Samstag, 6. Oktober 2018

Fortuna Düsseldorf - FC Schalke 04 0:2

1. Bundesliga
Stadion Düsseldorf
Zuschauer: 52 000 (ca. 14 000 Gäste)

Die acht verbliebenen Grounds der ersten beiden deutschen Ligen habe ich mir in der laufenden Saison mehr oder weniger vorgenommen. Zwar glaube ich nicht, dass ich alle fehlende Stadien schaffe, aber das Ziel soll zumindest so lauten. Einerseits will ich möglichst wenig von unserem Profifußball erleben, anderseits will ich diese Baustelle ein für alle mal auch abschließen. Als erstes sollte somit auch Fortuna Düsseldorf fallen. Schalke als Gegner ist jetzt auch nicht das schlechteste Spiel gewesen und so buchte ich mir von den Bahnpunkten eine Freifahrt nach Düsseldorf.

Nach knapp drei Stunden Zeit war mein ICE dort eingefahren und ich begab mich in das Nippon am Rhein. So wird die Japantown der Stadt bezeichnet. Mit über 6000 Japanern gehört das Viertel zu den bedeutendsten japanischen Gegenden auf dem Kontinent. Die Volksgruppe ist eine echte kulturelle und wirtschaftliche Bereicherung für die Stadt. Somit war es für mich klar, dass hier die japanische Küche gekostet werden soll. Dementsprechend war mein Ziel das aus mehreren Quellen empfohlene Restaurant Naniwa, wobei ich denke, dass die ganze Konkurrenz hier keineswegs schlecht ist. Ich bestellte mir eine scharfe Portion Ramen, einer Nudelsuppe, mit einem Lava-Ei. Das Lokal und Ramen generell kann ich jedem wärmstens empfehlen.
Nach einem kurzen Spaziergang durch die Altstadt wurde dann die U-Bahn zum Stadion genommen. Die neue Arena wurde im Jahr 2005 eröffnet. Sie entstand fast an der gleichen Stelle, wo das alte Rheinstadion stand.  Optisch sowohl innen als auch außen ist es ein ganz schlimmes Ding. Schon der Zugang zu den Tribünen ist für ein Fußballstadion ziemlich seltsam und erinnerte mich eher an eine Sporthalle. An sich ist es tatsächlich eine sogenannte Multifunktionshalle. Durch das verschließbare Dach finden hier alle möglichen Veranstaltungen statt. Als letzter Flop würde da nur noch ein Kunstrasen fehlen, aber von diesem bleibt der Fußball zunächst verschont. Trotzdem ist der Ground für mich so unter den drei schlimmsten im Land anzusiedeln. Aber Düsseldorf ist auch wahrlich kein Fußballstadt, sodass man diese "Architektur" damit begründen könne. Selbst als es letzte Saison sportlich wirklich gut gelaufen ist, kamen in das 52 000 fassende Stadion lediglich bis zu 30 000 Zuschauer. Heute war die Arena zum ersten Mal in der Saison ausverkauft, was aber auch den massenhaft angereisten Schalkern zu verdanken ist. Die Stimmung war auch meistens auf der Gästeseite zu beobachten, wobei in der ersten Halbzeit weder die Heimkurve noch die Gäste überzeugen konnten. Erst mit der schnellen Führung in der zweiten Halbzeit war der Support der „Ruhrpottkanaken“ gut genug. Mit laut und länger vorgetragenen Liedern wie „asoziale Schalker“ oder „Mythos vom Schalker Markt“ war der Auftritt der Könogsblauen mir schon sehr sympathisch. Die Heimkurve begann das Spiel mit einer riesigen Choreo. Auf der Tribüne wurde eine detailreiche Zeichnung eines Zirkus langsam hochgezogen wurde, während im Hintergrund ein Fahnenmeer präsentiert wurde. Im Oberrang sowie einem Teil der Geraden wurden rot-weiße Zettel hochgehalten. Für Fortuna war es schon eine beachtliche Choreo und auch allgemein ist es keine Show, die man bei jedem Spieltag der Liga beobachten kann. Leider war aber die akustische Unterstützung der Heimkurve fast gar nicht zu hören, da bis auf kurze Momente wirklich nur die Mitte der großen Tribüne in Bewegung war. Sicherlich war die Leistung der Mannschaft auf dem Platz richtig schlecht, aber ich glaube, dass es in Düsseldorf schon allgemein nicht unbedingt viel besser läuft.
Nach dem Spiel ging es zügig mit dem Zug nach Rheydt, wo das zweite Spiel anstehen sollte. Doch leider wurde das Spiel im genialen Jahnstadion wegen dem fehlenden Flutlicht kurzfristig abgesagt. Für mich ist es auch schon der zweite Fehlversuch in diesem Jahr das Stadion zu kreuzen, aber was solls?! Mund abwischen, weitermachen!


Text/Fotos: Шаффи