Kup NSZSD
Igraliste Kamen Ivanbegovina
Zuschauer: ca. 40
Heute stand unser letzter voller Tag in Okrug an. Wie immer wurde der Vormittag zum Baden genutzt. Bei knapp 40 Grad Hitze, die einzig vernünftige Entscheidung. Das Frühstück und das Mittagessen wurde wie immer in der genialen Strandbar eingenommen. Der Familienbetrieb bestach durch wirklich leckeres Essen, ordentliche Portionen und Freundlichkeit.
Heute gönnten wir uns einmal die große Grillplatte für 2 Personen, so dass wir pappsatt waren. Abfahrt war wie immer zwei Stunden vor Kickoff.Traditionell hielten wir an einem großen Supermarkt und deckten uns mit Getränken ein. In Kroatien gibt es sogar Somersby Watermelon. Hab ich sonst noch nirgendwo gesehen. Gerade im Sommer echt lecker und erfrischend. Hoffentlich auch bald bei uns in Deutschland in den Regalen !
Das heutige Ziel lag etwa 100 Kilometer südlich und etwas im Landesinneren. Da wir das Ziel rechtzeitig erreichten, hatte Toni noch ein Bonbon für mich parat und fuhr ins nahe gelegene Imotski.
Bei dem Namen klingeln die Ohren des ambitionierten Groundhoppers, denn dort steht unterhalb einer Burg und nahe eines Bergsees, das einzigartige Stadion des NK Imotski´s das Gospin Dolac. Nach einer kleinen Fotosession rückte ein Spielbesuch noch weiter nach oben auf meiner imaginären Liste.
So schön das Stadion ist, die Verkehrsführung und Straßenbreite im Ort ist eine Katastrophe und vor allem für Ortsunkundige kein Zuckerschlecken und nur mit Glück entgingen wir einen Blechschaden.
Als wir am Stadion des NK Kamen ankamen, wartete die nächste böse Überraschung auf uns. Nach einem kurzen Plausch mit den Ordnern meinte Toni, das Spiel heute findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Verein hatte es einfach vergessen, das Spiel beim Gesundheitsamt anzumelden.
Mein Ärger hielt sich in Grenzen, dann schauen wir das Spiel eben von außen an, gibt ja genug Möglichkeiten. Dankenswerterweise ließ uns der Ordner für eine Fotorunde ins Stadion. Dieses besteht nur aus einer ausgebauten Seite, auf der eine ordentliche Tribüne mit Dach steht. Übrigens ist ein Dach in diesen Breitengraden existenziell wichtig. Da die Sonne hier erbarmungslos runter knallt, kann man es nur unter einer Schatten spendenden Tribüne aushalten. Schon ein paar Mal kam man in den Genuss in Kroatien von der Sonne gegrillt zu werden. Mein Tipp: setzt euch immer in die letzte Reihe !
Der NK Kamen Ivanbegovina spielt derzeit in der dritten kroatischen Liga. Die Mannschaft stammt aus der Stadt Ivanbegovina mit nur 200 Einwohnern, für ein Drittliga-Team doch sehr beachtlich. Der Club ist nach der etwas größeren nahe gelegenen Siedlung Kamen Podbablje benannt. Die Gemeinde Podbablje hilft bei der Finanzierung des Teams mit etwa 480.000 Kuna pro Jahr.
Nach dem wir den Ground abgelichtet hatten, wurde hinter uns die Tür wieder verschlossen. Mittlerweile sammelten sich knapp 20 Leute vor dem Eingang. Macht Sinn hier die große Tribüne nicht zu öffnen und stattdessen die Zuschauer eng an eng vor den Toren stehen zu lassen. Auf der Tribüne kann man sich gut verteilen und die notwendigen Abstände besser einhalten als davor !
Aber was ist schon logisch und der Fußball scheint auch immer der Sündenbock für alles zu sein. Denn ich glaube unter freien Himmel steckt man sich eher selten an. Oder gab es auf den ganzen Black-LIves-matter-Demos irgendwelche Corona-Ausbrüche ?
Die Hotspots in Kroatien sind sicherlich eher die Hochzeiten und Beerdigungen, wo dutzende Menschen eng beieinander sind und womöglich noch die Klimaanlage die Viren schön in der Gegend rumschleudert.
Da Toni als Einheimischer der kroatischen Landessprache mächtig ist, machte er ein wenig Galama und etwa eine Viertelstunde vor Anpfiff kam Bewegung in die Sache.
Der ganze Tross trottete einem Ordner hinterher ins Vereinsheim, die Treppen hoch, ging es auf den Balkon des Funktionsgebäudes. Wir waren wohl die einzigen, welche nichts mit dem Verein und der Mannschaft zu tun hatten. Hvala ! So scheint es, dass es mir nun endlich einmal gelungen ist, ein Geisterspiel IM Stadion zu sehen. Wir verhielten uns ruhig, um ja nicht aufzufallen und nicht doch noch des Balkons verwiesen zu werden.
Erbarmungslos brannte die Sonne und ich musste mich vor meine Tochter positionieren um ihr etwas Schatten zu spenden. Man will ja den Burgfrieden nicht riskieren. Obwohl sie mittlerweile auch die Spiele verfolgt und nicht nebenbei zockt oder liest.
Der Zeugwart der Heimelf hatte die grandiose Idee heute mal die schwarzen Leibchen rauszulegen. Die Mannschaft wird es sicher mit Freude getragen haben bei 37 Grad Hitze und prallen Sonnenschein.
Bei der Heimmannschaft spielte ein Argentinier mit, der mit einer kroatischen Frau verheiratet ist. Dieser begann seine Karriere in Buenos Aires bei Velez Sarsfield, bevor seine Odyssee quer durch Europas Osten begann. Trotz der eher suboptimalen Trikotwahl gewann der NK Kamen das Spiel und zog somit in die nächste Runde ein.
Ich war hochzufrieden jetzt endlich mal ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Stadion verfolgt zu haben. Toni, der alte Top-Lad wollte uns nun noch den Bergsee von Imotski zeigen. Doch außer einer Hochzeit, von der wir uns fern hielten, war nicht viel zu sehen, da der See doch extrem an Wasser verloren hat. Schade, aber ich will ja unbedingt nochmal hier her.
Daheim ging ich mit meiner Tochter nochmal etwas essen und wir ließen den Abend gemütlich ausklingen.
Am nächsten Morgen brachte uns Toni dankenswerterweise die paar Kilometer nach Trogir, wo wir in der Altstadt in einem kleinen Hotel der Hafenstadt eincheckten.
Text/Fotos: Pressi



























