3. Liga
Stadion Paderborn
Zuschauer: 8229 (ca. 800 Gäste)
Meine Komplettierung der Profiligen schreitet diese Saison gut voran. Dieses Mal wurde schon frühzeitig, gleich nach der Terminierung im Juli, ein Heimspiel des SC Paderborn ins Visier genommen und die Zugfahrt gebucht. So startete ich mit dem ICE um halb 10 am Samstag in den Nordwesten. Nach dem Umstieg in Kassel ging es dann direkt nach Paderborn, wo ich ohne Überraschungen pünktlich ankam. Da ich knapp zwei Stunden bis zum Anpfiff hatte, lief ich gemütlich die 3 km zur Spielstätte.
Das Stadion, welches seit seiner Eröffnung einen Sponsorennamen trägt, ersetzte nach seiner Fertigstellung im Jahr 2008 für den SCP das Hermann-Löns-Stadion. Ungewöhnlich ist hier die erhöhte Bauweise der Stadionränge, die erste Sitzreihe beginnt erst mehrere Meter über dem Rasen. Die Aufgänge zu den Plätzen sind auch nicht wie gewohnt hinter der Tribüne, sondern die Treppen dahin befinden sich zwischen dem Spielfeld und dem Rang. Bescheuert sehen die hohen Wände hinter jeder Tribüne aus. Also wie ihr schon sicherlich gemerkt habt, konnte ich mit diesem Stadion relativ wenig anfreunden. Ein beschissener Ground ohne Wenn und Aber!
Nachdem ich ins Stadion gelangt war, holte ich mir zunächst eine Currywurst, die hier im Becher serviert wird. Diese schmeckte mir auch wirklich gut, davon wurde ich in NRW bis jetzt gar nicht enttäuscht. Nun zum heutigen Duell: Allgemein hätte es zu diesem Spiel diese Saison gar nicht kommen sollen, da der SC Paderborn aus der 3. Liga abgestiegen war und nur durch den direkten Abstieg der Sechziger in die Regionalliga in der letzten Profiliga verbleiben durfte. Aber wie typisch für den deutschen Fußball gibt es schon bis dato eine Sensation und der sportliche Absteiger aus der letzten Saison führt nach 8. Spieltagen der laufenden Meisterschaft die Tabelle an.
Zum Anpfiff gab es in der Mitte der heimischen Südtribüne eine Choreo zum 5-Jahresjubiläum der Nachwuchsgruppe der Supporters Paderborn - Striving Youth. Es wurde eine typische Silhouette eines Ultras hochgezogen sowie mit blauen Luftballons gewedelt. Oben im Block war auf dem Spruchband „5 geile Jahre meiner Jugend“ zu lesen. Ganz ordentliche Choreo mit einer guten Umsetzung für eine nicht allzu große Fanszene der Blau-Schwarzen. Daumen hoch! Supporttechnisch konnten mich die Heimfans aber nicht wirklich überzeugen. Wobei dies natürlich an meinem Standort nähe dem Gästeblock gelegen haben kann, aber auch allgemein war im Heimblock bis auf ein paar kurze Moment nur ein überschaubarer Teil in Bewegung. Negativ aufgefallen war mir die Zaunbeflaggung auf der Südtribüne – Fanclubs-Banner wurden oben auf der Hinterwand des Blockes angebracht und vorne am Zaun waren bis auf die eine Szenenfahne überhangen von winzigen Fahnen nur noch Werbebanden zu sehen. Die Gästefans aus dem knapp 100 km entfernten Münster waren heute selbstverständlich reichlich angereist. Die beiden Ultrasgruppen der Preußen (Deviants und Gruppo Resistente), welche jahrelang bei Heimspielen in unterschiedlichen Blöcken stehen, unterstützen zumindest auswärts wieder zusammen ihre Mannschaft. Auf älteren Bildern sah es schon sehr übel aus, als sich unter dem Gästeanhang zwei Stimmungsblöcke bildeten. Obwohl mir der Supportstil der Preußen mit viel Melodie und wenig Text in Deutschland wenig imponiert, war es heute auf Grund der guten Mitmachquote und der Leidenschaft relativ ertragbar. Insgesamt ein sehr ordentlicher Auftritt der Gäste! Übrigens lässt sich am Namen der einen Ultra-Gruppe und dem akustischen und optischen Support der Preußen Szene ein klarer italienischer Stil erkennen.
Auf dem Platz ging zuerst in der ersten Halbzeit der SC Preußen in Führung. Im zweiten Durchgang gaben die Paderborner ordentlich Gas, sodass sie die heutige Begegnung noch mit dem Elfmeter in der 81. Minute zum siebten Saisonsieg drehen konnten.
Text/Fotos: Шаффи


















