Sonntag, 21. Oktober 2018

FC Union Heilbronn - SC Abstatt 5:2

Bezirksliga Unterland 
Stadion am See
Zuschauer: ca. 120

Jeder kennt sicherlich das Problem, man sucht nach Spielen für das Wochenende, doch irgendwie wird man nicht recht fündig.
Erst wurde durch die Preiserhöhung des Flixbusses das Ziel Herne von mir gecancelt, dann wurde der anvisierte Doppler mit Burgfarrnbach und ASV Fürth ad acta gelegt, da die Zweite von Burgfarrnbach auf einem Nebenplatz spielt. Zudem braucht man den Hauptplatz jetzt doch nicht für die Regionalliga-Bayern-Komplettierung in der Groundhopping-App. Also geriet Heilbronn in meinem Fokus, wollte ich doch das schöne Stadion am See endlich kreuzen. Denn als ich vor 3 Jahren vor Ort war, machte ich den Amateurfehler erst die Zweite auf Kunstrasen zu gucken und danach bei den Aramäern im Frankenstadion vorbeizuschauen. Umgekehrt wäre es besser und richtig gewesen!

Heilbronn, welches mit 125.000 Einwohnern die siebtgrößte Stadt in Baden-Württemberg ist und malerisch am Neckar liegt, befindet sich etwa 50 Kilometer nördlich der Landeshauptstadt Stuttgart. Nach Ankunft ging es im Sprint zur Anlage der TSG Heilbronn um pünktlich mit dem Anpfiff um 10:30 das B-Jugenspiel auf altem Kunstrasen zu schauen. Mit Apfiff ging es über den Neckar zum Stadtion am See des FC Union Böckingen.
Der FV Union Böckingen wurde 1908 gegründet und ging aus einer Fusion von FK Germania 08 Böckingen und Viktoria Böckingen hervor. Ausserdem gibt es noch Skifahren, Handball und Kanu als Abteilungen, wovon die Kanusparte diverse Medaillen bei Welt- und deutschen Meisterschaften gewann. 
Davon ist die Fußballabteilung weit entfernt und spielt aktuell in der Bezirksliga. Größter Erfolg war 1933/34 die Meisterschaft in der Gauliga Württemberg, als man sich dadurch für die Endrundenspiele um die deutsche Fußballmeisterschaft qualifizierte. FC Union Heilbronn heißt die abgespaltene Fußballabteilung des FV Union Böckingen, welche 2012 auch mit dem FC Heilbronn fusionierte. Daraus entstand 2018 der Nachfolgeverein VfR Heilbronn, welcher aktuell in der Kreisliga B im Frankenstadion spielt. Somit geört das Stadion am See und das Frankenstadion sowie beide Vereine zusammen. Dies erklärte mir der Vereinspräsident als ich nach meinem ersten Spiel eine Foto-Stadionrunde drehte und er mich interessiert fragte, was und warum ich das tue.
Also wurde ein kurzer Plausch gehalten mit dem netten Mann.
Danach ging es nebenan zum TG Böckingen, wo die zweite Mannschaft ebenfalls auf Kunstrasen in der Kreisliga B kickte und das vor 35 Zuschauern. Doch hier ließ man es sich nicht nehmen und grillte groß auf. Es lagen zwei verschiedene Sorten Roter auf dem Grill, welche von einer älteren, netten Dame in Kittelschürze liebevoll gebraten wurden. Auch konnte man zwischen vier Arten von Brötchen wählen. Daumen hoch hierfür !
Das Stadion am See fasst etwa 5.000 Zuschauer und hat eine ordentliche Tribüne mit  350 Sitzplätzen. Aussenrum führen 5 Steinstufen welche nur durch die Tribüne und dem Vereinshaus samt Grillhütte und Biergarten unterbrochen werden. Hat auf jeden Fall mehr Charme als der Betonklotz Frankenstadion, welcher für mich total überbewertet ist !
Im Spiel lag der favorisierte Gastgeber schnell mit 2:0 zurück und es sah nach einer Niederlage aus. Doch nach dem Pausentee kam die Truppe wie verwandelt aus der Kabine um das Spiel mit herrlichen Toren und einem furiosen Sturmlauf noch mit 5:2 zu drehen. So war der Mob ordentlich am durchdrehen und die Mannschaft setzte sich vorne in der Tabelle fest. Support gabs natürlich keinen, es standen zwar eine Handvoll jüngerer Typen hinter einer Union-Zaunfahne, doch beliessen sie es beim Biertrinken in der herrlichen Oktobersonne.
Ich gönnte mir erst noch einen Kuchen, bevor ich kurz vor Ende mir noch eine Rote holte um gesättigt zum nachfolgenden Eishockey-Spiel zu gehen. 
Irgendwie werde ich mit dieser Art Würsten nicht warm. Schmecken halt alle gleich, wässrig und ohne Geschmack, wenigstens waren sie cross gegrillt.
Nach Abpfiff ging es Richtung Eishalle um mal einer Randsportart eine Chance zu geben.

Text/Fotos: Pressi