First Divison B
Stade Joseph Marien
Zuschauer: 3250 (ca. 500 Gäste)
Nach dem Spiel bei Racing Machelen wurde eine entspannte Nacht im Ibis-Hotel in Flughafennähe verbracht. Am nächsten Tag ging es zuerst in den Supermarkt. Hier konnte ich meine Reserven an pfandfreien Bierdosen für zukünftige Touren erstmal auffüllen und etwas zum Frühstücken kaufen.Danach ging es zu Brüssels Top-Sehenswürdigkeit, dem Atomium. Leider regnete es in Strömen. Gibt es in diesem trostlosen Land eigentlich auch einmal schönes Wetter ?Das Atomium ist ein 102 Meter hohes Bauwerk, welches für die Expo 1958 errichtet wurde. Es stellt eine aus neun Atomen bestehendes stark vergrößerte kubische Zelle des Kristallmodells des Eisens dar. Drei Atome einer Raumdiagonale bilden als Hohlkugeln zusammen mit den sie verbindenden Linien einen Aussichtsturm, um den herum die anderen sechs Atome und ihre gegenseitigen Verbindungen angeordnet sind.
Das Atomium wurde als Symbol für das Atomzeitalter und die friedliche Nutzung der Kernenergie entworfen. Auf einen Besuch im Atomium verzichteten wir wegen des hohen Eintrittspreises. Der Hopper muss ja sparen wo man kann um sich die nächsten Touren leisten zu können.Der Kollege Sachseninformer vernahm einen Pfiff und entdeckte durch die Büsche, das nebenan auf einem Fußballplatz gerade gekickt wird. Da wir noch etwas Zeit hatten, machte sich die Hopper-Meute natürlich auf zu diesem Sportplatz, erhoffte man sich durch das Atomium im Hintergrund schöne Bilder.Diesem war auch so und so genossen wir bei starkem Regen den Rest dieser Halbzeit. Welche aber nicht über volle 45 Minuten ging und wir diesen deshalb natürlich nicht zählen können. Schade, denn durch den Ausblick eigentlich ein Top-Ground ! ªeute spielte hier die zweite Mannschaft des FC Amicii Brussels, welche größtenteils aus Spaniern bestand. Nach dem Spiel wurde ein Zwischenstopp in der Fritur „Fritonium“ gemacht, wo es für mich den üblichen Fritten Köfte gab. Natürlich mit Samurai-Soße, welche mich auch begeistern konnte. Denn Preis dafür musste ich dann abends zahlen…Nun lotste uns das Navi quer durch die Stadt, welche ich ja wirklich genauso finde wie das Wetter…trist und grau ! Hier möchte ich wirklich nicht tot über dem Zaun hängen ! Einzig die Innenstadt scheint etwas schöner zu sein.In der Gemeinde Forest musste man etwas suchen um noch einen Parkplatz zu ergattern, doch letztendlich konnten wir recht stadionnah parken. Mit den Tickets war es ein Kampf. Denn erst hieß es, es gibt nur Karten im Vorverkauf. Daraufhin schrieb man den Verein an. Kurz darauf veröffentlichte der Verein die Meldung es gäbe von 10-13 Uhr eine Tageskasse und man bekam eine Mail auf Französisch, das man auch reservieren kann und diese mit einer Reservierungsnummer ab 14:30 abholen könne. Das taten wir auch und es klappte wider Erwarten problemlos, hatte ich doch meine Bedenken, da hier Französisch gesprochen wird. Ich mag einfach keine Franzosen !!!Der am 1.November 1897 gegründete Klub Royale Union Saint-Gilloise gehört zu den ältesten noch bestehenden Fußballvereinen Belgiens und gewann 1904 die erste von elf bisher errungenen Meisterschaften. Sieben der Titelgewinne gelangen vor dem Ersten Weltkrieg. 1913 und 1914 gelang zudem der Sieg im belgischen Pokal. Nach der achten Meisterschaft 1923 musste der Verein zehn Jahre warten, ehe der erneute Triumph gelang.1933 bis 1935 stellte Union Saint-Gilloise einen bis heute gültigen Rekord auf, als man 60 Spiele in Folge ohne Niederlage überstand. Folglich wurde man auch 1934 und 1935 Meister. Seither wartet der Klub auf einen erneuten Titelgewinn.Nach dem Zweite Weltkrieg spielte Union auch international, da der Messepokal aber nicht Tabellenstandsbezogen war und durch den örtlichen Messestandort garantiert war.1965 stieg man aus der Ersten Division ab und 1981 erreichte man als Tiefpunkt die vierte und niedrigste Liga. Erst seit 2015 spielt man wieder in der zweiten Liga. Seit 2014 liegt Royale Union Saint-Gilloise in den Händen des Mehrheitseigners und Präsidenten Jürgen Baatzsch, einem deutschen Unternehmer mit belgischen Wohnsitz.Das Stadion Joseph Marien wurde 1919 eröffnet und liegt am Rande des Duden Park. Es wurde letztes Jahr renoviert, wo beide Hintertortribünen nun mit modernen blau-gelben Schalensitzen ausgestattet wurde und nun eine Kapazität von 5.500 Zuschauern hat. Deshalb spielte Union letzte Saison im Heysel Stadion. In der alten Haupttribüne mit Art-Deco-Fassade ist wie immer ein nettes Stadion-Pub integriert, wo man nach Gutscheinkauf für 2 Euro ein kleines Bier erhielt. Die Gegentribüne bietet nicht überdachte Stehplätze, auf der auch die Heim-Fans um die Union-Boys beheimatet sind.Zu Gast war heute der viermalige Meister KV Mechelen zum Spitzenspiel Erster gegen Dritter. Dessen Fans zündeten zum Einlauf roten Rauch und Blinker und schwenkten in Vereinsfarben gehaltene kleine Schwenker. Zu ihrem Support kann ich leider nicht viel sagen, da unsere Ãrsche am anderen Ende der Tribüne auf der unbequemen Holzbank Platz nahmen und ich meist nur ihre Trommel vernehmen konnte.Gegenüber, auf Seiten der St. Gilloise, hing ein „Football for Fans“-Transparent und vier kleine Banner. Etwas dürftig die Zaunbeflaggung meiner Meinung nach. Auch lagen einige Schwenker von ihnen nur am Zaun im Dreck. Warum man die nicht benutzt ??? Die akustische Unterstützung war durchaus in Ordnung, in der zweiten Halbzeit sogar etwas besser. Union gehört wohl auch zu den besseren Szenen in Belgien.Das Spiel konnte der KV Mechelen mit zwei Toren des überragenden Igor de Camargo gewinnen. Dieser dürfte durch sein Engagement bei Borussia Mönchengladbach auch den deutschen Fußballfans bekannt sein. Die meisten Zuschauer und ich sahen den Schuss der Heimequipe zum vermeintlichen 1:0 wohl im Tor und waren später überrascht als auf der Anzeigetafel das Tor nicht angezeigt wurde.Im übrigen ist das belgische Ligasystem etwas komisch. So spielen in der zweiten Liga nur 8 Mannschaften je eine Doppelrunde, welche Opening und Closing genannt werden. Somit ist die Liga recht schnell zu komplettieren.Kurz vor Abpfiff zündeten die Gästefans nochmals und feierten den Auswärtssieg im Topspiel. Für uns ging es schnell weiter nach Leuven zur letzten Station der Tour.
Text/Fotos: Pressi









































