Sonntag, 6. Januar 2019

Club Gimnàstic de Tarragona - Córdoba CF 1:0

Segunda División
NouEstadi de Tarragona
Zuschauer: 5211 (ca. 40 Gäste)


Schon zwei Tage nach der Rückkehr aus Israel sollte gleich die nächste Reise starten. Am Dienstag, den 2. Januar, ging es für mich berufsbedingt nach Spanien. Zum fünften Mal in den letzten zwölf Monaten saß ich im Flieger in die Hauptstadt Kataloniens. Dieses Mal sollte die Dienstreise acht Tage dauern. Das ist so lang wie noch nie davor und zusätzlich habe ich mir auch noch ein zweites, verlängertes Wochenende anhängen lassen. Somit waren es insgesamt 12 Tage auf der iberischen Halbinsel. Das Hotel war aber leider nicht direkt in Barcelona, sondern in einem Vorort, der Industriestadt Sabadell. An Arbeitstagen war es also nichts mit Sightseeing in dem schönen Barcelona.
Am Freitagabend ist eine Freundin aus der Ukraine angereist, sodass sich die Dienstreise nicht wirklich mehr wie eine anfühlte. Am Samstag war die Zeit für einen gemeinsamen Besuch in Barcelona eingeplant. Ein Spiel hätte es da natürlich auch gegeben, aber so unverschämt wollte ich auch nicht sein, sodass sie erst am nächsten Tag damit „überraschend“ konfrontiert werden sollte. Den Samstag verbrachten wir bei bestem Wetter und besuchten neben den Markthallen des Mercat de la Boqueria auch noch das große Kunstmuseum (Museu Nacionald’Art de Catalunya) am Fuße des Montjuïc Hügels. Bilder der unterschiedlichen Epochen schaue ich mir immer wieder gerne an, besonders, wenn der Eintritt zu bestimmten Uhrzeiten komplett entfällt. An diesem Wochenende waren zufällig auch die Heilige Drei Könige und wir kauften uns den Kuchen Roscón de Reyes (Königskranz), der zur Tradition dieses in Spanien großen Feiertags gehört. Nachdem man sich am Sonntag aus dem Bett zwang und das Frühstück einnahm, wurde über den Bahnhof Sants die siebtgrößte Stadt Kataloniens angefahren. Tarragona liegt 100 km von Barcelona und ist mit dem Zug innerhalb einer Stunde erreichbar. So gegen Mittag waren wir angekommen und schlenderten entlang der Küste, dem römischen Amphitheater in die feine Altstadt. Dort gab es noch ein Mittagsessen bestehend aus Tapas: Kartoffel mit Spiegelei und Wurst, Salata rusa sowie Gambas bzw. Garnelen. Spanien ist durch das leckere Essen schon zu meinen Lieblingsreiseländern geworden. Im letzten Jahr war ich nicht nur durch die Arbeit oft hier, sondern auch privat. Mit Fußball ist es natürlich hier so eine Sache… teuer und fantechnisch eigentlich etwas mau. Doch durch das Kulturelle, unüberdachte Stadien sowie dem Kulinarischen zieht es mich immer wieder auf die iberische Halbinsel. Nachdem ich bereits in Madrid, Barcelona, Andalusien gewesen war sowie eine Woche später noch Valencia besucht habe, stehen als nächste spanische Ziele das Baskenland und Galicien auf meiner Agenda. Kommen wir zurück zu Tarragona. Nach dem Essen machten wir uns schon auf den Weg zum Stadion, das leicht außerhalb liegt, dennoch zu Fuß gut zu erreichen ist. Der Ground ist so typisch spanisch - mit Ausnahme der Haupttribüne unüberdacht. Für Nàstic (Kurzform von Gimnàstic), welcher aktuell gegen den Abstieg in der zweiten Liga kickt, reicht es allemal. Der 1886 gegründete Club, der als einer der ältesten Spaniens gilt, spielte den Großteil seiner Geschichte in der dritten Liga. Mehrere Spielzeiten schaffte es Tarragona, sich auch in der Segunda zu etablieren und vier Saisons war der Club sogar erstklassig (2006/07 das letzte Mal). Für 15 Euro ging es in die Kurve neben dem Fanblock. In Spanien muss man sich meistens die Ultras nicht von der Seite geben und da kann man ausnahmsweise direkt in die Kurve. Im Heimblock waren so in etwa 20 Mann aktiv. Support kam jetzt wie erwartet nicht wirklich auf, aber man konnte sich wenigstens im Kampf zweier Abstiegskonkurrenten über die Emotionen der spanischen Zuschauer mächtig amüsieren.
Von den Gästen aus Andalusien, die in etwa mit einer knappen Busladung anwesend waren, hat man fantechnisch nichts mitbekommen. Nach dem Spiel nahmen wir den bereitgestellten Bus und erwischten durch einen Kilometer-Sprint gerade rechtzeitig unseren Zug in die katalonische Hauptstadt.


Text/Fotos: Шаффи