Division E
Stadion Jesenik
Zuschauer: 268
Gestern abend hatte ich mir beim Rezeptionsmokel noch ein Taxi bestellt, eine Stunde Fussmarsch brauch ich früh dann doch nicht unbedingt. I
Im Zug wurde etwas Schlaf nachgeholt, gerade als ich richtig eingepennt bin, weckte mich Gottseidank der Schaffner. Sonst hätte ich meinen Umstieg verpasst. Obwohl der Zug als Endziel Jesenik angab...verstehe wer will, aber trotzdem danke, sonst wäre das Spiel für mich Essig gewesen.
Viel zu früh begrüßten mich die Plattenbauten von Jesenik.
Das Städtchen hat 11.000 Einwohner und liegt im Sudetenland im Altvatergebirge an der Einmündung des Staric in die Biela. Erst schaute ich mir mal etwas unmotiviert die Innenstadt an, ausser der Kirche fand ich nix dolles, so ging es gleich zum Stadion. Schon von aussen merkte ich, dass irgendwas hier komisch ist, von den Proportionen des Spielfeldes zur Tribüne.
Bei der Oma die 40 Kronen Obolus gelöhnt und ich blickte direkt auf eine Art Biergarten, der mit alten Stühlen und Tischen und nebenan noch Bierbänken und Gambrinus-Schirmen aufwartete. Rechts von mir ein Kunstrasen und links der Rasenplatz. Also kann man von der Tribüne beide Spielfelder begutachten und auf jeder Seite sind noch 7 alte, verwitterte Stehstufen. Auch auf der Tribüne waren die Sitzplätze keine Einzelnen zum runterklappen, sondern eine Bank für 3-4 Leute.Hab ich so auch noch nicht gesehen. So ist es praktisch egal wo gespielt wird. Der Ground zählt trotzdem ;-)
An das Rasenspielfeld wurde noch eine mobile Tribüne gestellt, auf dem ein kultiger Holzverschlag für den Kameramann gebaut wurde. Da ich noch nix gefrühstückt hatte, ging es erstmal zum Grillstand, der einen Räucherofen hatte. Geil !
So wurde erstmal ein tschechisches Stadionmenu geordert. Die Klobasa war eigentlich die gleiche wie gestern in Opava.
Hab ich schonmal erwähnt, dass 10:15-Spiele genau mein Ding sind? Vor allem in so kultigen Bauten mit herrvoragender Verpflegung ? Ich liebe die viertklassigen Divisionen hier. Das ist richtig geile Fussballatmosphäre ohne Schnick-Schnack.
Der Ground füllte sich doch recht ordentlich, anscheinend ist es das einzige Aufregende hier. Auch ein kleiner Trupp mit Fahnen und Banner kam kurz vor Anpfiff reinmarschiert. Ein typischer Honza in typischem Tarnkleid gewandet, hatte zu seiner kleinen Tochter dann auch noch eine Trommel dabei. Die wurde aber nur als Applausersatz verwendet. Und ausser die Torschützen nach den Buden zu feiern, kam auch nix. Nur nach Spielschluss gabs noch eine Schalparade aufs Auge und der Mob feierte ausgelassen den Sieg ihrer Truppe. Ich gab mich während dem torreichen und recht ansehnlichen Spiel dem Bierkonsum hin. Hier gibts einfach das beste Bier, richtig süffig und in jeder Ranzbude ist der Gerstensaft optimal gekühlt. Preislich günstig und in der Halbliterklasse.Herrlich ! Da ich noch etwas Zeit bis zur Abfahrt meines Zuges hatte, verweilte ich noch auf eine letzte Halbe in diesem aussergewöhnlichen Ground. Kann jedem einen Besuch hier nur empfehlen. Für mich gings dann weiter zur letzten Station nach Sumperk .
Text/Fotos: Pressi





























