Sonntag, 6. Januar 2019

Höchstädter EC - EV Landshut 2:3

Oberliga Süd
Eisstadion Höchstadt
Zuschauer: 1100 (ca. 200 Gäste)

Spontan ging es mit dem Auto in das knapp eine Stunde entfernte Höchstadt. Endlich habe ich es auch einmal hier her geschafft, vor hatte ich es ja schon öfter nur wollte das nie so recht klappen. Eine halbe Stunde vor Spielbeginn traf ich am Höchstädter Stadion ein, liegt mehr oder weniger am Rande von einem Industriegebiet in Nähe der Autobahn. Eine Längsseite wurde komplett mit Stehplätzen ausgebaut und ist für die Heimfans reserviert. Der Gästeblock befindet sich auf der Hintertorseite wo sich auch der Kiosk befindet. Auf der anderen Längsseite gibt es einige Sitzplätze. Insgesamt bietet das Stadion Platz für 2000 Zuschauer und ist in der Größe auch absolut ausreichend für ein Städtchen wie Höchstadt. Schau ich da nach Würzburg kann ich nur mit dem Kopf schütteln, da wird die Eislauffläche neu gemacht und wieder nicht überdacht. Was kleine Städte wie Höchstadt, Bad Kissingen oder Hassfurt um hier in der Region zu bleiben schaffen, bekommt eine Stadt wie Würzburg mit der zehnfachen Einwohnerzahl nicht geschissen. Peinlich!

Von den Bildern her wusste ich das es in Höchstadt einen kleinen Haufen von Ultras gibt und mit Landshut machst du beim Eishockey eh nix verkehrt. Die Fanatics Aischgrund gründeten sich im Jahre 2011 und sammeln sich in der Mitte der Stehplatztribüne. Von dort aus unterstützten sie mit einigen Fahnen die Mannschaft, auch wenn akkustisch nicht soviel bei mir ankam. Aber im Schnitt dürften es so um die 30 Aktive gewesen sein mit einigen Ausreißern nach oben. Für ein Städtchen wie Höchstadt mit nicht ganz 14000 Einwohnern doch ganz ordentlich und sicherlich auch nicht ganz alltäglich.
Zu Gast war mit den Landshutern ein großer Traditionsverein der schon 2 x Deutscher Meister und 1x Pokalsieger wurde. Auch waren sie Gründungsverein der DEL welcher sie 5 Jahre erfolgreich angehörten. 98/99 wollten sie den Anlauf zur dritten deutschen Meisterschaft nehmen und rüsteten den Kader auf. Mit einem 10 Million DM Schuldenberg und Platz 3 konnten sie in der darauffolgenden Saison nicht mehr den Etat schultern und mussten ihre Lizenz für die DEL verkaufen.
Neben der ganzen negativen Geschichte gibt es aber auch positives zu berichten und das ist die Jugendarbeit bei den Landshutern, diese dürfte mit die beste in Deutschland sein und so wurden hier Stars wie Marco Sturm oder Alois Schloder ausgebildet.
Auch auf der Tribüne machen die Niederbayern eine ganz ordentliche Figur. Ich bin jetzt nicht so tief drinne in der Materie, aber für mich zählt Landshut zu den besseren Eishockeyszenen hierzulande. Mit gut 200 Leuten im Schlepptau wovon sich gut die Hälfte aktiv am Support beteiligte schepperten sie ihre Lieder in die Halle. Zu Beginn gab es noch ein schönes Fahnenmeer als Intro. Insgesamt Daumen hoch und irgendwann, wenn es sich anbietet und die Zeit erlaubt werde ich auch einmal nach Landshut kommen und mir ein Heimspiel anschauen.
Eishockey finde ich im Winter als Alternative zum Fußball ganz gut, der Sport taugt mir und ich werde mir sicherlich noch das ein oder andere Spiel anschauen, nur dieses ständige zugedröhne mit brüllend lauter Musik stört mich leider gewaltig.

Text/Fotos: Harry