Super Liga - Finalrunde
Tehelné Pole
Zuschauer: 3651 (0 Gäste)
Tehelné Pole
Zuschauer: 3651 (0 Gäste)
Auch in der vierten Woche hintereinander sollte es für mich wieder zum Fußball ins Ausland gehen. Diesmal suchte ich mir das ehemalige Partnerland, die Slowakei aus. Da in einer Woche das Derby gegen Trnava anstand, gab es Karten im Paket zu kaufen. Diese wollten einige Hopper preisgünstig loswerden, also schlug ich zu.
Eine Woche vorher meldete sich Max, mit dem ich ja die erste, legendäre Tour nach Usti nad Labem machte, und zeigte auch Interesse.
Also buchten wir uns einen Bus für Freitag nachmittags nach Prag. Von dort aus wollten wir mit dem Zug weiter in die Hauptstadt der Slowakei. Ist kostengünstiger und bequemer als direkt mit dem Bus zu fahren.
Auf der Fahrt ließen wir uns es mit Bier und Cider gut gehen, leider hatte der Bus eine dreiviertel Stunde Verspätung, so dass es mit dem anvisierten Nachtzug über Brno nicht ganz klappte.
In Prag wollten wir uns eigentlich was zu essen suchen, da es jedoch schon nach Mitternacht war, gelang uns dieses Vorhaben natürlich nicht.
So landeten wir erst in „Denni´s Bar“, natürlich mit Rucksack und Kühltasche…in Deutschland hätte dir der Türsteher den Vogel gezeigt ! Nach zwei Getränken ging es dann noch ins „James Deans“ und so nahm das Unheil seinen Lauf und wir stolperten gegen 4 Uhr betrunken Richtung Bahnhof. Hat mal wieder gut getan zu feiern, sowas ist ja in Deutschland schon länger nicht mehr möglich.
So wurde der Schlaf im Zug nachgeholt, der in fünf Stunden Fahrzeit Pressburg erreichte.
Bratislava liegt an der Donau und grenzt an Österreich und Ungarn. Die wiederaufgebaute Burg Bratislava steht auf einem Hügel, wie in Würzburg. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die Donau und die Altstadt. Diese stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist nur für Fußgänger zugänglich und ist bekannt für ihre belebten Bars und Cafes. Wir schauten uns die gesamte Altstadt an und schlenderten noch etwas an der Donau entlang. Leider schaffte ich es auch bei meinem vierten Besuch hier nicht auf das UFO, welches eine Aussichtsplattform auf einer Brücke ist. Leider gab es keinen Fußweg über die Brücke und bei sengender Hitze ewig durch die Prärie zu latschen hatten wir auch keine Lust.
Da in der Slowakei der Euro Zahlungsmittel ist, fällt die Umrechnerei schon mal weg. Wir gönnten uns noch einen Trdelnik mit Obst, Eis und Soße. Ein Trdelnik ist ein traditionelles Gebäck, das aus Skalica in der Slowakei stammt. Es hat die Form einer Rolle, da es auf Stöcken gebacken wird.
Nun suchte wir uns eine Bierstube um endlich mal ein paar Bier zu trinken. Da es in der Altstadt etwas teurer ist, nahmen wir eine am Rande eben dieser. Schöne Spelunke mit Biergarten ! Das ungefilterte Bier mit 12 Grad Stammwürze (5% Alkohol) kostete schmale 1,50€ !
Dann liefen wir Richtung Stadion, was so etwa eine dreiviertel Stunde in Anspruch nahm, nicht ohne unterwegs nochmal einzukehren und dort das leckere, eigens für das Lokal gebraute Bier zu uns zu nehmen, es soll ja nicht in Stress ausarten bei der Hitze.
Zwischen dem alten Pasienky und dem neuen Tehelne Pole liegt eine Sportsbar, in der wir die nächsten zwei Stunden verbringen wollten. Da der Trdelnik doch sehr sättigend war, gab es für mich erstmal nur einen Hermelinkäse, ist im Prinzip nichts anderes als ein Camembert, während Max ein Tartar bestellte. Den Laden kann ich nur empfehlen, da noch Pizza-Happy-Hour war, bestellte ich mir für 4€ noch eine schmackhafte Teigscheibe bevor wir ins Stadion aufbrachen.
