Arena Regensburg
Zuschauer: 14 831 (ca. 3000 Dresdner)
Nachdem ich im August bereits das Spiel Jahn Regensburg – 1. FC Nürnberg aufgrund des Hanauer Derbys sausen lassen habe, plante ich mir den Besuch in Regensburg mit dem Spiel gegen SG Dynamo Dresden ein. Das Ticket holte ich mir gleich mit dem Beginn des freien Verkaufs, da es nach meiner Einschätzung zumindest sehr voll werden sollte. Die Ticketpreise sind beim SSV Jahn sehr hoch: Für den billigsten Sitzplatz bei dieser Begegnung musste man bereits mindestens 32 Euro hinblättern! Mit der Eröffnung des neuen Stadions 2015 hatte der Verein schon zur Regionalligazeit gewaltige Eintrittspreise verlangt. So dürften auch heutzutage die Karten hier verhältnismäßig unter den teuersten des Landes sein.
Am Sonntag um Viertel vor 8 startete ich mit dem Bayern-Ticket in die Oberpfalz, wo ich nach einem Umstieg in Nürnberg in drei Stunden Fahrtzeit angekommen war. Am Bahnhof traf ich mich dann mit einem ukrainischen Landsmann und es ging noch zusammen in die Innenstadt. Nach ein wenig Stadtbummeln und einer reichlichen, aber günstigen Mahlzeit im Café La Chapelle fuhren wir mit dem Shuttlebus zum Ground.
Dieses neue Stadion, welches, wie erwähnt, vor drei Jahren erst eröffnet wurde, steht am Arsch von Regensburg bzw. an der A3. Äußerlich erinnert es mich an einen Mix aus den Chemnitzer und Ingolstädter Stadien. Viel mehr gibt es da nicht zu sagen, weil es eben ein typisch modernes Stadion ohne jeglichen Charme ist. Vor den Eingängen tummelten sich schon riesige Menschenmengen. Mein Kollege hat sich erst später meinen Plänen angeschlossen und ich hatte ihm das Ticket ein paar Wochen später in einen anderen Block gekauft. So trennten wir und bewegten uns Richtung der dementsprechenden an den Tickets angegebenen Eingängen. Eigentlich nichts Außergewöhnliches und Spektakuläres bis ich feststellte, dass ich mir selbst das Ticket vom Anderen ausgedruckt habe. Mit dem identischen Barcode wie auf dem Ticket des Kollegen brauchte ich es am Eingang selbstverständlich nicht mal zu probieren. Nachdem ich den anfänglichen Schock erstmal verarbeitet hatte, kam mir die super Idee es mit dem Barcode am Handy zu probieren. Siehe da - es funktionierte!
Im Stadioninneren stellte ich fest, dass heute eine ordentliche Masse an Dresdnern angereist ist. In meinem Block auf der Gegengerade war mehr als die Hälfte Dynamo-Fans, auf der Hintertortribüne waren neben dem eigentlichen Gästeblock, der ca. 1700 Plätze bietet, zum größten Teil nur Gelb-Schwarz zu sehen. Schon bei der Hymne des SSV Jahn „Wir lieben den SSV Jahn“ zeigte sich der Gästeanhang motiviert kreativ, als sie die Melodie erkannten und gleich den Refrain des Liedes „Wir trinken das schäumende Bier“ der Besoffskis anstimmten. Geil! Zum Anpfiff wurden in der Heimkurve mit eine Menge Spruchbänder gegen den neuen umstrittenen Investor Philipp Schober protestiert. Der Gästeblock solidalisierte sich zeitgleich mit den Jahn-Fans und zeigte ein dementsprechendes Banner mit klarer Ansage gegen die Investoren. Akustisch war das ganze Spiel über, wie erwartet, nur Dynamo zu hören. Für mich war es aber eigentlich eins der wenigen Male, bei denen ich Dynamo so super in Aktion gesehen habe. Geschlossen und kreativ schossen diese heute den einen Hit nach dem anderen raus. Egal was man von Dynamo hält, aber man muss sagen, dass sie definitiv einen eigenen Stil, den einige sogar unglücklich nachzuahmen versuchen, haben. Im Heimblock war maximal die Mitte des Blocks aktiv, was auch an der Schalparade zu Beginn des Spiels gut zu sehen war. Selbst während den Durchschnaufpausen der Gäste kam bei mir wenig bis gar nichts an.
Nach den drei Profispielen innerhalb der letzten 8 Tage reicht es für mich aber mit dem deutschen Profifußball. Zunächst geht es für mich dann wieder in den unteren Ligen weiter.
Text/Fotos: Шаффи
















