Sonntag, 26. Mai 2019

Spandauer SC Teutonia - Weißenseer FC 2:1

Landesliga Berlin Staffel 2
Stadion Hakenfelde
Zuschauer: ca. 100

Heute wachte ich im Hostel auf und stellte fest, das mein Handy weg ist...dazu sogar noch das Ladekabel. Also musste es mir im Zimmer unter dem Arsch weggeklaut worden sein. So rekonstruierte ich zumindest den Sachverhalt später am Tag. Ärgerlich, aber irgendwas ist ja immer.

Wie sangen die Onkelz ? Scheiße passiert, man gewinnt und verliert !
Ich hatte mir heute einen Doppler mit zwei ganz guten Grounds rausgesucht. Das schöne in Berlin ist ja, hier geht immer was ! Eigentlich hätte ich gerne drei Spiele geschaut, aber ich fand kein passendes Programm mit annehmbaren Grounds.
So ging es bis zum Spandauer Rathaus, dort in den Bus 136 umgestiegen und beim Aussteigen nach dem Weg gefragt. Mit Handy wäre die Navigation ein leichtes gewesen. Aber dann halt mal wieder Old School mit Kontakt zu Eingeborenen.
Das Stadion Hakenfelde liegt am Rande einer Grünanlage.
Auf einer Stadionrunde grüßte ich den ersten erkenntlichen Hopper freundlich und machte Fotos. Auf halber Runde kam ein Radfahrer aus einer Ecke und fragte wie ich denn hier reingekommen sei. Ich zeigte auf den Haupteingang mit der Uhr am Giebeldach und er war zufrieden, da er die eventuelle Lücke im Sicherheitssystem sonst geschlossen hätte.
Als ich weiter ging, bemerkte ich das ein Stück weiter vorne wohl kassiert wird. Ich bin also zufällig ohne zu bezahlen in den Ground. Mache ich sicher nicht absichtlich, aber man spart wo man kann. Wenn man denn so doof ist, alle Tore zuzumachen, sodass man gezwungen ist den Ground zu umrunden um dann durch den Sozialtrakt das altehrwürdige Stadion zu betreten. Det is janz schön doof, Teutonia !
Das Stadion ist ganz nett. auf einer Seite gibts etliche Steinstufen, welche teilweise mit Klappsitzen upgegradet wurden. Das Funktionsgebäude mit Uhr und zwei andere Gebäude haben so eine Art Landhausstil mit Reetdächern. Leider ist eine Laufbahn um den Ground, was ich im Amateurbereich als extrem störend empfinde.
Der Spandauer SC Teutonia ist ein richtiges Fusionsprodukt. Die Vorgängervereine Spandauer FC Viktoria, Spandauer SC Vorwärts und Felicitas Spandau fusionierten 1922 zum Spandauer SC 99. 1923 wurde auch noch Germania 1915 Spandau in den neuen Verein eingegliedert. Man spielte in der höchsten Spielklasse des Berlin-Brandenburger Fußballverbandes.
Nach der Aufflösung aller Sportvereine durch die Alliierten wrude 1945 die SG Spandau-Neustadt gegründet, aus der 1947 wieder der Spandauer SC 99 hervorging. Nach dem man 1952/53 noch in der Berliner Amateurliga spielte, folgten danach nur Spielzeiten in den unteren Ligen. Jetzt spielt man wieder in der Landesliga.
Es wurde eine ordentliche Auswahl an Speis und Trank angeboten und da ich noch etwas angeschlagen vom gestrigen Tag war gabs für mich erstmal nur Kaffee.
Weitere Hopper lungerten herum und machten ihre Fotos. Mein Highlight heute war die Frauengruppe neben mir. Sie alle hätten problemlos bei Frauentausch mitspielen können. Die Kinderwägen und ihre Kids dabei. Sie heißen wahrscheinlich Sandy, Mandy und Peggy und Jacqueline und wohnen in der Platte und die Kinderbetreuung findet silecht mit Kippe im Maul statt. Während mir eine später durch eine ungünstige Sitzposition ihre Miederware am Po offenbarte.
Darauf erstmal das noch im Rucksack befindliche Cider geöffnet. Die Sonne kam raus und irgendwann ging es mir doch besser, doch auf feste Nahrung konnte ich noch verzichten.
Hinter mir führten zwei Hopper Fachgespräche und als man Richtung Bushaltestelle ging, kam man mit einem davon kurz ins Gespräch. Ihn hatte ich ja schon gegrüßt. Er stellte sich als Bruder von der Braunschweiger Hopperlegende Teamchef heraus. Kurz überlegte er ob er denn mit mir zu meinem nächsten Spiel sollte. Er entschied sich dann doch bei seinem urprünglichen Plan zu bleiben...Pech für Ihn, denn der Ausflug zu den Berliner Amateuren sollte sich in vielerlei Hinsicht lohnen !

Text/Fotos: Pressi