Sonntag, 1. Juli 2018

SpVgg Landshut - FC Sturm Hauzenberg 1:0

Qualifikation Totopokal - 1. Runde
Stadion am Hammerbach
Zuschauer: 100

Schon am Samstag Abend traf man sich mit Georgien-Rückkehrer Shaffi in der Stadt auf einige Bierchen.
Dennoch traf man sich pünktlich am Bahnhof um dann mit der oft üblichen Verspätung nach Niederbayern in den Regierungssitz Landshut zu gondeln. Vom Bahnhof läuft man noch etwa 15 Minuten in die Altstadt. Diese gilt als einer der baukulturell bedeutendsten und besterhaltenen historischen Stadtkerne in Deutschland und erfuhr bereits eine Nominierung für das Weltkulturerbe. Sollte diese mal erfolgen, kommen sicher die ganzen UNESCO-Hopper aus ihren Löchern gekrochen ;-)

Der gotische Turm der Martinskirche ist mit 130 Metern der dreizehnthöchste und der höchste aus Backsteinen errichtete Kirchturm der Welt. Die Stadtresidenz Landshut gehört zu den ersten Renaissancebauwerken nördlich der Alpen.
Landshuts wertvolles Stadtbild der Gotik und Renaissance mit seinen vielen Baudenkmälern konnte auch uns Experten voll begeistern. Leider wurden wir auf der Suche nach einem Essen in einem Brauhaus nicht so fündig wie wir wollten, entweder passte uns das Angebot, der Preis oder die Location nicht. Oder wir wurden weggeschickt weil der Laden um 15 Uhr schloss. So mussten wir auf einen Schmier-Döner zurückgreifen. Wer mich kennt weiß das ich diesen Mist ungern esse und jetzt reicht es damit auch wieder für ein paar Jahre.
Irgendwann war es dann auch an der Zeit ins Stadion am Hammerbach aufzubrechen. Eintrittskarten gab es für uns keine, denn die Tickets vom BFV waren noch nicht da. Diese habe ich schon zu genüge in meiner Box liegen. Keine Tickets liefern aber trotzdem mit abkassieren…so kennt man die Verbände.
Das Hammerbachstadion wurde ab 1975 gebaut und am 21. Juli 1984 wurde Eröffnung gefeiert. Für sein Alter wirkt es top gepflegt und fast wie neu. Es hat eine achtspurige Leichtathletikanlage. Das Fassungsvermögen liegt bei 8150 Plätze, wovon 2000 überdachte Sitzplätze auf der riesigen Haupttribüne sind. Sogar einen abgetrennten Gästeblock gibt es, sodass hier locker Regionalliga gespielt werden könnte. In den Kurven und auf der Gegengerade befinden sich noch einige Stufen. Eine manuelle Anzeigetafel mit Uhr gib es auch. Alles in allem ein sehr schöner Ground.
Im Stadion traf man noch auf Sven von „Frankenhopping“ und einen Rostocker-Hopper, mit welchen man sich noch etwas unterhielt.
Es gab wider Erwarten hier sogar ein großes Essensangebot: Bratwurst, Belegte, Schnitzelbrötchen und sogar Pommes. Ist in diesen Gefilden eigentlich nicht so üblich und ich ärgerte mich noch mehr auf Döner zurückgegriffen zu haben. Das lokale Witmann-Bier hatte eine leicht süßliche Note, schmeckte mir aber trotzdem sehr gut.
Auf dem Gelände des heutigen Landshuter Stadtparks befand sich in den 1910er Jahren, die sogenannt Flutmulde auf dem von Enthusiasten drei Fußballfelder errichtet wurden. Im Jahr 1919 beschlossen 30 Gleichgesinnte die Gründung einer Fußballmannschaft, die sich zunächst dem TV 1861 Landshut anschlossen.
In der Saison 1932/33 spielte der Saison in der seinerzeit erstklassigen Bezirksliga Bayern, verlor aber ihren Erstligastatus bereits nach einem Jahr durch eine Ligareform und die Neugründung als Gauliga Bayern 1933. Es sollte die einzige Erstligasaison der SpVgg Landshut bleiben.
Ihren größten Erfolg nach dem Krieg feierte man 1986 unter Trainer und Sechzig-Legende Karsten Wettberg, als man die Meisterschaft der Bayernliga gewann. Somit qualifizierte man sich für die Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga. Weil der Verein es aber versäumt hatte, die erforderlichen Unterlagen für die zweite Liga einzureichen, durfte stattdessen Vizemeister TSV 1860 München in der Aufstiegsrunde spielen.
Nun spielt man in der Landesliga Südost, wie ich gehört habe , hat man aber Ambitionen mal in der Regionalliga zu landen. Auf der Tribüne waren links von uns einige Supporter von Landshut mit drei Zaunfahnen, wovon sie eine als "Krawallbrüder Landshut" bezeichnete. Für diesen sorgten sie heute leider nicht und beschränkten sich auf lautloses Fußball schauen.
Das Spiel konnte Landshut knapp für sich entscheiden und somit in die zweite Runde einziehen. So verabschiedete man sich von den anderen Hoppern und ohne Verspätung landete man spätabends wieder in Würzburg.

Text/Fotos: Pressi