Mittwoch, 26. Dezember 2018

MS Ashdod - Maccabi Haifa 0:1

Ligat HaAl
Etztadion HaYudAlef 

Zuschauer:2300 (1200 Gäste)

Den zweiten Weihnachtstag ließ ich zunächst langsam angehen. Das Frühstück genoss ich auf dem Dachgeschoss meines Hostels (Old Jaffo Hostel) bei angenehmen 15 Grad. Mein Spiel des Tages war in der sechstgrößten Stadt Ashdod erst am Abend und so machte ich mir im Vorfeld noch Gedanken, recht früh dorthin anzureisen und sich noch eine zusätzliche Stadt reinzuziehen, doch meine beiden israelischen Freunde rieten mir davon ab, denn Ashdod ist trotz seiner Größe eine wirklich moderne Stadt ohne was Interessantes bzw. Sehenswertes. Aus dem Grund entschied ich mich dafür, an dem Tag möglichst lang in Tel Aviv zu bleiben.

Direkt aus dem Hostel ging es für mich ins Museum der Geschichte der israelischen Verteidigungskräfte. Auf dem Weg dorthin wurde ich noch von einem Raketenalarm überrascht, aber dies stellte sich als ein Probealarm aus und die Spannung war schnell wieder weg. Das genannte Museum liegt auch in der Nähe der Altstadt von Jaffo, wo ich übernachtet habe. Zuerst lief ich in der ersten Halle des Museums noch etwas planlos rum, aber nachdem ich mir dann doch den Audioguide für einen fairen Preis holte, ging es dann doch ab. Wie ihr euch jetzt denken könnte, fand ich die Ausstellung super und empfehle sie auch jedem wärmstens weiter. Nach dem Besuch im Museum wurde entlang der Promenade spaziert und dabei der Laden Shakshukia anvisiert. Dort wird als einziges Gericht die Shakshuka, jedoch in verschiedensten Variationen serviert. Ich war auch endlich froh, es hier in Israel probieren zu dürfen, schmeckt mir super, sodass ich es mir öfter auch daheim zubereite. Anschließend schlenderte ich noch etwa zwei Stunden gemütlich durch die Innenstadt bis ich wieder in meinem Hostel ankam. Nun hieß es umziehen, denn für die nächste Nacht habe ich mir eine Bleibe in der Nähe vom Bahnhof haHagana ausgesucht. Nach der kurzen Verschnaufpause im Little Tel Aviv Hostel wurde schon mit dem Zug die 40 km südlich liegende Stadt Ashdod angesteuert. Ashdod liegt in etwa auf der halben Strecke von Tel Aviv nach Gaza, sodass es oft zum Beschuss durch Terroristen kommt. In Ashdod angekommen ging es quer durch die Stadt zum Stadion, das in etwa 8 km vom Bahnhof liegt, sodass zwei Stunden auch schon mal weg waren. Das Yud Alef Stadion heißt übersetzt 11 und trägt seinen Namen als Erinnerung an das Münchner Olympia-Attentat, infolgedessen 11 israelische Athleten von Terroristen ermordet wurden. Seit der Vereinsgründung des MS Ashdod im Jahr 1999 ist es seine Heimat. Es dürfte in Israel einer der wenigen Vereine, welcher keinen zionistischen Namen, wie Maccabi, Hapoel oder Beitar, hat, sein. Die Ursache liegt darin, dass es sich um einen Fusionsverein aus Hapoel und Maccabi Ashdod handelt. Von den Ultras wurde die Fusion überhaupt nicht akzeptiert, sodass in unteren Ligen die beiden Clubs mit Fanunterstützung auch noch bestehen. Bevor ich Philipp aus Gladbach und Max aus Hannover traf, drehte ich noch ein paar Runden um den Ground. Unter den vielen Gästen aus Haifa haben schon stark einige blonde Köpfe herausgestochen. Die Bremer Gruppe Ultras Boys, welche nämlich eine Freundschaft zu der gleichnamigen Gruppe von Maccabi pflegt, waren mit einem Dutzend Leuten am Start. Die Boys von Haifa ist jetzt keine unbedeutende Gruppe der Kurve, steht jedoch mehr im Hintergrund von Green Apes und der sportlich orientierten Inferno Verde. Wie ich im Vorfeld bereits wusste, wurde leider vor kurzem in der Szene ein Boykott gegen das Macht-Getue seines Besitzers ausgerufen und so gab es heute keine Stimmung der Gäste. Schade! Maccabis Kurve gehört zu den Besten im Lande und bei der Masse an angereisten Fans wäre es sicherlich interessant geworden... Am Ende machten die Jungs um Green Apes auf den Konflikt mit dem Vereinspräsidenten aufmerksam. Bei der Aktion landeten auch einige Bengalos auf dem Rasen. Ein kleiner Fanblock war auch auf der Heimseite auszumachen, war aber jedoch nicht wirklich ernst zu nehmen. Wie bereits erwähnt, handelt es sich hier aber auch um einen fusionierten Verein, sodass auch keine besonders hohen Erwartungen an die Heimszene bestanden. Nach dem Spiel mussten ich und die beiden anderen Kollegen zeitnah zum Bahnhof, sodass ein Taxi organisiert wurde und der Zug zurück nach Tel Aviv erwischt werden konnte.

Text/Fotos: Шаффи


zum nächsten Spiel der Tour