Samstag, 3. November 2018

AB Tarnby - Gentofte Vangede IF 3:1

Danmarkserien Pulje 1
Tarnby Stadion
Zuschauer: ca. 90

Nach knapp einer Woche ging es von der britischen Insel nach Dänemark, so stand seit langer Zeit ein Besuch dort bei Brøndby ganz weit oben. Obwohl ich ja sonst so teure Länder wenn möglich meide. Den Länderpunkt hab ich damals mal mit einem Testspiel vom HSV in Sonderborg gemacht und im UEFA-Cup war ich auch schon zweimal wieder in Dänemark. Aber das Kopenhagen-Derby lockte mich doch wieder in die Stadt.
Pünktlich um 11 Uhr gelandet ging es mit der Metro in die City. Dort an der Nørreport-Station ausgestiegen und Sachen im Hostel abgelegt, ging es gegenüber in die Tørvehallerne, einer Markthalle mit vielen verschiedenen Ständen mit Essen-Angeboten. Dort nahm ich eine kleines, verspätetes Frühstück ein und hab mich schon  arm gefühlt nach dem Bezahlen. Während es dem Kollegen Shaffi hier gefallen hat, war mir das ganze Ambiente zu hektisch. Ich will mein Frühstück in Ruhe einnehmen und nicht ein Gewusel um mich herum haben. Danach ging es über das Schloss Rosenborg zu der Top-Sehenswürdigkeit, der kleinen Meerjungfrau…ich finde das Teil ja megasinnlos. Genauso ein Mist wie das Manneken Pis in Brüssel.
Allerdings entschädigte der Ausblick an der Uferpromenade Langelinie  bei herrlichem Spätsommer-Wetter ! So genoss ich die Aussicht und den Anblick wie sich die ganzen Touris mit Selfie-Sticks vor der Meerjungfrau in Pose warfen um dieses wohl gleich auf Ihrem Instagram oder Facebook-Account zu posten. Aber gut, machen wir Hopper ja in anderer Art auch !
Nun rief König Fußball wieder. So waren heute eine Handvoll Spiele zur Auswahl. Ich hab mir das Spiel mit dem größten Stadion ausgesucht und der Weg war auch recht simpel. Also ging es in den Stadtteil Tarnby, an gleichnamiger Station aussteigen und nach 10 Minuten Fußweg liegt im angrenzenden Park der mit 10.000er Kapazität angegebene Ground. 40 Kronen Obolus entrichtet und man betrat bei angeschalteten Flutlicht die doch recht imposante Schüssel, welche ein wenig an das Willy-Sachs-Stadion zu Schweinfurt erinnerte.
Bei meiner ersten Stadionrunde wurde ich auf Höhe der Sitzplätze auf der Gegengerade, plötzlich kritisch gemustert. Auf sich nach mir umdrehenden Hopper-Köpfe reagierte ich ebenso, lief aber weiter und wurde auch nicht weiter angesprochen.
Wie sich später herausstellte handelte es sich um Plauener, welche mir zum legendären Abschiedsspiel von Petr Svancary im Za Luzankamy in Brno damals auf Vermittlung vom Junior-Hofer die Zugangsberechtigung besorgten und am Spieltag überreichten. Während ich mich nicht mehr an den Kollegen erinnern konnte, er sich aber wohl noch an mich ! Ging damals recht schnell und jedes Gesicht kann ich mir echt nicht merken ! 
Hier nochmal ein Danke für die Tickets damals ins Vogtland  !
Ich verzog mich die erste Halbzeit auf die Haupttribüne und konnte dort eine hübsche, blonde Dame beim Fotografieren beobachten. Da stellt sich mir die Frage…beruflich oder ist sie ebenfalls Hopperin ? Da sie ja nicht im Innenraum war, gehe ich mal von aus das sie nicht beruflich hier war. Vielleicht wollte sie aber auch nur Ihren Freund auf dem Feld ablichten.
In der Halbzeit begutachtete ich mal den kleinen Fanshop und das kulinarische Angebot. Dieses bestand wie in Skandinavien üblich natürlich aus Hot Dogs. Wobei hier nicht diese faden Bockwürste auf dem Grill lagen, sondern eher welche die mich an eine Klobasa erinnerten, zumindest nach dem grillen. Da ich zufällig 20 Kronen vor dem Bierstand gefunden habe, gönnte ich mir eine Wurst, zu der gab es leider nur ein kleines Hot-Dog-Brötchen. Das zweite, welches bei der Größe der Wurst von Nöten gewesen wäre, hätte man extra bezahlen müssen. Sagen wir mal so, es war ganz in Ordnung, aber halt nichts was mich sonderlich vom Hocker gerissen hätte. Ich fand die Konsistenz der Wurst etwas zu weich.
Übrigens finde ich die Sprache Dänemarks recht lustig. So hörte sich der Schwall der Schimpfwörter des Herren neben mir, für mich doch recht amüsant an.
Das Spiel gewann der im Tabellenkeller befindlich Gastgeber recht souverän mit 3:1 und konnte sich somit von den hinteren Tabellenplätzen lösen.
Nach Abpiff ging es  zurück in die City um erstmal einzuchecken. Danach brach ich auf Richtung Nyhavn, um diesen Mal bei Nacht zu bewundern.
Ein Stichkanal vom Kopenhagener Hafen zum Platz Kongens Nytorv. Farbenfrohe Giebelhäuser aus dem 18. Und 19. Jahrhundert sind der Blickfang. Wo früher zahlreiche Tavernen waren, laden jetzt schicke Restaurants zum Geld ausgeben ein. Da ich Nahrungsaufnahme plante, schaute ich mal bei jedem auf die Karte, aber irgendwie hat mir keines zugesagt. Jedes dieser Lokale kam mir  so vor wie eine Touristen-Falle, welche ich ja unbedingt meiden will.
So holte ich mir erstmal meinen Nachtisch zuerst. Ich gönnte mir eine belgische Waffel mit Softeis und Karamell-Sauce. Schon jetzt hatte ich gefühlt mehr Geld ausgegeben als in einer Woche Großbritannien. Und außer Verpflegung für die morgige Busfahrt, Hostel und Metro-Fahrten hatte ich mir nur noch einen Kaffee mit einem Teilchen gegönnt. Kopenhagen du wirst nie mein Herz erobern !
Zum Essen landete ich dann in einer Art Burger-Bar. Hiermit habe ich noch den Glücksgriff getan. Am Nebentisch war grad großes Treffen irgendwelcher Gerner aus aller Herrenländer, welche in Dänemark ein Business in der Gastronomie oder im Nachtleben laufen haben und sich darüber auf Englisch über alles Mögliche unterhielten. War sehr amüsant, es ging von Koks und Nutten bis hin zu Selbstmord.
Auch mein Essen, Lachs mit Tagliatelle, mundete mir hervorragend und war das Beste was ich in letzter Zeit in meinen Magen hatte. Nun ja, meine tägliche Ernährung ist ja bekanntermaßen leider nicht mehr die Beste.

Text/Fotos: Pressi