Oberliga Westfalen
Stadion am Schloss Strünkede
Zuschauer: 400 (ca. 60 Gäste)
Am Sonntag sollte eine Stadionperle in Herne gekreuzt werden. Dafür ging
es nach dem ausgefallenen Rheydt-Spiel am Vortag nach Essen, wo im
Hotel übernachtet wurde. Nach dem Auschecken am Morgen verweilte ich in
der Innenstadt von Essen, wo es aber wirklich nichts zu sehen gibt. So
ging es bald mit der Bahn nach Herne. Auch dort musste ich im wahren
Sinn des Worts die Zeit bis zum Spiel totschlagen. Die Städte im
Ruhrpott sind ohne wenn und aber ein wahrer Horror. Wenigstens liegt der
Ground der SC Westfalia an einem Park, sodass dort etwas die Zeit
vergammelt werden konnte.
Anschließend betrat ich das geniale Stadion am Schloss Strünkede, das
schon seit 2010 die unterschiedlichste Sponsorennamen getragen hat.
Obwohl es im letzten Jahr durch Kunstrasen und die komischen
Flutlichter, wie auf einem Sportplatz, verunreinigt wurde, behält es
weiterhin seinen Charme. Bis auf die leicht heruntergekommene Tribüne,
die immer noch mit Sitzbänke ausgestattet ist, sind es sonst alles nur
Stehränge im Stadion. Übrigens soll die Tribüne aber bald auch noch
saniert werden. Da schätze ich, dass die Bänke den Sitzschalen wohl
leider weichen werden müssen…
Seit 1910 besteht an der Stelle übrigens
das Stadion, das zur damaligen Zeit noch zu den größten im Land gehört
hat. Zur damaligen Zeit war die Westfalia keine so unbekannte Nummer im
deutschen Fußball. Der Verein war bis in die Ende der 70er meistens
erst- oder zweitklassig unterwegs. Inzwischen ist man aber schon lang im
Amateurfußball ansässig und es läuft zudem nicht so rund. Zusammen mit
dem FC Gütersloh ist man leider aktuell nur das Schlusslicht der
Oberliga Westfalen.
Somit zog es heute gegen den Aufstiegsanwärter
Sportfreunde Siegen lediglich 400 Leute ins Stadion. Einen Fanblock gab
es auf der Heimseite auch nicht, wobei einzelne grölende Schlachtrufe ab
und zu zuhören waren. Die Gäste aus dem Siegerland waren zwar optisch
mit mehreren Zaunfahnen, einer Schwenkfahnen sowie Trommel anwesend,
brachten aber keinen echten Support zu Stande. Dies könne auch daran
gelegen haben, dass die Siegener schon in der 14. Minute überraschend
mit zwei Toren im Rückstand lagen. Mit dem Anschlusstor in 82. sowie dem
Ausgleich in der 90. Minute wurde es in der Gästekurve nochmal laut,
aber sonst kann man hier nicht wirklich von einem Auftritt der Gäste
reden. Schade!
Das größte Highlight war an diesem Nachtmittag aber der
Glanzkopftrainer der Westfalia, der das ganze Spiel über gegen alles und
jeden pöbelte. Nach dem Schlusspfiff wollte der Typ sich sogar mit
einem Zuschauer, der sich ironisch über den geholten Punkt äußerte,
anlegen. Doch das abgeschlossene Tor verhinderte die Fortsetzung der
Show, sodass es nur bei Beleidigungen geblieben ist.
Text/Fotos: Шаффи



















