Sonntag, 7. Oktober 2018

SC Westfalia 04 Herne - Sportfreunde Siegen 2:2

Oberliga Westfalen 
Stadion am Schloss Strünkede 
Zuschauer: 400 (ca. 60 Gäste) 

Am Sonntag sollte eine Stadionperle in Herne gekreuzt werden. Dafür ging es nach dem ausgefallenen Rheydt-Spiel am Vortag nach Essen, wo im Hotel übernachtet wurde. Nach dem Auschecken am Morgen verweilte ich in der Innenstadt von Essen, wo es aber wirklich nichts zu sehen gibt. So ging es bald mit der Bahn nach Herne. Auch dort musste ich im wahren Sinn des Worts die Zeit bis zum Spiel totschlagen. Die Städte im Ruhrpott sind ohne wenn und aber ein wahrer Horror. Wenigstens liegt der Ground der SC Westfalia an einem Park, sodass dort etwas die Zeit vergammelt werden konnte.
Anschließend betrat ich das geniale Stadion am Schloss Strünkede, das schon seit 2010 die unterschiedlichste Sponsorennamen getragen hat. Obwohl es im letzten Jahr durch Kunstrasen und die komischen Flutlichter, wie auf einem Sportplatz, verunreinigt wurde, behält es weiterhin seinen Charme. Bis auf die leicht heruntergekommene Tribüne, die immer noch mit Sitzbänke ausgestattet ist, sind es sonst alles nur Stehränge im Stadion. Übrigens soll die Tribüne aber bald auch noch saniert werden. Da schätze ich, dass die Bänke den Sitzschalen wohl leider weichen werden müssen… 
Seit 1910 besteht an der Stelle übrigens das Stadion, das zur damaligen Zeit noch zu den größten im Land gehört hat. Zur damaligen Zeit war die Westfalia keine so unbekannte Nummer im deutschen Fußball. Der Verein war bis in die Ende der 70er meistens erst- oder zweitklassig unterwegs. Inzwischen ist man aber schon lang im Amateurfußball ansässig und es läuft zudem nicht so rund. Zusammen mit dem FC Gütersloh ist man leider aktuell nur das Schlusslicht der Oberliga Westfalen.
Somit zog es heute gegen den Aufstiegsanwärter Sportfreunde Siegen lediglich 400 Leute ins Stadion. Einen Fanblock gab es auf der Heimseite auch nicht, wobei einzelne grölende Schlachtrufe ab und zu zuhören waren. Die Gäste aus dem Siegerland waren zwar optisch mit mehreren Zaunfahnen, einer Schwenkfahnen sowie Trommel anwesend, brachten aber keinen echten Support zu Stande. Dies könne auch daran gelegen haben, dass die Siegener schon in der 14. Minute überraschend mit zwei Toren im Rückstand lagen. Mit dem Anschlusstor in 82. sowie dem Ausgleich in der 90. Minute wurde es in der Gästekurve nochmal laut, aber sonst kann man hier nicht wirklich von einem Auftritt der Gäste reden. Schade! 
Das größte Highlight war an diesem Nachtmittag aber der Glanzkopftrainer der Westfalia, der das ganze Spiel über gegen alles und jeden pöbelte. Nach dem Schlusspfiff wollte der Typ sich sogar mit einem Zuschauer, der sich ironisch über den geholten Punkt äußerte, anlegen. Doch das abgeschlossene Tor verhinderte die Fortsetzung der Show, sodass es nur bei Beleidigungen geblieben ist. 

Text/Fotos: Шаффи