Samstag, 17. Februar 2018

DSC Arminia Bielefeld - SV Darmstadt 98 2:0

2. Bundesliga  
Bielefelder Alm  
Zuschauer: 15 236 (ca. 800 Gäste)  

Genau zwei Wochen nach dem Besuch in Wolfsburg stand ich um die gleiche Uhrzeit wieder am Würzburger Bahnhof, um den gleichen Zug in den Norden zu nehmen. Das Ziel war dieses Mal Bielefeld, eine Stadt, die es nach der Meinung mancher nach gar nicht geben soll. So wollte ich sichergehen, dass die dummen Verschwörungstheoretiker wieder einmal total danebenliegen :) Gegen die Theorie spricht schon mal der Deutsche Sportclub Arminia, der insgesamt 17 Jahre lang in der Bundesliga spielte. Dieser stellte heute auch mein Ziel dar.  
Mit genug Zeitpolster in Ostwestfalen angekommen, schaute ich erst in der Innenstadt vorbei. Schöne Ecken habe ich dort nicht wirklich gesehen, aber vielleicht habe ich diese auch einfach übersehen. Ganz entspannt ging es also zu Fuß zum Stadion von Arminia, das auch als die Alm bekannt ist. Arminia dürfte einer der wenigen Vereine in den ersten beiden Ligen sein, der seinen traditionellen Stadionstandort behalten konnte. Seit 1926 trägt der DSC Arminia seine Heimspiele an der Alm aus. Die Lage ist in Anbetracht der heutigen modernen Arenen auf dem Acker genial. Außen rum stehen recht dicht am Stadion Bungalows sowie Sommergärten. Zuletzt wurde das Stadion in den Jahren 2006 bis 2008 umgebaut: Damals wurde die frühere Gegengerade abgerissen und die heutige Haupttribüne, Osttribüne, erbaut. Diese Seite schaut auch am modernsten aus, die anderen drei sind im sogenannten britischen Stil eng zum Spielfeld errichtet und stammen noch aus der zweite Hälfte der 90er. Insgesamt gehört das Stadion für mich schon zu einem der besten in den ersten beiden Profiligen des Landes. Die Auswahl an dem Imbiss mit Bratwurst, Currywurst, Burgern, Pommes etc. fand ich super, jedoch hatte ich keinen Hunger, sodass da auch nichts gegessen werden konnte.  
Die Szene von Arminia habe ich bis dato weder zuhause noch auswärts gesehen, die heutigen Gäste aus Darmstadt nur zuhause gesehen. Mit gewissen Erwartungen bin ich schon zu der Begegnung der beiden Traditionsteams angereist, wobei diese dem heute dann doch nicht gerecht wurden. Trotz bestem Wetter für die Jahreszeit kamen auch gerade mal knapp über 15 Tausend Zuschauer auf die Alm, was 2000 unter dem Schnitt des Arminia ist. Gut, dies möge teilweise wohl an dem heutigen Gegner gelegen haben, der SV Darmstadt, welcher letzte Saison noch in der 1. Bundesliga kickten, ist in der laufenden Spielzeit mitten im Abstiegskampf drin. 
Die Stehtribüne auf der Süd startete mit einer riesigen Schalparade, welche bei mir auch einen soliden Eindruck hinterließ, ins Spiel. Gesangtechnisch war aber recht selten eine wirklich gute Lautstärke sowie Mitmachquote in der Heimkurve auszumachen. Lediglich beim Schlachtruf „Bielefeld!“, bei dem gefühlt die ganze Kurve einstimmte, schepperte es so richtig. 
Die Lilien in dem komischen langgezogenen Gästeblock waren aber noch weniger ansehnlich. Da hörte ich fast nur typisches Ultra-Gemurmel, was definitiv alles anderes als gut rüberkam. Nur ein gutes Viertel der Darmstädter war auf Dauer am Support beteiligt, wobei sich zeitweise, wie zum Anpfiff oder bei Klatscheinlagen, schon bis zur Hälfte des Stehblockes aktiv zeigte. Nach dem Abpfiff und dem verlorenen Spiel der Lilien ist es zwischen den Gästefans und ihrer Mannschaft zu heißer Dikussion gekommen.
Durchaus nervig und überdurchschnittlich oft empfand ich die ganzen kommerziellen Durchsagen bzw. Anzeigen an der Anzeigetafel. Ich kann mich nun nicht erinnern, ob es wirklich bei jedem Club aus den ersten beiden Ligen so schlimm damit gewesen ist. 
So kann man manchmal eben trotz einem schönen Ground, dennoch von der Tour aufgrund der schwachen Stimmung im Stadion enttäuscht werden.  

Text/Fotos: Шаффи