Samstag, 1. Dezember 2018

FC Ingolstadt - Hamburger Sport-Verein 1:2

2.Bundesliga
Audi-Sportpark
Zuschauer: 13.500 (ca. 4.500 Gäste)

Ich hatte mir ja vorgenommen diese Saison mehr zu meinem Verein zu fahren, da der Dino bekanntermassen seine erste Saison in der zweiten Liga spielt. Sind dort doch einige interessante Spiele dabei. Natürlich zählt Ingolstadt nicht dazu. Doch ist es recht schnell per Bayern-Ticket erreichbar. So wurde heute die Tochter mitgenommen, leider hat sie soviel Bock auf Fußball, wie der gemeine Mensch auf eine Wurzelbehandlung. Aber ab und zu muss sie in den sauren Apfel beißen.

Ohne Zwischenfälle erreichte man Ingolstadt und konnte am Bahnhof schon einige bekannte Nasen begrüßen. Während diese mit dem Gäste-Shuttle fuhren, nahmen wir den normalen Shuttlebus Linie 201 ab Hauptbahnhof. Dieser verkehrt alle 20 Minuten und fährt knapp eine Viertelstunde. Am Stadtrand in einem Industriegebiet wird man aus dem Bus entlassen und steht direkt vor dem Stadion. Gut von außen denkt man es sei ein Autohaus, worauf auch der namensgebende Sponsor hinweist.
Ganz üble Standardbude von der Stange und es kommt schon mal Bundesliga-Feeling a la Gladbach, Augsburg oder Mainz auf.
Generell hab ich keine Probleme mit der zweiten Liga, ist sie für mich eine willkommene Abwechslung aus dem total tristen Bundesligaalltag, wo man überall schon ein paarmal war und eigentlich zu den meisten auch wirklich nicht mehr hinwill. Nur an die Anstoßzeiten muss ich mich echt noch gewöhnen. Samstag 13 Uhr ist doch recht früh, Vorteil ist, das man rechtzeitig wieder daheim ist.
Im übrigen soll es hier sogar ein Brauhaus geben, in dem man vor dem Spiel was trinken kann, aufgrund unserer späten Ankunftszeit konnte dieses leider nicht getestet werden und es ging gleich ins Innere. Schon mein Arbeitskollege hatte mich vorgewarnt das es hier dieses schreckliche Kartenbezahlsystem gibt, wo man seine Karte mit einem Geldbetrag aufladen muss. Während am Ladeterminal eine lange Schlange war, boykottiere ich diese Scheiße. Muss man sich doch dadurch noch öfter anstellen und meist kriegt man die Karte auch nicht restlos leer, was wieder in einem Anstehen gipfelt, wenn man es nach Spielschluss macht. Aber wer macht das, wenn er heim will ? Aber ich geben doch den Vereinen keinen zinslosen Kredit. Wenn sich mal alle einig wären und ebenso handeln würden, wäre der Mist schnell wieder verschwunden. Aber da steht der Konsum wieder im Vordergrund.
Also gab es nichts zu Essen und Trinken für mich und die Tochter, für uns beide hatte ich uns Sitzplätze auf der Gegengerade besorgt. Das Stadion war übrigens nicht mal ausverkauft.
Der heutig Spieltag wurde von den Fanszenen Deutschlands als Protestspieltag ausgerufen . Hauptgrund ist der Protest gegen Montagsspiele und für fangerechte Anstoßzeiten. Finde ich ja richtig das man sich einig ist und gemeinsam protestiert, denn nur so kann man etwas erreichen. Und die DFL hat ja schon angekündigt das die ungeliebten Montagspiele verschwinden sollen.
Beim HSV hing die erste Hälfte ein Banner mit „Vereine, ihr habt es in der Hand – Montagsspiele abschaffen !“ vor dem Block und die Zaunfahnen waren hochgeklappt oder noch nicht befestigt. Während diese in der Ingolstädter Südkurve schon hingen und eine gesprühte Tapete mit „Für fangerechte Anstoßzeiten“.
So wurde während der ersten Halbzeit geschwiegen und es gab auf beiden Seiten keinen Support. In der zweiten Halbzeit hingen auch alle bekannten Zaunfahnen beim HSV wieder und beide Seiten unterstützten Ihre Mannschaft. Allerdings war diese auf beiden Seiten nur durchschnittlich. Bundesliga-Standard-Stimmung. Hauptsachen es wird durchgesungen in einer monotonen Art und Weise das man es als Hintergrund-Beschallung wahr nimmt. Ist absolut nicht meines.
Das Spiel gewann Hamburg und der Anhang konnte sich als Spitzenreiter feiern. Bin ja etwas im Zwiespalt. Endlich gewinnt man wieder öfter Spiele und es macht wieder Spaß. Aber wenn es so weiter geht spielt man nächstes Jahr wieder in der Beletage und darauf habe ich eigentlich keine Lust…
Nach dem Spiel auch wieder was erlebt, was ich noch nie gesehen habe, man musste doch tatsächlich beim raus gehen, sein Ticket wieder unter den Scanner halten um das Drehkreuz zu betätigen. Dadurch bildete sich natürlich eine lange Schlange vor diesem Nadelöhr. Warum man nicht einfach ein Tor aufmacht ist mir ein Rätsel.
Nach etwas Abfahrtstau war man noch rechtzeitig am Bahnhof um sich mit Essen und Getränken einzudecken und noch einige Bekannte zu treffen, bevor es mit dem Zug über Nürnberg wieder heim ging. Dort ging es  für mich noch auf die betriebliche Weihnachtsfeier.

Text/Fotos: Pressi