Urveilsdeild
Kopavogsvöllur
Zuschauer: 2.483 (250 Gäste)
Heute war vormittags erstmal länger schlafen angesagt, da wir doch die ersten Tage volles Programm hatten. So blieb auch keine Zeit abends mal in irgendeine Kneipe oder sonstiges zu gehen. Was wir auch mal gerne gemacht hätten, aber wichtiger war es uns, etwas vom Land zu sehen.
Da wir ohnehin abends immer ein Fußballspiel auf dem Programm hatten, waren wir ja sowieso etwas eingeschränkt. Um ganz Island zu sehen, braucht man wohl 4 Wochen. So wurde schon der Entschluss gefasst evt. mal wieder zu kommen und etwas tiefer ins Land einzutauchen. Haben wir doch in unserer Zeit eigentlich nur die Highlights im Westen der Insel gesehen.
Da Jonny heute abreiste, musste er vormittags seine Bude räumen. Rudi und ich holten ihn ab und schauten uns von aussen mal das Nationalstadion an, indem auch Fram Reykjavik spielt.
Danach fuhren wir zum Glymur. Dieser Wasserfall galt mit seinen 196 m Fallhöhe bis 2011 als der höchste Wasserfall Islands. Diesen Status hat ihm nun der Morsarfoss streitig gemacht, welcher auf 227 m kommt.
Der Glymur liegt abseits der Hauptverkehrsrouten am Hvalfjördur, westlich des Sees Hvalvatn, von welchem der Fluss Botnsa nördlich des Hvalfjall in Richtung des Hvalfjördur das Botsndalur druchfließt.
Die Fahrt dauert eine knappe Stunde und als wir auf dem Parkplatz parkten, realisierten wir das uns eine 4 km Wanderung bevorstand. Bei stechender Sonne ging es los.
Hab ich schon gesagt das wir mit dem Wetter großes Glück hatten ? Jonny´s Vermieter sagte noch zu ihm, dass es sowas schon ewig nicht mehr gegeben hat, das es 3 Tage am Stück so schön war. Auch die restlichen zwei Tage sollte uns der Wettergott noch hold sein. Man kann hier auch Pech haben und nur Regen erleben. Wenn ich mir das so vorstelle, freue ich mich noch mehr, denn dann hätte man alles nur durch einen Grauschleier gesehen. Davon abgesehen das man wohl tropfnass gewesen wäre, so wie an unserem ersten Tag.
Doch: Egal was man erwartet, man bekommt was man verdient ! ;-)
Die Strecke zum Glymur wurde immer anspruchsvoller. Dazu muss ich sagen, das wir ausgerüstet waren wie die Osterhasen. In normalen Turnschuhen, Straßenklamotten und nur minimale Wasserreserven.
Man musste ein Flussbett überqueren und sich auf steilen, teilweise nassen und schwer zugänglichen Wegen seinen Weg nach oben bahnen. Doch der Wasserfall und seine Umgebung entschädigten für alles.
Jonny und Mats gingen auf dem Rückweg einen anderen Weg, während ich mit Rudi dieselbe Strecke zurück ging. Highlight auf dem Weg war ein französisches Pärchen, wobei Sie ein sechs Monate altes Baby auf dem Rücken trug und er völlig ohne Gepäck nach oben kletterte. Ich wußte ja das Franzosen einen Schuss haben, aber das war echt die Krönung. So können wir nur hoffen das dem Baby nix passiert ist. Der Monsieur war ein echter Gentleman...das der sich nicht schämt !
Am Parkplatz trafen wir uns wieder und waren gut geschafft von der unerwarteten Wanderung. Zurück in Reykjavik gingen wir am Hafen in ein eher gehobenes Brauhaus.
An Jonny´s letzten Tag wollten wir uns heute mal was gönnen. Mats bestellte sich ein Filetsteak, Jonny und ich nahmen den Fish of the Day (28€), während Rudi bei seinem bewährten Burger blieb. Dazu gabs natürlich Bier. Bis jetzt war der Urlaub nämlich billiger als das ich es geplant habe und ich hatte noch genug Barreserven, die ich natürlich noch los werden wollte.
