Div 3 Södra Svealand
Farsta IP 1
Zuschauer: 170
Am
Freitag wurde früh Tallinn mit dem Flugzeug nach Stockholm verlassen. In
einer Stunde Flugzeit brachte mich der Flieger der estnischen
Fluggesellschaft Nordica in den größten Flughafen Schwedens – Arlanda.
Durch die Zeitumstellung und die Flugdauer war ich um 7:20, genau zur
selben Zeit, wie ich Estland verlassen hatte, auch in Stockholm
angekommen.
Der Flughafen liegt ca. 40 km nördlich von Stockholm und
ist sowohl per Zug als auch Bus in die Innenstadt angebunden. Ich
entschied mich für den Shuttle der Firma Flygbussarna. Dieser ist zwar
für umgerechnet 10 Euro günstiger als die Bahn, aber dementsprechend
braucht er länger. Wobei die 40 Minuten Fahrzeit immer noch völlig im
Rahmen sind. Das Couchsurfing sollte dieses Mal leider nicht klappen,
sodass ich in einem Mehrbettzimmer nächtigen musste. Nach Ankunft am
Busbahnhof wurde mein Hostel Generator aufgesucht. Für 140 Euro für drei
Nächte hatte ich damit meine teuerste Übernachtung aller Touren.
Theoretisch wäre es aber selbst in Stockholm günstiger gegangen, doch
nach der schlechten Erfahrung in Madrid bevorzuge ich inzwischen nur
Übernachtungen mit einer Booking-Bewertung über 8. Nun konnte ich
endlich mit dem Sightseeing beginnen. Vormittags schaute ich mir die auf
der Halbinsel liegende Gamla Stan (Altstadt) an. Dabei wurde zum
Frühstück in der bekannten Bäckerei Sattva die schwedische Spezialität
Kanebulle (Zimtschnecke) verspeist. Für 30 Kronen zwar alles andere als
Schnäppchen, schmeckte aber tatsächlich auch mega. Mittags ging es dann
zu einer zweistündigen Free Walking Tour durch die Neustadt, bei der
genug interessante Anekdoten über die schwedische Kultur und Bräuche
erzählt wurde. Typisch schwedisch war am Ende der Führung die Tatsache,
dass man das Trinkgeld für den Führer sogar mit Kreditkarte blechen
konnte. Ich habe noch extra dafür im Vorfeld etwas Bargeld abgehoben und
dann passiert doch so was Klischeehaftes. Denn in Schweden braucht man
tatsächlich sonst gar kein Bargeld mehr, denn überall werden die
Kartenzahlungen akzeptiert. Manche Läden kündigen sogar schon an, dass
keine Bargeldzahlung möglich sei. Sicherlich ist dies ein Albtraum für
den einen oder anderen Deutschen, der seinen Einkauf der Bierdose am
Kiosk der CIA, dem Mossad sowie der MI6 lieber doch verheimlichen mag.
Jetzt sollte die richtige Mahlzeit kommen und dafür ging es zum Laden
Stockholms Gästabud. Da ich meine Restaurants schon im Vorfeld explizit
über Tripadvisor aussuche, hatte ich auch dies Mal Glück. Zum Essen
gab’s das leckere Köttbullar, welches die meisten von euch bestimmt aus
den IKEA Restaurants kennen. Der Preis war mit 150 Kronen auch völlig in
Ordnung, nur die 0,33 Flasche Cider schlug mit 70 Kronen schon ordentlich
zu Buche. Dann wurden die Insel Skeppsholmen sowie das Nobel-Museum,
das jeden Freitagabend kostenlos betreten werden kann, besucht.
Ursprünglich hatte ich mir gar kein Spiel für den Freitag gesucht und
wollte mich eigentlich der Stadt widmen, doch durch die Groundhopping
App wurde ich auf das Fünftligaspiel am späten Abend aufmerksam.
Zeitlich passte es eben rein, sodass ich dieses doch mitnehmen wollte.
Das Spiel war in Farsta, einem Randbezirk Stockholms, das mit der U-Bahn
der grünen Linie erreicht werden kann. Die fünfte Liga, genannt
Division 3, wird in 12 Staffeln im Kalenderjahr ausgespielt. Der heutige
Gastgeber FoC Farsta spielt in der Südstaffel der Region Svealand. Über
das Gebolze auf dem Kunstrasen braucht man nicht viel reden, doch der
Ground mit dem Ausbau auf der einen Seite sowie die falunroten Gebäude,
die klassisch für Schweden stehen, waren nett anzusehen. Ganz amüsant
waren auch hinter dem Tor die einigen Kinder gewesen. Diese
unterstützten nicht nur ihre Mannschaft, sondern spielten sogar wörtlich
mit dem Feuer, indem sie selbstgebastelten Papierfackeln als Bengalos
anzündeten. Damit konnte schon einen Tag früher als geplant der
Länderpunkt Schweden abgehakt werden. Läuft!
Text/Fotos: Шаффи























