Samstag, 31. März 2018

FK Teplice - Sparta Praha 1:1

HET Liga
Stadion Na Stínadlech
Zuschauer: 10 142 (ca. 1000 Gäste)

 Nach einer Stunde Fahrtzeit mit der Hannoveraner Autobesatzung war ich in Teplice mit genug Zeitpolster angekommen. Als erstes wurde von uns also die einheimische Brauerei Pivovar Monopol, die auch als bestes Restaurant der Stadt auf Tripadvisor aufgeführt ist, aufgesucht. Ohne ein Wort zu sagen wurden wir als Deutsche geoutet und es gab deutsche Speisekarten für uns. So gab es für mich zum ersten Mal auch so richtiges Essen bei der Tour: Gulasch mit böhmischen Knödeln. Nach der Mahlzeit ging es raus in den Regen, um die Ankunft des Gästemobs aus Prag am Bahnhof zu sehen.
Nun ja, war alles halb so wild – da waren mehr vollausgerüstete Polizisten als irgendwelche Sparta-Mutanten. Danach versuchten wir uns die Stadt anzuschauen sowie eine andere Kneipe zu finden. Leider war die Suche erfolgslos und auch die Stadt war total unspektakulär…
Somit begaben wir uns wieder in unsere ursprüngliche Kneipe. Was uns alles vier beim zweiten Besuch faszinierte, war eine einheimische Familie am Nachbartisch: Die Tochter, welche sicherlich noch nicht über 14 war, knallte sich tatsächlich gleich einige Pils rein. Ich kann aber auch die Eltern verstehen, denn schließlich ist das Bier in Tschechien billiger als die süßen, ungesunden Softdrinks. :)
Die Zeit des Anpfiffs im Na Stínadlech rückte näher, sodass wir wieder ins Auto stiegen und gemütlich zum Stadion losfuhren. Trotz des brisanten Gegners haben wir jetzt nicht außergewöhnliches erwartet, aber im großen Umkreis vom Stadion erwartete uns ein totales Chaos und eine längere Suche nach einem Parkplatz. Als wir endlich das Auto abparkten, liefen wir zum Stadion, wo sich an den Kassen bereits riesige Schlangen bildeten. Nach 20 Minuten hielten wir die Karten für je 120 Kronen (ca. 5 Euro) in der Hand. Erfreut begaben wir uns weiter zum Eingang zur Haupttribüne. Dass wir es zum Spielbeginn pünktlich schaffen, hatte ich aber kaum noch eine Hoffnung gehabt. Zu den Spielen gegen Sparta kommen immer mindestens viermal so viele Zuschauer wie zu einem normalen Spiel in Teplice und dennoch waren pro Tribüne lediglich viermal weniger Drehkreuze offen als potentiell möglich. So entstand eine wirklich ewiglange Schlange! Das Glück pünktlich rein zu kommen bekam ich dann aber doch noch. Am anderen Eingang zu der Tribüne war kaum einer gestanden und nachdem der Ordner hinter der Absperrung zuwinkte, wurde die Möglichkeit zunächst nur von mir im Sprint genutzt. Die anderen drei meiner Begleitung blickten zunächst nicht durch und schafften es somit nicht rechtzeitig zur Pyroshow der Gäste ins Stadion. Diese war ganz schön anzusehen: Bengalos, Rauch und selbst eine Rakete wurde auf dem Platz geschossen. Während dem weiteren Spielverlauf wurde dann zwar öfter Rauch oder Böller gezündet, aber so organisiert wie zu Beginn war es nicht mehr. Der Support war zuerst sehr geschlossen und laut, ähnelte durch die Melodien und Rhythmen extrem Polen. In der zweiten Halbzeit flachte der gute Beginn ab, sodass danach fast nur noch Schlachtrufe „Sparta!“ zu hören waren. Für Tschechien gilt der Auftritt aber schon als überdurchschnittlich gut. Die Heimszene steht im Eckblock, war aber das Spiel über kaum zu vernehmen. Aufmerksam machten sie auf sich lediglich am Ende des Spiels als dort drei Sparta-Schals in Flammen aufgingen.
Das Stadion fand ich jetzt lediglich nur dadurch interessant, dass sich auf einer der vier Seiten eine kleinere Stehtribüne befindet. Denn würde an deren Stelle genau so eine moderne Tribüne wie die eine der anderen drei stehen, wäre der Ground ein typischer Kastenneubau. Die Klobasa war übrigens ziemlich schlecht, hätte nicht sein müssen! Nach dem ersten spannenden Spiel der Tour verabschiedete ich mich von den Hannoveranern, die sich dann wieder zurück nach Prag begaben, während es für mich ins Hotel ging. Am nächsten Tag stand ein Doppler im Karlovarský kraj auf dem Programm!

Text/Fotos: Шаффи