Dienstag, 9. Juli 2019

Breidablik/Augn - Fylkir/Ellidi 1:1

U19 Liga
Fifan
Zuschauer: 40

Heute stand der letzte Tag auf Island im Zeichen der Entspannung. Lang haben wir diskutiert wann wir in die Blaue Lagune sollten. Jonny wäre ja auch gern mit, aber am Wochenende wollten wir nicht, da wir dort zu viele Leute erwarteten. Also haben wir uns auf den letzten Tag geeinigt um da mal keinen Stress zu haben.
Gut, Abfahrt war auf 6 Uhr angesetzt. Warum tut man sich das an, nach den ganzen kurzen Nächten vorher?

Wir wollten vor den ganzen, erwarteten Touriströmen rein um erstmal unsere Ruhe zu haben und zweitens Bilder ohne irgendwelche unschönen Körper drauf zu haben.
Bei der Blauen Lagune gibt es drei verschiedene Pakete die man am besten im voraus online bucht. Wir nahmen das Standard-Paket, welches am "billigsten" war. Das schlägt aber auch mit satten 73€ zu Buche. Enthalten sind dort der Eintritt, ein Handtuch, eine Gesichtsmaske und ein Freigetränk.
Das Premium-Paket enthält zusätzlich einen Bademantel und Slipper, eine zweite Gesichtsmaske, eine Reservierung im angeschlossenen Restaurant und ein Glas Wein, wenn man denn dort isst.
Ihr seht das ist Schnick-Schnack. Kostet 20€ mehr. Das Luxus-Paket ist mit knapp 300€ sowieso eher was für die High-Society.
Jetzt kann man natürlich sagen ist mir zu teuer. Aber es gibt Sachen die sind nicht diskutabel. Wenn man in Rio ist muss man auf den Zuckerhut, in Paris auf den Eifelturm und in Rom ins Colloseum. In Reykjavik eben in die Blaue Lagune. Punkt !
Von unserer Bude aus waren es 45 km und Punkt 7 Uhr ging es durchs Kassenhäuschen, Schuhe ausgezogen, in die Badehose gesprungen und nichts wie hinein ins bis zu 43 Grad heiße Wasser.
Der See entstand übrigens als Abfallprodukt des nahe gelegenen Geothermalkraftwerkes Svartsengi, das die Energie des gleichnamigen Vulkansystems nutzt. Dort wird ein Gemisch aus Meer- und Süßwasser aus einer Tiefe von 2000 Meter, das in dieser Tiefe bis zu 240 Grad heiß wird, zur Oberfläche gepumpt, wo es zur Stromerzeugung und Betrieb eines Fernwärmenetzes genutzt wird. Anschließend fließt es in das umliegende Lavafeld. So bildete sich dort ein Salzwassersee in der typisch blau-weißen Farbe, die von Kieselalgen herrührt.
Zuerst kam die lokale Bevölkerung auf die Idee, darin zu baden, bis schließlich das Thermalbad errichtet wurde. Dort werden heute die Touris abgemolken und nun endlich auch wir !
Toll, dass das Ganze auch noch gesund ist. Dem Wasser wird nämlich Heilkraft bei Schuppenflechte und anderen Hautkrankheiten nachgesagt. Auch Rudi ging es besser, sodass wir nach kurzem Fotoshooting und planschen erstmal an die Poolbar gingen. Dort haben sie uns zwei hübsche Mädels hingestellt, die uns unser Freibier bringen durften.
Herrlich frühmorgens im heißen Wasser zu baden und dabei ein kühles Bier zu genießen ! Urlaubsfeeling pur !
Die alkoholischen Getränke, es gibt auch Somersby-Cider, kosten hier übrigens 10 €.
Nachdem wir etwas geruht hatten, gönnten wir uns nochmal je 2 Bier für Rudi und ich stieg auf Cider um. Mats verdrückte noch einen Cesars Salad, bevor wir nach etwa 5 Stunden genug hatten.
Dadurch das die Anlage ziemlich groß und verwinkelt ist, kommt es einem nicht zu voll vor.
Da Rudi immer noch nicht richtig fit war, cancelten wir das ursprünglich angesagte 5.Liga-Spiel im 40 km entfernten Hveragerdisbaer. Für mich kam ein rumhängen im Wohnzimmer nicht infrage, da nebenan bei Breidablik heute die U19 und die Damenmannschaft gegen den Ball treten sollte. Ich hoffte das auf irgendeinen Nebenplatz gekickt wird und ich somit einen neuen Ground machen könnte. Mit dem letzten Light-Bier in der Hand ging es rechtzeitig los. Im Stadion deutete nichts auf ein bevorstehendes Jugendspiel hin, während schon einige hübsche Damen mit geschulterter Sporttasche Richtung Spielereingang gingen. Ich umrundete den Kopavogsvöllur und suchte einen Nebenplatz, den es auch gab, aber dort war überhaupt niemand anzutreffen. Mal kurz in die Halle geschaut, diese Fussball-Hallen stehen meistens neben den Grounds und dienen bei schlechtem Wetter oder im Winter als Spielort. Doch auch in der Halle konnte erstmal nichts auf ein in Bälde stattfindendes Jugendspiel hindeuten. Also noch etwas sinnlos in der Gegend rumgeschaut, bevor ich eigentlich schon wieder heim wollte, doch ein letzter Blick in die Halle...und siehe da, zwei Mannschaften machten sich gerade warm.
An der Seite der Halle konnte man je nach Bedarf zwei Stufen runterklappen, auf denen man sitzen konnte. Nach und nach trudelten mehr Spielereltern ein und der Kick wurde angepfiffen.
Schon komisch so eine Halle, ist ja bei uns überhaupt nicht verbreitet, aber doch mal was anderes und im Endeffekt ist es nicht viel anders als in Gelsenkirchen oder Düsseldorf. Klar gibt es hier weniger Ausbau, aber das war es dann auch schon.
Somit kann ich jetzt auch eine reine Fußballhalle in meiner Groundliste führen und der Abend wurde doch noch sinnvoll genutzt.
Nach Abpfiff überlegte ich noch kurz mir das gerade kurz vor Halbzeit stehende Damenspiel im Stadion noch fertig anzuschauen. Aber die Vernunft siegte, denn eine Halbzeit kann ich ja schwerlich als ganzes Spiel werten und ich habe schon während der vor kurzem zu Ende gegangenen Damen-WM über den Hype und den Sport an sich kein gutes Haar gelassen. Nicht falsch verstehen, ich finde es cool wenn auch Frauen Fußball spielen und Spaß daran haben. Es ist aber für mich nicht mit der Dynamik beim Männerfußball zu vergleichen und somit eine andere Sportart.
Die anderen beiden waren noch wach und wir unterhielten uns noch über den Urlaub, bevor es auch in die Federn ging, denn morgen mussten wir ja schon wieder früh raus, denn unser Flieger ging um 7:20 Uhr.
Vorher wurde noch vollgetankt und der Mietwagen abgegeben. Leider wurden wir auf eine größere Maschine umgebucht, in dieser war leider kein Entertainment-Programm wie auf dem Hinflug. Also blieb mir nur die Lektüre von Fanzines.
Island war für mich eines der schönsten Länder, die ich bereist habe und auch unsere Truppe war unkompliziert und hochprofessionell unterwegs. Vielleicht kommen wir ja mal wieder! 


Text/Fotos: Pressi