1. Bundesliga
Stadion Düsseldorf
Zuschauer: 52 000 (ca. 14 000 Gäste)
Die acht verbliebenen Grounds der ersten beiden deutschen Ligen habe
ich mir in der laufenden Saison mehr oder weniger vorgenommen. Zwar glaube ich
nicht, dass ich alle fehlende Stadien schaffe, aber das Ziel soll zumindest so
lauten. Einerseits will ich möglichst wenig von unserem Profifußball erleben,
anderseits will ich diese Baustelle ein für alle mal auch abschließen. Als
erstes sollte somit auch Fortuna Düsseldorf fallen. Schalke als Gegner ist
jetzt auch nicht das schlechteste Spiel gewesen und so buchte ich mir von den
Bahnpunkten eine Freifahrt nach Düsseldorf.
Nach knapp drei Stunden Zeit war
mein ICE dort eingefahren und ich begab mich in das Nippon am Rhein. So wird
die Japantown der Stadt bezeichnet. Mit über 6000 Japanern gehört das Viertel
zu den bedeutendsten japanischen Gegenden auf dem Kontinent. Die Volksgruppe ist
eine echte kulturelle und wirtschaftliche Bereicherung für die Stadt. Somit war es für mich klar, dass hier die japanische Küche gekostet werden soll. Dementsprechend
war mein Ziel das aus mehreren Quellen empfohlene Restaurant
Naniwa, wobei ich denke, dass die ganze Konkurrenz hier keineswegs schlecht
ist. Ich bestellte mir eine scharfe Portion Ramen, einer Nudelsuppe, mit einem
Lava-Ei. Das Lokal und Ramen generell kann ich jedem wärmstens empfehlen.
Nach einem kurzen Spaziergang durch die Altstadt wurde dann die U-Bahn zum
Stadion genommen. Die neue Arena wurde im Jahr 2005 eröffnet. Sie entstand fast
an der gleichen Stelle, wo das alte Rheinstadion stand. Optisch sowohl
innen als auch außen ist es ein ganz schlimmes Ding. Schon der Zugang zu den
Tribünen ist für ein Fußballstadion ziemlich seltsam und erinnerte mich eher an
eine Sporthalle. An sich ist es tatsächlich eine sogenannte
Multifunktionshalle. Durch das verschließbare Dach finden hier alle möglichen
Veranstaltungen statt. Als letzter Flop würde da nur noch ein Kunstrasen fehlen,
aber von diesem bleibt der Fußball zunächst verschont. Trotzdem ist der Ground
für mich so unter den drei schlimmsten im Land anzusiedeln. Aber Düsseldorf ist
auch wahrlich kein Fußballstadt, sodass man diese "Architektur" damit begründen könne. Selbst
als es letzte Saison sportlich wirklich gut gelaufen ist, kamen in das 52 000
fassende Stadion lediglich bis zu 30 000 Zuschauer. Heute war die Arena zum
ersten Mal in der Saison ausverkauft, was aber auch den massenhaft angereisten
Schalkern zu verdanken ist. Die Stimmung war auch meistens auf der Gästeseite
zu beobachten, wobei in der ersten Halbzeit weder die Heimkurve noch die Gäste
überzeugen konnten. Erst mit der schnellen Führung in der zweiten Halbzeit war
der Support der „Ruhrpottkanaken“ gut genug. Mit laut und länger vorgetragenen
Liedern wie „asoziale Schalker“ oder „Mythos vom Schalker Markt“ war der
Auftritt der Könogsblauen mir schon sehr sympathisch. Die Heimkurve begann das
Spiel mit einer riesigen Choreo. Auf der Tribüne wurde eine detailreiche
Zeichnung eines Zirkus langsam hochgezogen wurde, während im Hintergrund ein
Fahnenmeer präsentiert wurde. Im Oberrang sowie einem Teil der Geraden wurden
rot-weiße Zettel hochgehalten. Für Fortuna war es schon eine beachtliche Choreo
und auch allgemein ist es keine Show, die man bei jedem Spieltag der Liga beobachten
kann. Leider war aber die akustische Unterstützung der Heimkurve fast gar nicht
zu hören, da bis auf kurze Momente wirklich nur die Mitte der großen Tribüne in
Bewegung war. Sicherlich war die Leistung der Mannschaft auf dem Platz richtig
schlecht, aber ich glaube, dass es in Düsseldorf schon allgemein nicht
unbedingt viel besser läuft.
Nach dem Spiel ging es zügig mit dem Zug nach Rheydt, wo das zweite Spiel
anstehen sollte. Doch leider wurde das Spiel im genialen Jahnstadion wegen dem
fehlenden Flutlicht kurzfristig abgesagt. Für mich ist es auch schon der zweite
Fehlversuch in diesem Jahr das Stadion zu kreuzen, aber was solls?! Mund
abwischen, weitermachen!
Text/Fotos: Шаффи





















