Segunda División
NouEstadi de Tarragona
Zuschauer: 5211 (ca. 40 Gäste)
Schon zwei Tage nach der Rückkehr aus Israel sollte gleich die nächste
Reise starten. Am Dienstag, den 2. Januar, ging es für mich
berufsbedingt nach Spanien. Zum fünften Mal in den letzten zwölf Monaten
saß ich im Flieger in die Hauptstadt Kataloniens. Dieses Mal sollte die
Dienstreise acht Tage dauern. Das ist so lang wie noch nie davor und
zusätzlich habe ich mir auch noch ein zweites, verlängertes Wochenende
anhängen lassen. Somit waren es insgesamt 12 Tage auf der iberischen
Halbinsel. Das Hotel war aber leider nicht direkt in Barcelona, sondern
in einem Vorort, der Industriestadt Sabadell. An Arbeitstagen war es
also nichts mit Sightseeing in dem schönen Barcelona.
Am Freitagabend
ist eine Freundin aus der Ukraine angereist, sodass sich die Dienstreise
nicht wirklich mehr wie eine anfühlte. Am Samstag war die Zeit für
einen gemeinsamen Besuch in Barcelona eingeplant. Ein Spiel hätte es da
natürlich auch gegeben, aber so unverschämt wollte ich auch nicht sein,
sodass sie erst am nächsten Tag damit „überraschend“ konfrontiert werden
sollte. Den Samstag verbrachten wir bei bestem Wetter und besuchten
neben den Markthallen des Mercat de la Boqueria auch noch das große
Kunstmuseum (Museu Nacionald’Art de Catalunya) am Fuße des Montjuïc
Hügels. Bilder der unterschiedlichen Epochen schaue ich mir immer wieder
gerne an, besonders, wenn der Eintritt zu bestimmten Uhrzeiten komplett
entfällt. An diesem Wochenende waren zufällig auch die Heilige Drei
Könige und wir kauften uns den Kuchen Roscón de Reyes (Königskranz), der
zur Tradition dieses in Spanien großen Feiertags gehört. Nachdem man
sich am Sonntag aus dem Bett zwang und das Frühstück einnahm, wurde über
den Bahnhof Sants die siebtgrößte Stadt Kataloniens angefahren.
Tarragona liegt 100 km von Barcelona und ist mit dem Zug innerhalb einer
Stunde erreichbar. So gegen Mittag waren wir angekommen und
schlenderten entlang der Küste, dem römischen Amphitheater in die feine
Altstadt. Dort gab es noch ein Mittagsessen bestehend aus Tapas:
Kartoffel mit Spiegelei und Wurst, Salata rusa sowie Gambas bzw.
Garnelen. Spanien ist durch das leckere Essen schon zu meinen
Lieblingsreiseländern geworden. Im letzten Jahr war ich nicht nur durch
die Arbeit oft hier, sondern auch privat. Mit Fußball ist es natürlich
hier so eine Sache… teuer und fantechnisch eigentlich etwas mau. Doch
durch das Kulturelle, unüberdachte Stadien sowie dem Kulinarischen zieht
es mich immer wieder auf die iberische Halbinsel. Nachdem ich bereits
in Madrid, Barcelona, Andalusien gewesen war sowie eine Woche später
noch Valencia besucht habe, stehen als nächste spanische Ziele das
Baskenland und Galicien auf meiner Agenda. Kommen wir zurück zu
Tarragona. Nach dem Essen machten wir uns schon auf den Weg zum Stadion,
das leicht außerhalb liegt, dennoch zu Fuß gut zu erreichen ist. Der
Ground ist so typisch spanisch - mit Ausnahme der Haupttribüne
unüberdacht. Für Nàstic (Kurzform von Gimnàstic), welcher aktuell gegen
den Abstieg in der zweiten Liga kickt, reicht es allemal. Der 1886
gegründete Club, der als einer der ältesten Spaniens gilt, spielte den
Großteil seiner Geschichte in der dritten Liga. Mehrere Spielzeiten
schaffte es Tarragona, sich auch in der Segunda zu etablieren und vier
Saisons war der Club sogar erstklassig (2006/07 das letzte Mal). Für 15
Euro ging es in die Kurve neben dem Fanblock. In Spanien muss man sich
meistens die Ultras nicht von der Seite geben und da kann man
ausnahmsweise direkt in die Kurve. Im Heimblock waren so in etwa 20 Mann
aktiv. Support kam jetzt wie erwartet nicht wirklich auf, aber man
konnte sich wenigstens im Kampf zweier Abstiegskonkurrenten über die
Emotionen der spanischen Zuschauer mächtig amüsieren.
Von den
Gästen aus Andalusien, die in etwa mit einer knappen Busladung anwesend
waren, hat man fantechnisch nichts mitbekommen. Nach dem Spiel nahmen
wir den bereitgestellten Bus und erwischten durch einen Kilometer-Sprint
gerade rechtzeitig unseren Zug in die katalonische Hauptstadt.
Text/Fotos: Шаффи




























