1.Bundesliga
Arena im Allerpark Wolfsburg
Zuschauer: 24 378 (ca. 2000 Gäste)
Nachdem Abpfiff bei der Regionalliga-Partie im Amateurstadion bewegte
ich mich zur 200 Meter entfernten Arena. Bis zum Spiel darin waren es
noch mehr als eineinhalb Stunden. So vertrieb ich mir die Zeit: Lief
eine Runde um das Stadion, besuchte den Fanshop und gönnte mir eine
Mahlzeit. Die Bezahlung an den Imbissbuden sowohl innen als außen geht
nur mit dem Kartensystem oder auch über den Chip der EC-Karte. Für die
Gelegenheitsbesucher ist dieses System selbstverständlich suboptimal,
aber sonst ist es in meinen Augen schon praktisch, da es am
Verkaufsstand dadurch deutlich schneller geht. So lud ich an den
benachbarten Kassen den Chip auf und holte für einen Fünfer einen
Hamburger. Dieser war wirklich gut und zu empfehlen!
Der Anpfiff
ist näher gerückt, sodass ich den zweiten Rang bestieg und meinen Platz
einnahm. Über das Stadion gibt es nicht viel zu sagen: Mit dem Aufstieg
des VfL in die Bundesliga 1997 begann man sich Gedanken über ein neues
Stadion Gedanken zu machen, nachdem das Stadion am Elsterweg immer
weniger den Anforderungen entsprach. 2001 begannen dann die Arbeiten am
neuen Stadion, welches schon Ende 2002 mit dem gleichen Gegner wie an
diesem Nachmittag eingeweiht wurde. Damals übrigens auch nicht vor
ausverkauften Rängen mit 30000 Zuschauern, sondern wie heute vor 24000.
Dem VfL wird euch von Ultras anderer Vereine vorgeworfen ein Produkt
fast so schlimm wie das aus Leipzig zu sein. Gut, der Autokonzern hat
zwar seit 2001 durch die Ausgliederung eine komplette Beteiligung an dem
Verein, aber VW gehört zu Wolfsburg eben dazu. Die Stadt hat
schließlich eine große Bedeutung und lebt praktisch alleine durch den
Standort des Autoherstellers. Warum sollte dann manch andere Vertreter
des modernen Fußballs mit „fremden“ Sponsoren besser bzw. traditioneller
sein?
Die Stimmung seitens der Wölfe ging völlig in Ordnung: Es
war, wie erwartet, jetzt so gar nicht kreativ, dennoch waren sowohl die
Lautstärke als auch Mitmachquote teilweise sogar über meinen
Erwartungen, die bei einem Spiel des VfL Wolfsburg ja generell niedrig
sind. In der zweiten Halbzeit riefen die Hausherren ihren Verein in
einem Spruchband dazu auf, ein Beispiel am VfB Stuttgart zu nehmen und
zum alten Vereinswappen mit einem W geschmückt mit Zinnen
zurückzukehren. Die Stuttgarter waren schon wesentlich interessanter
anzuschauen. Ich habe die Schwaben zwar schon vor 1,5 Jahren bei Eisern
Union gewesen, aber ich blieb damals von ihrem Support eher enttäuscht.
Heute war es dagegen schon laut und kreativ gewesen, lediglich in der
Phase des Rückstandes ihrer Mannschaft war der Gästeanhang weniger
leidenschaftlich aktiv. Zu Spielbeginn gab es zunächst eine
„Kesselstadt“-Choreo über den gesamten Block im Unterrang. Diese schaute
definitiv schick und optisch geglückt aus, so wie man es von den
Stuttgartern auch oft gewöhnt ist. Nach der Pause eine zweite, kleinere
Choreo im Gästeblock, dieses Mal organisiert durch die Ultrasgruppe
Schwabensturm. Es gab ein rotweißes Fahnenmeer, vorne am Zaun wurde
zuerst „WIDERSTAND“ und dann „ULTRAS S02“ auf riesigen Doppelhaltern
hochgehalten. Nach dem Unentschieden im Kellerduell der Bundesliga lief
ich entspannt zum Bahnhof, wo schon bald die Zugfahrt Richtung Heimat
startete. Diese war alles andere als langweilig: Zuerst saß ich in der
Bahn neben einem verwaisten Rucksack, der direkt vor meinen Augen vom
Besitzer liegen gelassen wurde. Bei der Ankunft in Würzburg wurde ich
von den Bayern-Ultras, die sich auf dem Heimweg vom Auswärtsspiel in
Mainz befanden, für einen Nürnberger gehalten. Die beiden Erlebnisse
sind aber doch noch gut gegangen, sodass man tatsächlich heil zuhause
war :)
Text/Fotos: Шаффи
















