CFL A
Mestksky Sportovni Areal
Zuschauer: 380 ( 8 Gäste )
Nach fünf Wochen sollte es wieder einmal ins gelobte Land gehen. Es ist einfach am unkompliziertesten dort ein Fußballspiel zu verfolgen. Diesmal ging es zu zweit per Auto nach Südböhmen. Dieses Mal begleitete mich meine neue Herzensdame, die auch ihren schicken Zweisitzer stellte.
In Zukunft kann ich dann auch über Pärchen-Hopping berichten. Nachdem mit einer anderen Frau schon der Portugal-Urlaub zum Desaster wurde, bin ich hier optimistisch. Das erste Wochenende in Niedersachsen mit fünf Spielen wurde mit Bravour gemeistert. Auch dieses Wochenende wurden die sieben Spiele klaglos durchgewunken. Top !Wir kamen recht problemlos und pünktlich in Pisek an. Dort drehten wir eine kleine Stadtrunde auf der Suche nach einem Geldautomaten. Was wir von der Stadt auf die Schnelle sehen konnten war doch recht ansehnlich. Pisek wird auch das „Athen von Südböhmen“ genannt, weil es viele Gymnasien und Hochschulen gibt, einschließlich der Filmschule.
Die Stadt erstreckt sich an Hängen mehrerer Hügel entlang des Flusses Otava. Es gibt mehrere steile Straßen und einige Vororte liegen mehr als 70 bis 90 Meter über dem Stadtzentrum. Der Fluss mehrerer lokaler Bäche wird durch künstliche kleine Seen und Deiche verlangsamt, wodurch ein Mosaik aus feuchteren und trockeneren Orten entsteht, ein sicherer Hafen für nistende und wandernde Vögel.
Viel zu früh waren wir am Stadion angekommen und da ich extra noch nicht viel gegessen hatte, führte mein erster Gang natürlich zum Verpflegungsstand. Heute wollte ich unbedingt mal wieder eine Klobasa essen.Auf den letzten Touren hatte ich aus verschiedenen Gründen, dazu nicht die Möglichkeit. Diese war recht weich in der Konsistenz und durch die Fettspritzer versaute ich mir doch gleich meine Hose. Merda ! Der Geschmack war auch eher durchschnittlich.
Schön war noch die angrenzende Terrasse der Stadiongaststätte. Auch ein Hotel ist angeschlossen
Der FC Pisek wurde 1910 als SK Pisek gegründet und seit 2013 ist man bis auf eine Saison Stammgast in der dritten Liga.
Das Mestsky Stadion besteht aus einer großen, überdachten Haupttribüne und einer kleinen Gegentribüne ohne Dach. Kapazität sind 1.500. Blickfang ist der hinter einem Tor liegende Schlot einer Industrieanlage. Nebenan liegt noch ein nettes Leichtathletikstadion.
Heute war hier großer Hopper-Auflauf, da Freitags nicht ganz so viele Spiele zur Auswahl stehen wie an den anderen Tagen des Wochenendes.
Ich lief gleich dem Hamburger Kollegen Andi M. in die Arme, den man ja schon vor Wochen ebenfalls in Tschechien getroffen hatte.
Aus Domazlice waren eine Handvoll Fans angereist, wovon vier Jüngere mit Zaunfahne und zwei Trommeln auf sich aufmerksam machten. Mit einigen Bierchen verfolgte man das muntere Spielchen, wobei sich am Himmel bald ein Unwetter ankündigte. Mitte der ersten Halbzeit öffnete der Himmel dann seine Schleusen und es begann zu schütten, sodass bald mehr Wasserball denn Fußball gespielt wurde.
Am Horizont konnte man eine scharfe Kante zwischen den dunklen Wolken und unbedeckten Himmel erkennen. Ich rechnete in der Halbzeit schon mit einer längeren Pause oder gar dem Abbruch. In Deutschland wären vermutlich wohl einige Begegnungen mit diesem Starkregen nicht wieder angepfiffen worden, doch hier führte der Schiedsrichter pünktlich das Spiel fort.
So regnete es munter weiter, wobei die große Kunst darin bestand beim neuerlichen Bier holen nicht vollends durchnässt zu werden. Aufgabe mit Bravour erledigt !
Hier im Ground waren doch einige Originale und Freaks zugegen, so hatte man neben dem Spiel noch allerhand zu beobachten und es wurde nie langweilig. Geil der Typ, auf seinem Fahrrad, welcher mit Regencape bekleidet sein Bier schlürfte. Sein Fahrrad hatte er mit Schaumstoff gepolstert. Dieser wurde mit Kabelbindern befestigt. Herrlich !
Nach Spielende fuhren wir noch über dunkle Landstraßen bei Regen unserem Tagesziel Prag entgegen, wo wir in einem netten und günstigen Hotel unweit des Vitkov-Parks eincheckten und endlich die Augen zu machen konnten nach dem Landstrassenterror.
Text/Fotos: Pressi




























