Bayernliga Süd
Sportanlage Haunstetten
Zuschauer: 200
Gemeinsam mit Shaffi ging es per Bayern-Ticket los zum heute anvisierten Doppler. Ursprünglich wollten wir meinen letzten fehlenden Ground in der Regionalliga Bayern machen.
Doch am Freitag kam die Meldung, dass das Spiel von Greuther Fürth II gegen Schweinfurt doch im Ronhof, statt in Burgfarrnbach, stattfindet. Für mich nicht allzu überraschend, da sich beide Parteien auch nicht sonderlich grün (geiles Wortspiel, ne?) sind. Also müsste neu geplant werden.
Zuerst ging es an den Schwaiger Tivoli. Das erste was ich sehe, war der Bruder vom Teamchef, den ich vor kurzem in Berlin kennengelernt habe. Schon lustig das man sich gerade bei so einem Kick wieder trifft, wo doch seine Eintracht heute noch in Magdeburg spielt, das ja auch nicht um die Ecke ist.
Der Ground hat bis auf ein paar Stufen nichts zu bieten. Das hatte auch die Verpflegungsbude nicht. Es gab nur Belegte. Soll wohl an der Kerwa liegen.. Versteh ich zwar nicht, aber gut. Shaffi war schon gut am abkotzen darüber, irgendwie hatte er in letzter Zeit öfter Pech mit fehlender Bratwurstverköstigung... Auch an diesem Wochenende 😉
Sofort fielen uns zahlreiche, als Hopper zu klassifizierende Menschen auf. Dürften heute etwa 50 gewesen sein. Es war ja das einzige morgendliche Spiel in der Umgebung, der Kerwa sei Dank. Zudem gab es viele Möglichkeiten heute zum doppeln und trippeln.
Weiter ging nach Anpfiff nach Augsburg. Leider hatte ich uns zum Ground vom TSV Haunstetten gelotst.
Da war zwar auch allerhand los und eine schöne Tribüne vorhanden, doch mit einem E-Jugend-Turnier wollten wir den Platz nicht machen.
Shaffi übernahm nun die Navigation zum richtigen Ground, nicht ohne Spott über meine falsche Lokalisierung.
Kann ja mal passieren... Sorry ! Alles halb so schlimm solang der richtige Spielort rechtzeitig erreicht wird.
Kurz vorm Eingang kreuzte ein stabiler und motivierter Augsburger Mob unseren Weg. Diese suchten wohl lSpielgefährten aus München. Da wir das nicht waren, durften wir dankenswerterweise passieren.
Die Sportanlage Haunstetten wurde 1969 eröffnet und hat 6 Fußballfelder, einen Sandplatz und eine bis 21 Uhr beleuchtete 400 m Laufbahn, was ihn bei Leichtathleten sehr beliebt macht.
Die schöne Tribüne fasst 1136 Sitzplätze. Ich drehte eine Stadionrunde, wobei man die Gegengerade mit ihren Stufen nicht betreten darf, da sie baufällig ist.
Das galt natürlich nicht für den anwesenden Trommler der Türken, welcher wohl von der Haupttribüne vertrieben wurde, da er mit seinem stupiden Getrommel jeden nervte. Dieser versuchte dann dort auf der Gegengerade sein Glück. Denke jeder auf der Haupttribüne war froh das er dort drüben war und dort sinnlos auf die Pauke haute.
Unter den anwesenden Zuschauern waren natürlich viele Sechzger, wovon zwei dicke Suffkutten besonders negativ auffielen. Erst sich über die Gegner lustig gemacht und dann noch die Stadt Augsburg und den FCA beleidigt. Da hatten sie Glück das der Mob FCA´ler nicht ihren Weg kreuzte.
In der Pause holten wir uns Getränke, wobei der Becher aufgrund seiner komischen Form sehr ungewöhnlich war. Leider gab es hier nur Wiener, also war es wieder nix mit essen, denn sowas wird nur bei Bärenhunger in Erwägung gezogen.
Trainer bei Türkspor ist übrigens Manni Bender, welcher in seiner Spielerzeit als „schlamperndes Genie“ galt. Seine Spezialität war das „Hereindrehen“ von Freistößen aus der rechten Halbfeldseite mit dem linken Fuß. Er spielte unter anderem für den FC Bayern, dem Karlsruher SC und den TSV 1860 München.
Übrigens hat das Wappen von Türkspor Augsburg frappierende Ähnlichkeit mit dem des Liverpool FC.
Die Wurzeln des Vereins liegen im Jahr 1968, als erstmals türkische Gastarbeiter insbesondere von verschiedenen Augsburger Textilfabriken unter dem Namen „Türkspor“ an Hobby-Fußballturnieren teilnahmen.
1972 wurde der Verein beim Bayerischen Landes-Sportverband eingetragen. 2005 wurde dann der 1979 gegründete, selbstständige Augsburger Fußballverein „Genc Altay Spor Kulübü“ bei Türkspor eingegliedert, so dass der Verein heute über 350 Mitglieder verfügt. Seit dieser Saison spielt man in der Bayernliga, was eine beachtliche Leistung ist.
Im Spiel gingen die Löwen Amateure in der ersten Halbzeit locker mit 3:0 in Führung, bevor Türkspor kurz vor Schluss noch auf 2:3 rankommen konnte. Einen Punktgewinn verpassten sie aber.
Für uns ging es mit der Straba in die Stadt wo wir noch eine Kleinigkeit bei Subway gegessen haben, bevor unser Zug fuhr. Dieser stoppte plötzlich in Triesdorf und stellte den Motor aus. Viele Bauarbeiter waren gerade am Nebengleis und telefonierten oder guckten hilflos in der Gegend rum. Grund war eine explodierte Gasflasche, dies kommunizierte uns der Schaffner. Die Feuerwehr müsse den Brand löschen. Also war uns klar, dies dauert jetzt wohl länger.
Nach einer knappen halben Stunde rückte dann endlich die Feuerwehr aus dem nahen Merkendorf an und löschte den Brand auf dem Bahndamm. Nun musste noch die Polizei die Strecke freigeben. So konnten wir nach etwa einer Stunde weiterfahren.
Höhepunkt war dann in Ansbach, als der ganze Zug plötzlich, außerfahrplanmäßig in einen anderen Zug umsteigen sollte.
Als man endlich am anderen Gleis stand, wurde man wieder zurück geschickt. Dies wiederholte sich noch etwa drei bis vier Mal. Ein Riesenchaos und keiner wusste Bescheid.
Mal wieder eine totale Glanzleistung der Bahn.
Vor allem die Leute mit Koffern taten mir echt leid. Ein Glück das uns das auf unserer total knapp kalkulierten Hinfahrt nicht passiert ist, dann hätte man nämlich kein Spiel gesehen, so konnten wir beide es noch mit Humor nehmen.
Letztendlich lief man mit einer Verspätung von 90 Minuten in Würzburg ein und ich war froh meinen Bus gerade noch zu erwischen.
Anstrengender Tag und das ganz ohne Wurst. Das Leben meint es nicht immer gut mit uns!
Text/Fotos: Pressi







