In der Slowakei sind momentan 50% der Kapazität zugelassen, wobei hier jede zweite Reihe mit einem Absperrband gesperrt war.
Die Heimspiele von Slovan Bratislava wurden bis zur Saison im etwa 30.000 Zuschauer fassenden Stadion Tehelne pole ausgetragen. Danach teilte sich Slovan das Stadion Pasienky mit Inter Bratislava. Dort wurden sie nie heimisch und die Fanszene nahm das eigentlich Stadion des Lokalrivalen nie richtig an, während das alte Tehelne pole zunehmend verfiel. Der Eigentümer von Slovan Ivan Kmotrik plante für seinen Verein ein eigenes Stadion zu bauen. Ende 2014 begannen auf dem Grund des alten Stadions der Neubau. Im März 2019 wurde das neue Narodny futbalovy stadion mit dem Derby gegen Trnava eröffnet, damals war auch der Kollege Shaffi zu Gast. Im Volksmund wird der Ground weiterhin Tehelne pole genannt. Es wirkt von außen schon recht trist und hat auch von innen keine Besonderheiten zu bieten.
Am Eingang wurden noch Masken verteilt, denn diese sollten eigentlich während der 90 Minuten getragen werden. Doch nur einmal wurden wir von einem Ordner ermahnt diese aufzuziehen, ansonsten wird dieses eher locker gehandhabt.
Am Bierstand kann man nur mit Karte zahlen, gottseidank reicht auch eine Bankkarte und man muss nicht wie in Deutschland eine Karte des Vereins kaufen, Sowas lehne ich ja grundsätzlich ab. Aber so ist es ok und bei einem Bierpreis von 2,10€ kann man auch schlecht nein sagen !
In der Heimkurve waren etwa 3-400 Leute um die Ultras Slovan Pressburg zu Gange. Der Support war dauerhaft und ich fand es echt gut für die geringe Anzahl der Besucher, denn auch Haupt- und Gegentribüne stiegen öfter mal in die Gesänge mit ein. War schon echt ordentlich !
Über der USP-Fahne hing in der ersten Halbzeit ein „White Lives matter !“-Banner. Gut, von Slovan haben wir auch nichts anderes erwartet.. Am Rande hingen noch zwei Fetzen, welche wohl eher nicht von den Ultras stammten. Auf einem war ein „Burglars, Looters, Murderers“ (Einbrecher, Plünderer, Mörder) zu lesen.
Die Black-Lives-Matter-Bewegung scheint hier keine Freunde zu haben, so waren auch T-Shirts mit „FCK BLM“ im Stadion zu sehen.
Wir genossen das Gebotene bei kühlem Bier und besten Wetter und sahen auch viele weibliche Fans in der Kurve, Highlight waren die beiden mit Hooligan-T-Shirts !
Der SK Slovan Bratislava ist slowakischer Rekordmeister und Rekordpokalsieger und war auch schon Europapokalsieger der Pokalsieger. Und zwar 1969 gegen niemand geringeren als den FC Barcelona. In der aktuellen Runde ist man schon Meister und nächste Woche steht wohl nochmal das Highlight gegen Spartak Trnava an, dort werden dann auch wieder vermehrt deutsche Hopper und Eventtouristen im Stadion sein.
Im Spiel war Slovan deutlich überlegen und hätte gegen die Gäste, aus dem an der Grenze zur Ukraine liegenden Michalovce auch deutlich höher gewinnen können. Der Brasilianer Ratao konnte dabei 3 Tore erzielen.
Wir hatten nun noch Zeit bis Mitternacht, ehe unser anvisierte Bus fuhr. Leider konnten wir weder in Prag noch in Wien Spiele für Sonntag auftun, so dass wir gleich nach Hause wollten,
In der Stadt ging es erst noch in das von Shaffi empfohlene Restaurant Flagship, doch leider konnte es uns nicht richtig überzeugen, mein Cordon bleu war toter als James Dean und somit pfurztrocken.
Anschließend ging es nochmal in die Bierstube um sich dann im Bus richtig lang zu machen und in München wurde dann in den Zug gewechselt.
Schöner Ausflug ins schöne Bratislava!
Text/Fotos: Pressi

































