Euro League
Stadio Eirinis
kai FiliasZuschauer: 5000 (ca. 25 Gäste)
Lange schob ich den Besuch in Griechenland vor mir hin. Die andauernde Finanzkrise, immer wieder das Chaos bei Protesten sowie das noch üblere Chaos beim Fußball. Diese Bilder bzw. Stichworte prägten zuletzt mein Verständnis von dem Land. Doch im Hinterkopf war auch noch das andere Hellas mit den fanatischen Kurven mit Tausenden Bengalos sowie die griechische Küche. Bei der Planung der Tour standen nicht die großen Fanszenen im Fokus, eher wollte ich was Kleineres sehen. Am Ende sprangen sogar überraschend zwei nette Spiele sowie sogar meine persönliche Premiere beim Basketball dabei raus. Sicherlich wären mehr Spiele drin gewesen, doch ich wollte es bewusst es langsam angehen lassen.
So nun der Reihe nach: Schon am Donnerstagabends startete ich mit einem Kumpel nach Frankfurt. Bereits zum dritten Mal 2018 stand eine Übernachtung hier am Flughafen an. Na wenigstens dieses Mal nicht allein gewesen. Kurz nach 6 startete unser Flieger und ca. 3 Stunden später waren wir dann in der Hauptstadt des südlichsten Balkanstaates gelandet. In die Stadt kommt man vom Flughafen, der 35 km entfernt liegt, entweder mit dem Bus für 6 Euro oder mit der Metro für einen Zehner. Da es Uber in Athen anscheinend, zumindest in seiner herkömmlichen Weise, nicht mehr gibt, griffen wir zur U-Bahn für den frechen Preis. In der Innenstadt wurde unsere Bleibe bezogen sowie gleich die erste Pita verspeist. Dafür besuchten wir die Bude Kosta's Souvlaki, die in der Stadt nicht ganz unbekannt zu sein scheint, aber nicht so ganz vonTouristen überrannt ist, wie viele anderen Buden. Kostas spezialisiert sich auf Pita mit unterschiedlichen Fleischbelagen. Interessanterweise tut er nicht Zaziki in seine Pita rein, wie man es sonst kennt, sondern so eine pikante Tomatensauce. Gestärkt mit dem leckeren Essen konnten wir nun noch etwas in Zentrum rumlaufen. Der erste Eindruck von Athen war schlimm: Die besuchte Gegend um die Metro-Station Thissio ähnelte eher Afrika und nicht der Hauptstadt einer Hochkultur der Antike. Mit dem Nachgeschmack wurde mit der Metro in den Vorort des Athens Piräus gefahren. Die Region Athen-Piräus ist insgesamt eine riesige Agglomeration mit über 3 Millionen Einwohnern, wobei die beiden Städte einzeln mit jeweils 600.000 und 120.000 keine so beachtliche Einwohnerzahlen haben. Piräus spielte schon immer die Rolle des Hafens der Hauptstadt. Aktuell ist Piräus sowohl bei den Passagierzahlen als auch dem TEU-Umschlag einer des größten Hafen der Welt. An der vorletzten Station der Piräus-Linie, wo sich das Fußballstadion und Basketballarena befinden, sind wir ausgestiegen. Zunächst gingen wir noch entlang der Küste des saronischen Golfs in die Innenstadt. Auf dem Weg dorthin sahen wir wieder viele heruntergekommene Bauten. Der erste Tag war also schon mal ein kleiner Kulturschock. Um es vorwegzunehmen konnte die Zeit dann doch gut verbracht werden und in Athen gibt es doch noch was zu sehen bzw. zu tun. In dem Moment war man aber enttäuscht, sodass die Laune unbedingt mit Essen, Wein und Ouzo angehoben werden musste. Kochen können die Hellenen, wie sich die Griechen selbst bezeichnen, bestens! Nachdem man sich auch noch in einer zweiten Kneipe Wein reingekippt hatte und wieder an der Station Faliro angekommen war, trennte man sich vorerst, während ich mich auf mein persönliches Debüt beim Basketball freute. In Stadio Eirinis kai Filias (Stadion des Friedens und der Freundschaft) traf Olympiakos auf den 11-fachen montenegrinischen Meister Budućnost Podgorica. Die Halle, die ein Fassungsvermögen von ca. 15 000 aufweist, wurde 1984 fertiggestellt und wurde zunächst für Eishockey und Basketball genutzt. Inzwischen trägt aber hier nur der Basketballclub Olympiakos seine Heimspiele aus. Der Club aus Piräus ist nach Panathinaikos das zweiterfolgreichste Team des Landes. So hatte ich auch ein bisschen Hoffnung, dass auch fanmäßig hier was gehen wird. Leider war dem nicht so und es gab nur einen kleinen Mob, der in der Heimkurve ab und zu was von sich zu hören gab. Die Gäste im Oberrang blieben auch das ganze Spiel über still. Vor allem zu Beginn fielen mir immer wieder die Augen zu, denn die kurze Nacht mit der Übernachtung im Flughafen machte sich bemerkbar. Schließlich konnte man sich dann doch zusammenreißen und das gute Spiel mehr oder weniger aktiv verfolgen. Das Spiel tatsächlich fertig geschaut ging es dann mit der Metro zum zentralgelegenen Monastiraki-Platz. Und nachdem dann noch die nächste Gyrospita verspeist wurde, konnte ich endlich nach dem langen Tag in die Kiste springen.
Text/Fotos: Шаффи

























