3de Amateurklasse B
Oscar-Vankesbeeck-Stadion
Zuschauer: ca. 500 ( 50 Gäste)
Mit dem Schlusspfiff bei den Kozakken Boys ging es schnell ins Auto, um die knapp 100 Kilometer nach Mechelen abzuspulen. Vorteil an den beiden Benelux-Staaten ist, das die Distanzen recht kurz sind und man schnell von A nach B kommt. Dort wurde im angrenzenden Wohngebiet abgeparkt um mit Einschalten der Flutlichter am altehrwürdigen Oscar Vankesbeeck Stadion aufzulaufen. Schon das Eingangsportal ließ die Herzen der Stadionnostalgiker höher schlagen. An den genialen Ticketschalter aus grauer Vorzeit kostete der Eintritt stolze 11 Euro für 5.Liga Belgien !!!
Habt ihr eine Meise ?
Der KRC Mechelen wurde 1904 als Racing Club de Malines gegründet und trat dem Verband zwei Jahre später bei.
In Belgien tragen die Vereine Matrikelnummern, die der Fußballverband 1926 nach der Dauer der Verbandszugehörigkeit vergab. Royal Antwerpen bekam als ältester Verein die Matrikelnummer 1. Der KRC Mechelen trägt die Nummer 24. Der Vereinsname wurde insgesamt dreimal geändert, den jetzigen Kononklijke Racing Club trägt man seit 1936. Seine erste Saison in der Ersten Liga spielte man 1910/11 als der Lokalrivale KV Mechelen noch in der zweiten Division zu Hause war. Beste Platzierung war 1951/52 der zweite Platz in der First Divison und im belgischen Pokal 1953/54. Seit 2015 begann der Sturzflug im belgischen Ligensystem und heute spielt man in der fünften Liga, wo man aktuell leider auch wieder auf einem Abstiegsplatz steht. Das Oscar-Vankesbeeck-Stadion befindet sich nördlich des Stadtzentrums, unweit des Flusses Dijle. Es wurde 1923 eröffnet und ist benannt nach einem ehemaligen Präsidenten des Clubs und flämischen Liberalpolitiker und fasst aktuell 13.687 Zuschauer und ist damit das neuntgrößte Stadion Belgiens. Und was für ein geiler Ground das ist ! Eine riesige Haupttribüne, an deren Fuße sich etliche Stufen Stehplätze mit alten Wellenbrechern befinden. Eine Hintertor-Tribüne ebenfalls mit vielen vergammelten Stufen Stehplätzen, während die Seite gegenüber wegen des sich anschliessenden Wohngebietes unbebaut ist und sich eine kleine Anzeigetafel befindet. Die Gegentribüne, welche für die Gäste reserviert ist, hat ebenfalls Stehplätze, welche über die Hälfte des Feldes eine Überdachung haben, unter der sich auch einige Sitzplätze befinden. Das Stadion des Lokalrivalen KV befindet sich übrigens nur knapp einen Kilometer entfernt.
Für uns ging es erstmal in die Stadionkneipe. In Belgien gibt es ja üblicherweise das Jeton-System. Diese gab es hier am Automaten zu ziehen. Ein Jeton kostet 2€. Dafür gönnte ich mir ein Kirsch-Bier, welches mir erstaunenswerter Weise sogar schmeckte. Je näher der Anpfiff rückte, desto voller wurde die Kneipe. Auch die örtliche Stone-Island-Brigade lief auf. Hier in Belgien ist ja alles fast so wie in England, was wohl das große Vorbild für die meisten belgischen Szenen ist. So laufen viele hier in den üblichen Casual-Brands rum. Auch viele der alten Stadien erinnern ja an das alte England. Runtergeranzt, mitten in Wohn- oder Industriegebieten und mit vielen Stehplätzen. So habe ich doch heute beschlossen doch mal öfter in Belgien aufzulaufen. Heute standen sich zwei Mannschaften im tiefsten Abstiegskampf gegenüber. Das sah man auch während dem Spiel. Soviel Unvermögen und Nichtkönnen wahr schon eine wahre Pracht. Leider gewann der Gast, fand ich doch das Heimteam und die Atmosphäre hier von Grund auf sympathisch. Die spärliche Heimszene sammelte sich oben auf der Tribüne und wenn sie sangen, war es auch ordentlich laut unter dem Tribünendach. Auch die Gesänge waren alle britisch wie "Oh when the Saints" oder " Racing till I die". Gepöbelt wurde auch ordentlich und der Duft von Gras lag in der Luft und erfreute unsere Nasen. Während es trotz des Sieges gegenüber im Gästeblock doch meist still war. Trotzdem war ich über die 50 Fans in der fünften belgischen Liga positiv überrascht. Da gibts es in Deutschland ja Vereine die bringen sowas nicht mal in der dritten Liga mit ! Ich hoffe Racing kann sich in der Klasse halten und vielleicht mal wieder in obere Ligen aufsteigen. Soll es doch bei früheren Derbys gegen den KV Mechelen ordentlich gescheppert haben. Gewundert habe ich mich noch das es hier keinerlei Zäune zum Spielfeld gibt, dafür aber waren zwei Zivilbullen im Einsatz und verbrachten ihren Dienst entspannt an der Eckfahne. Für uns ging es weiter nach Brüssel ins Hotel.
Text/Fotos: Pressi



