Jetzt mal zum Bier und den Preisen. Normal zahlt man in den Kneipen so etwa 1200 ISK (ca. 8,50€} für ein Bier. Ab und an ist es natürlich billiger, doch weniger als 800 ISK zahlt man selten.
Es gibt sogar eine App, die nennt sich "appyhour" und dort kann man sich Kneipen/Restaurants anzeigen lassen, die gerade Happy-Hour haben. Das ist meist so von 15-19 Uhr. Haben wir aber nie gebraucht, da wir halt immer on tour waren. Aber wenn man mal länger in Reykjavik ist, wäre das eine gute Möglichkeit etwas zu sparen.
Biersorten gibt es zwei Große auf Island. Das "Gull", das etwas kräftiger schmeckt und das "Viking", das satte 5,6% hat !
Mir haben beide geschmeckt.
Sollte man mit Light-Bier (2,5%) keine Probleme haben, kann man in den Supermärkten (Bonus) diese in Dosenform schon für unter 1€ erwerben.
Bäckereien haben auch sehr gute Waren im Angebot und in den Tankstellen gibt es auch alles was das Herz begehrt und in vielen Filialen sind noch Schnellrestaurants, wie Subway oder Burgerläden integriert.
Übrigens wird man es schwer haben den McDonalds-Länderpunkt zu machen, da sich der Fast-Food-Riese nie in Island durchsetzen konnte. Island hat McDonalds abgeschworen, was ich echt bemerkenswert finde. Die letzte Filiale schloss im November 2009.
Island ist also Nährschlammfrei !
Ein Auto ist eigentlich alternativlos will man etwas sehen und nicht nur in Reykjavik rumhängen.
Heute stand das Derby von Kopavogur an. Das Stadion liegt fussläufig zu unserer Unterkunft. Jonny musste direkt nach Abpfiff zum Flughafen, da einige Braunschweiger ebenfalls dorthin mussten, wollten sie ihn mitnehmen.
Wohl auch bedingt durch das schöne Wetter herrschte heute reger Andrang und das Stadion platzte fast aus allen Nähten. Alle Sitzplätze waren ausverkauft. Gut das der Ground hier statt nur einer Tribüne, auf der Gegengerade noch eine kleine Sitztribüne zu bieten hat. Auch in einer Kurve kann man sich auf einem Graswall niederlassen. Hinter der kleinen Tribüne war ebenfalls noch ein Grasswall auf dem viele Leute saßen. So konnte heute Saisonrekord vermeldet werden.
Auf Heimseite gab es eine Gruppe mit dem witzigen Namen "Kopacabana". Groß aufgefallen ist sie mir nicht. Mir kam das so vor heute wie ein großes Volksfest. Der Isländer ist ja auch eher gelassen. Wir genossen unser Dosenbier und führten noch nette Gespräche mit einem Hannoveraner Pärchen (Walsrode), die schon zum zweiten Mal auf der Insel sind. Diese nahmen dankenswerter Weise auch Jonny mit, da es mit den Braunschweigern irgendwie nicht so klappte, wie geplant.
Den Ground fand ich nach Vestmannaeyjar den besten auf dieser Tour, da er seltenerweise zwei Tribünen und sogar eine Kurve zum verweilen hatte.
Nach dem Spiel verabschiedeten wir uns von unserem temporären Begleiter und fuhren nochmal in die Stadt um erst einmal die Hallgrimskirkja bei schönem Wetter abzulichten. Danach gingen wir noch in eine Kneipe auf ein Bier und die anderen beiden bestellten sich noch eine Suppe im Brotteig als Abendmahl.
So ging ein eher ruhiger Tag zu Ende. Rudi und ich tranken noch ein Gute-Nacht-Bier in unserer echt schönen Airbnb-Bude und planten unseren morgigen Tag durch.
Text/Fotos: Pressi























































