten.
Seitdem organisieren die Fans von Tennis Borussia den "Caravan of Love", bei dem andere Vereine und Veranstaltungen besucht werden, welche der Fanszene sympathisch sind. So wurde bereits Blau-Weiß Friedrichshain, welcher seine Heimspiele auf dem Dach des Metro-Großmarktes im Hipster-Stadtteil Friedrichshain austrägt. Außerdem wurde noch der Rote Stern Leipzig und der Namensvetter Tennis Borussia Rambach (Wiesbaden) besucht.
Stattdessen hat man sich ein Alternativprogramm einfallen lassen und richtet unter dem Motto "Finale of Love" ein Spiel eines TeBe-Allstar-Teams gegen eine Auswahl anderer Vereine im Werner-Seelenbinder-Sportpark aus. Dieses wurde um 12 Uhr angepfiffen. Da ich dort aber erst vor kurzem war und der Besuch im Jahn-Sportpark auch schon länger her ist und ich die Lage, so wie die Flutlichter megagenial finde, beschloss ich doch hier aufzulaufen. Außerdem finde ich solche Legendenspiele als total sinnlos und langweilig. Auch ist mir die TeBe-Fanszene jetzt nicht sonderlich sympathisch.
Der andere Finalist, Viktoria Berlin hat sich von einem chinesischen Investor abhängig gemacht und musste nach dessen überraschenden Rückzug in der laufenden Saison Insolvenz anmelden.
So war es fantechnisch ein total uninteressantes Spiel, auf TeBe-Seite wurde ab und zu mal "Lila-Weiße" gerufen, während der Stimmungsmob von Viktoria aus etwa10 Suffkutten mit Megaphon bestand, welche wohl eher den Fokus auf Bierkonsum lagen und sich selbt auch nicht ganz so ernst nahmen. Sie hatten sichtlich Spaß am Bier und dem Spiel.
Auch waren beide Fanlager auf der Gegengerade nebeneinander untergebracht und alles war friedlich. Man stelle sich das mal bei einem Spiel zwischen Union und dem BFC vor...
Gleich am Anfang traf man auf den Sonderhausener Kollegen, den ich beim Cheb-Derby kennenlernte. Er kam direkt aus Belgrad und hatte fürs Pokalfinale Schiedsrichterkarten, da er auch ab und zu Spiele pfeift. So konnte man die erste Halbzeit gut verlabern.
Später gönnte ich mir ein Bier und eine Bratwurst, diese sah als sie aus der Großpackung kam absolut unappettitlich aus. Schneeweiß und ich ahnte böses. Doch ich bekam etwas Hunger und gegrillt waren sie echt doch recht gut anzuschauen, also gönnte ich mir eine Wurst, welche dann doch okay war.
Im Publikum natürlich viele Fußballfans aus ganz Deutschland, welche später auch dem großen DFB-Pokalfinale beiwohnen wollten. Negativ fielen natürlich die ganzen Bayern-Trolls in Trikots und teilweise in Lederhosen auf. Teilweise ganze Fanclubs nebeneinander. Und dann noch schön "BVB H....söhne" gröhlen...
Den Pokal konnte die Viktoria durch ein spätes Tor gewinnen und so hofft man sicherlich in der ersten Runde auf ein gutes Los. Die Feierlichkeiten sparte ich mir, denn ich wollte ja rechtzeitig in den Fußballhimmel am Ostbahnhof.


Text/Fotos: Pressi